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Schule

Youtube für die Schule?

Wie lernt Ihr heute? So die Frage an Schülerinnen und Schüler einer neuen Studie, die u.a. den Einfluss der Digitalisierung erforscht.

Das Ergebnis: Audiovisuelles Lernen in Form von Webvideos ist für Teens zwischen 12 und 19 Jahren enorm wichtig und ein selbstverständlicher Teil ihres Alltags. Die Video-Plattform YouTube ist mit einer Nutzung von 86% eine vielbenutzer Kanal. 47 % der Schüler) helfen sich mit Erklärvideos und finden hier Unterstützung beispeilsweise für Hausaufgaben oder Prüfungen, aber auch für kreative Fächer wie Kunst, Musik, Kunst, Theater oder für AGs gibt es bei YouTube viele Inspirationen, die gern genutzt werden. Ergo: die ursprüngliche Bildungssituation verändert sich.

Dabei ist YouTube ja nicht primär als Bildungsmedium eingerichtet, hat aber, wie die Studie belegt, eine unerwartet hohe Bedeutung für den Bildungsbereich gewonnen. „Eine wichtige Schlussfolgerung aus der Studie ist, dass man dieses Medium nicht ignorieren darf. YouTube ist primär kein pädagogisches Medium, aber es ist tatsächlich inzwischen ein weiteres, wichtiges Lern- und Bildungsmedium, das die Bildungslandschaft im Ganzen berührt und verändert. Es ändern sich die Übungsformen der Schüler und damit auch die Voraussetzungen von Unterricht insgesamt. Man kann, wenn man das Medium schulseitig bewusst einsetzt, Unterricht anders aufbauen und auf diese Weise mehr Platz für individuelle Fragen und für Reflexion im Unterricht finden. Und man kann sich zur pädagogischen Eigenproduktion audiovisueller Medien anregen lassen“, sagt Prof. Eckart Liebau, Vorsitzender des Expertenrates.

Was aber sagen die Lehrer dazu?

Philipp Wartenberg ist Realschullehrer in Düsseldorf und wurde hierzu befragt:

Philipp Wartenberg Youtube hat das Fernsehen komplett abgelöst. Die Jugendlichen gucken Videos nur noch auf dieser Plattform und hören übrigens auch den Großteil der Musik darüber. Wie finden Sie das?

Wartenberg: Ich finde nicht, dass irgendetwas gegen diese Entwicklung spricht. Wir haben in den 1980er Jahren ferngesehen, die Jugendlichen heute gucken eben Youtube. Außerdem hat es einen großen Vorteil: Youtube ist wie ein Zweit-Lehrer zu Hause. Früher mussten die Schüler alles aus dem Unterricht mitnehmen. Wenn sie einen schlechten Tag hatten, Streit in der Familie oder mit Freunden und nicht mitgekommen sind, war das ein Problem. Heute gehen sie nach Hause, suchen sich auf YouTube das entsprechende Erklär-Video und können das auch noch so oft zurückspulen, bis sie alles verstanden haben.

Beziehen Sie Youtube auch konkret im Unterricht ein?
Wartenberg: Ja, sehr viel sogar. Ich unterrichte Deutsch und Erdkunde in der Mittelstufe. Wenn ich ein Arbeitsblatt mit einem Lückentext an die Schüler gebe, und zum Beispiel indirekte Rede geübt werden soll, füge ich am Ende des Blattes einen QR-Code ein. Den können die Schüler mit dem Handy scannen und sich dann zu Hause ein Youtube-Video zum Thema indirekte Rede ansehen.

Machen andere Kollegen das auch?
Wartenberg: Es gibt sehr gute Erklär-Videos zu Mathematik auf Youtube. Die Mathe-Lehrer an der Schule geben deshalb gerne Hausaufgaben, die solche Videos integrieren.

Das hört sich sehr fortschrittlich an.
Wartenberg: Fortschrittlich? Ich finde, das ist nur zeitgemäß. Wir müssen mit dem arbeiten, was die Jugendlichen anspricht. Und ich sehe nicht, wieso die Inhalte auf Youtube schlechter sein sollten als andere. Ich kenne viele Lehrer, die eigene YouTube-Kanäle haben. Und es gibt viele Tools, mit denen wir die Videos in Lernmaterial integrieren können. Mit der Plattform „Learning Snacks“ etwa kann man Aufgaben rund um solche Videos erstellen. Das Video hält dann zwischendurch an, und die Schüler müssen beispielsweise Grammatik-Fragen dazu beantworten.

 


(Auszüge von https://rp-online.de, Studie: „Jugend/YouTube/Kulturelle Bildung“. Horizont 2019)


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