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Zwillinge -Teil 2 | Erfahrungen, Erfahrungen, Erfahrungen…

Kathrin erzählt, ihre Zwillinge Max und Emma sind inzwischen fünf Jahre:


Das Folgende basiert nur auf meiner ganz persönlichen Erfahrung als Zwillingsmutter, niemand muss es nachmachen oder sich danach richten.
Aber vielleicht hilft es der ein oder anderen werdenden Zwillingsmutter ja vielleicht. Zumindest hätte ich mich damals über einige Ratschläge sehr gefreut, vieles wäre leichter gewesen ohne die lange Phase des Selbst-Herausfindens…

Also, hier kommen die Weisheiten, die Reihenfolge ist willkürlich und nicht nach Wichtigkeit sortiert:

  • 01Der Wickeltisch ist für mich im Nachhinein eine totale Fehlanschaffung gewesen. Er nimmt extrem viel Platz ein und wird bei Zwillingen selten benutzt. Bei uns zumindest war das so. Warum? Weil man zwei Wickelkinder hat, eins nicht alleine im anderen Raum liegen lassen will, und somit am besten beide auf dem Teppich/Spieldecke etc. gleichzeitig wickelt, das spart Zeit und keiner fühlt sich alleine. Vor allem, wenn die Kleinen anfangen, sich fortzubewegen, ist Zwilling Nr.2 zu lange ohne Aufsicht, und extra beide Kinder in den Raum zu befördern, in dem der Wickeltisch steht, war mir immer zu anstrengend. Lieber 2 Windeln und Feuchttücher in den Raum schaffen, in dem sich die Kinder am meisten aufhalten.
    Und spätestens wenn die Kinder total mobil werden und sich gar nicht mehr wickeln lassen wollen, wickelt man sowieso überall, ob auf der Couch, im Bett, Parkbank, Wiese etc.
  • 02Ich habe meine Kinder nicht gestillt und es auch nie bereut. Es gibt sicherlich nichts besseres für ein Baby als Muttermilch, das stelle ich gar nicht in Frage. PUNKT. Aber bei uns hat alles ohne Stillen bestens funktioniert. Mein Mann konnte sich nachts um 1 Kind kümmern und mir damit 50% der Arbeit abnehmen. Meine Kinder sind sehr gut entwickelt, groß, kräftig, neugierig, brav und glücklich. Und – sie waren ganz sicher nicht öfter krank als Stillkinder, ganz und gar nicht. Meine Arbeitskolleginnen, die alle gestillt haben, fehlten im ersten Kita-Winter genauso häufig wie ich.
  • 03Mein Mann und ich haben uns, als die Kinder 2 Monate alt waren, entschlossen, getrennt zu schlafen. Jeder mit 1 Kind im Raum neben dem Bett. Das war die beste Entscheidung EVER! Jeder hatte sich nur auf 1 Kind zu konzentrieren, konnte wickeln oder Füttern wann es nötig war und den Rest der Nacht IN RUHE SCHLAFEN! Die Kinder haben sich nicht gegenseitig gestört und es wurden nicht auf einmal gleich 3 Menschen wach, wenn einer weinte. Ich kann das jedem nur ans Herz legen, vor allem euch Müttern. Die Tage sind anstrengend genug und die Nächte sind auch oft mit 1 Kind nicht leicht. Je mehr Hilfe man kriegen kann umso besser ist es. Spart so viele Kräfte bzw. Energie wie möglich, denn…
  • 04Der Schlafmangel wird mit den Jahren nur bedingt besser. Das ist wohl besonders individuell, da der Schlafrhythmus jedes Kindes total unterschiedlich ist. Bei uns war das 1.Jahr eigentlich ganz okay, 2-3 x hatten sie nachts Hunger. Als sie dann durchschliefen, dachten mein Mann und ich ganz naiv, dass wir es überstanden hätten und sahen es als ganz normal an, wieder richtig schlafen zu können. Wir hätten diese Zeit total genießen müssen, denn sie war einzigartig. Monatelang hatten wir nachts Ruhe, die Kinder schliefen komplett durch (außer wenn sie krank waren natürlich) und schliefen auch alleine ein. Ich machte sie fürs Bett zurecht, legte sie in ihre Schlafsäcke, machte ihnen Einschlafmusik an, dimmte das Licht, küsste sie – und ging einfach hinaus. Tja, das waren schöne Zeiten. Irgendwann wollen die Kinder nicht mehr alleine einschlafen, sie entwickeln Ängste, bekommen ein räumliches Bewusstsein, werden anhänglicher. Sie wollen nicht mehr im Gitterbett eingesperrt sein, finden den Schlafsack blöd und schlafen alleine überhaupt noch blöder. Sie kommen nachts ins Elternbett, wollen nachts auch gerne mal spielen, haben Alpträume oder etwas von ihrem Tag zu verarbeiten. Die Liste der Gründe ist sehr lang und deren Fazit ist Punkt 3: spart eure Energien und schlaft so viel ihr könnt!
  • 05Ich bin eine Glucke und total empathisch. Ich habe in diesem Blog schon oft darüber geschrieben, dass ich es nicht gelernt habe, die Kinder loszulassen. Aber, wenn es eure Kinder zulassen und sie nicht fremdeln, holt euch eine Babysitterin oder die Oma ins Haus und schafft euch Freiräume! Gleich von Anfang an. Meine Tochter und mein immer zu großes Mitleid haben es bei mir nie zugelassen und ich habe dadurch nie die Kurve gekriegt – und es oft bereut. Zum Teil hat auch meine Ehe sehr darunter gelitten. Neben all dem Kinderkram muss auch mal Platz dafür sein, nur die Ehefrau zu sein und nicht die Mama.
  • 06Hört auf euer Bauchgefühl! Schafft euch nicht zu viele Kinder-Ratgeber an, die dann doch nur im Schrank verstauben. Man bekommt im Laufe der Zeit viele gut gemeinte Ratschläge, meistens von Menschen die keine Kinder haben, die wissen es immer am besten. Der beste Ratgeber wird aber immer euer eigenes Bauchgefühl sein.
  • 07Strukturiert eure Wochen, schafft Abwechslung. Das fördert nicht nur die Kinder sondern tut auch der Mama-Seele gut. Ich gehe seitdem die Kinder das Laufen gelernt haben mit ihnen zum Kinderturnen und in den Musikgarten. 2 Nachmittage in der Woche haben wir dadurch eine feste Struktur und lernen andere Kinder und Mütter kennen. Wir lernen viel, und auch wenn es oft anstrengend ist sind diese Tage sehr kurzweilig.
  • 08Strukturiert eure Wochen, schafft Abwechslung. Das fördert nicht nur die Kinder sondern tut auch der Mama-Seele gut. Ich gehe seitdem die Kinder das Laufen gelernt haben mit ihnen zum Kinderturnen und in den Musikgarten. 2 Nachmittage in der Woche haben wir dadurch eine feste Struktur und lernen andere Kinder und Mütter kennen. Wir lernen viel, und auch wenn es oft anstrengend ist sind diese Tage sehr kurzweilig

Zuerst veröffentlicht auf Zwillinge-Blog

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