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Kolumnen

Zeigt her Eure Füßchen – oder lieber doch nicht.

 

Achtung, heute könnte es ein wenig absurd werden. Aber trotzdem liegt mir das Fuß-Thema am Herzen, da es mich im Sommer schier zur Verzweiflung bringt und mitunter spontanen Würgereiz hervorruft.

Nein, ich kann da nichts dafür – das ist so ein Reflex, und ich halte mich diesbezüglich für ziemlich normal. Dabei bin ich bei Haaren, Gesicht, Hände oder Kleidung in der schmuddelig und ungepflegten Ausführung sehr tolerant. Dreck und Klamotten sind waschbar und gegen das Müffeln (beispielsweise in der Straßenbahn) kann man perfekt durch den Mund einatmen oder so einen Parfüm-Test-Streifen dezent aus der Hosentasche ziehen und immer mal zur Entspannung der Nasenschleimhäute daran riechen. Ich fühle mich zwar belästigt, aber nicht in gravierendem Maße angeekelt.

Bei Füßen ist das irgendwie anders. Füße sind schwierig. Nicht, dass ich gegen diese uns tragenden Körperteile, die ich liebend gern partiell in rot, blau oder lila bemale, per se etwas hätte. Aber sie müssen ordentlich sein. Gepflegt. Und gepflegt ist nicht, wenn Dr. Henry Frankenstein scheinbar höchstpersönlich im Labor aktiv war und mir mein Gegenüber unten herum gelb und rissig, dreckig, herausgewachsen, entzündet, verkrustet und völlig aus der Form entgegenkommt. Aber offensichtlich herrscht landläufig die Meinung, Sandalen sind Pflicht – egal wie der Inhalt aussieht.

Und scheinbar tragen Menschen mit besonders schrecklichen Füßen schrecklich gern offene Schuhe. Warum eigentlich? Da braucht man keinen Rummel und keine Gruselbahn – monströs läuft es einem vielfach über den Weg. Aber ich würde unwahrscheinlich gern verzichten, denn der Anblick verfolgt mich. Noch Stunden später sehe ich die miefigen Treter in grau und gelb vor meinem inneren Auge, was den Appetit nicht gerade steigert. Vielleicht eine neue Herangehensweise für die Sommerdiät, die ich ja auch noch angehen wollte? Wenn doch der Bäcker nur nicht so ideal auf meinem Weg läge und die Verlockung nach Eis nicht so unmenschlich groß wäre. Es braucht Disziplin!

Dabei sind schöne Füße viel einfacher als abnehmen. Da reichen ein stetes Bemühen und ein paar Minuten wöchentlich.
Ein wenig Zitronensäure glättet die Nagelhaut und ein Tupfen Olivenöl aus der Küche regeneriert die Nagelvitalität. Das ist übrigens auch pilzhemmend – schließlich wird man ja gerade mit Werbung diese Art bombardiert, was ich genauso unpassend finde wie Blasenschwäche-Einlage-Filmchen, in denen Wassermassen symbolisch dargestellt werden. Achso, etwas Rhizinusöl hilft hervorragend bei weichen und brüchigen Nägeln – aber bitte nicht als Erfrischungsgetränk genießen sondern lediglich einen Teelöffel mit etwas Zitronensaft verrühren und äußerlich auftragen.

Klar haben Männerfüße dann immer noch affenartige Puschel auf den Zehen, aber wenn das Umfeld stimmt, sind die Puschel zu übersehen. Schließlich hat Rasierer und Wachs schon so genug zu tun, da darf es unten ruhig etwa wilder sein.

In der Hoffnung weiterhin weniger Ekelfüße sehen zu müssen…

 Ihre/Eure Sabine Henriette Schwarz

 Pe es;

Ich muss im Vergleich zu diesen großen ungepflegten Flossen gerade an die lieblich kleinen Babyfüße denken… Waren sie nicht herzallerliebst mit den zuckersüßen perlenähnlichen Zehen – und so lecker. Wie schön gluckste das kleine vier oder fünf Kilo Menschlein, wenn man daran pustete, gespielt hineinbiss und Küsschen verteilte. Schade, dass die Zeit endlich ist….

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