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…über das Wünschen – Wünsche von Kindern und Eltern

Über das Wünschen

Gewünscht wird immer. Immer gibt es ein Begehren oder Verlangen. Immer möchte man eine Sache oder eine Fähigkeit haben.
Man strebt nach etwas oder hat zumindest die Hoffnung, dass sich etwas ändert oder man ein Ziel erreicht. Dabei ist das Wünschen dem Willen ganz nah, wie auch immer dieser Wille ausgedrückt wird: ein wenig schmeicheln, ein bisschen lächeln, ein Küsschen, mit einem bösen, bockigen Gesicht, mit Wutausbrüchen oder dem kurzfristigen Verstummen. Man möchte etwas. Aber was?

Deshalb werfen wir einen Blick auf die Wünsche von Kindern und Eltern – jenseits der Spielzeuge und jenseits  von weihnachtlichen Geschenkebergen.

Wie Kinder die Welt sehen… (nach Iconkids, Studie, befragt wurden 6-12jährige)

Auch wenn es nicht neu ist, 76% der Kinder möchten vor allem eins: mehr Zeit mit ihren Eltern verbringen. 42% fühlen sich manchmal allein und wünschten sich mehr Gesellschaft. Und ebenfalls die knappe Hälfte der Kinder sind manchmal traurig oder wütend ohne wirklich zu wissen warum. Vielleicht liegt es daran, dass der Alltag den Kids heutzutage einiges abverlangt. Immerhin gaben

46 Prozent der Kinder an: „Vor lauter Lernen habe ich kaum noch Zeit für andere Dinge, die ich gerne mache“. Zukünftig mehr gute Freunde wünschen sich nach einer Umfrage des Instituts icon kids & youth gleich 36% aller Sechs- bis Zwölfjährigen, und ein Drittel möchte „dass die Eltern mir mehr zutrauen und ich mehr selbst machen darf“.

Aber nicht nur die wenige gemeinsame, freie Zeit und das Thema Freunde ist schwierig, auch die Kinderfreundlichkeit lässt in der Tat zu Wünschen übrig. Ganze 71% der Kinder haben das Gefühl, abgelehnt zu werden, so dass sie sagten: „Es gibt viele Erwachsene, die keine Kinder mögen und sich von ihnen gestört fühlen.“ Harter Tobak, der uns auch 2016 begleiten wird.

Umso wichtiger, dass man im Kleinen trotz Stress und Zwängen nicht das wesentliche aus den Augen verliert: das Kind, die eigene kleine Familie als Hafen, als Rückzugsort für die Wurzeln….

wecker
Waren Kinder vor über 40 Jahren anders? Was Kinder wollen….
Eine Denkschrift von 1963 der International Study Group zum Vergleich

Betrifft: Mich:
  • Verwöhne mich nicht. Ich weiß ganz gut, dass ich nicht alles haben sollte, worum ich dich bitte. Ich prüfe dich nur.
  • Habe keine Angst „fest mit mir zu sein“: Es ist mir lieber, ich weiß dadurch woran ich bin.
  • Wende keine Gewalt bei mir an. Sonst lerne ich, dass es nur auf Gewalt ankommt“ Ich lasse mich ohne Gewalt viel bereitwilliger führen.
  • Sei nicht inkonsequent. Dies verwirrt mich so, dass ich um so mehr versuche, wo ich kann, meinen Willen durchzusetzen.
  • Mache keine Versprechungen, denn vielleicht kannst du sie nicht einhalten. Dies würde mein Vertrauen in dich entmutigen.
  • Falle nicht auf meine Herausforderungen herein wenn ich Dinge sage und tue, nur um dich aufzuregen, Denn sonst werde ich versuchen, noch mehr solche „Siege zu erringen“.
  • Rege dich nicht allzu sehr auf, wenn ich sage, „ich hasse dich“. Ich meine es nicht so, aber ich möchte, dass es dir leid tut, was du mir angetan hast.
  • Lasse mich nicht kleiner fühlen, als ich bin. Dafür benehme ich mich dann wie ein „großes Tier“.
  • Tue nichts für mich, was ich selber tun kann. Denn sonst bekomme ich das Gefühl“ ein Baby zu sein, und ich könnte dich auch weiterhin in meine Dienste stellen.
  • Sei vorsichtig, dass mein schlechtes betragen mir nicht eine Menge Aufmerksamkeit einbringt. Dies würde mich nur ermutigen, meine schlechten Angewohnheiten beizubehalten.
  • Rüge mich nicht in Gegenwart anderer. Es macht auf mich einen viel größeren Eindruck, wenn du ruhig unter vier Augen mit mir sprichst.
  • Versuche nicht, mein Benehmen noch während der Aufregung mit mir zu besprechen. Aus irgendwelchen Gründen ist mein Gehör zu dieser Zeit nicht sehr gut, und meine Mitarbeit ist sogar noch schlechter. Es ist in Ordnung, das Erforderliche zu unternehmen, aber lass uns erst später darüber sprechen.
  • Versuche nicht mir Predigten zu halten. Du wärst erstaunt, wie gut ich weiß, was Recht und Unrecht ist.
  • Gib mir nicht das Gefühl, dass meine Fehler Sünden seien. Ich muss lernen. Fehler zu machen ohne das Gefühl, dass ich nicht gut bin.
  • Nörgle nicht: Wenn du es tust, muss ich mich davor schützen indem ich taub erscheine.
  • Verlange keine Erklärungen für mein schlechtes Benehmen. Ich .weiß wirklich nicht, warum ich es tue.
  • Setze meine Ehrlichkeit nicht allzu sehr auf die Probe. Ich bekomme leicht Angst, so dass ich dann Lügen erzähle. Vergiss nicht, dass ich gern Dinge ausprobiere. Ich lerne davon; bitte gewöhne mich daran.
  • Schütze mich nicht vor unangenehmen Folgen. Es ist nötig, dass ich aus Erfahrung lerne.
  • Beachte meine kleinen Wehwehchen möglichst wenig. Wenn ich zuviel Aufmerksamkeit für sie bekomme, kann ich lernen, Vorteile in der Krankheit zu sehen.
  • Weise mich nicht ab, wenn ich ehrliche Fragen an dich richte. Sonst werde ich dich nicht mehr fragen, sondern anderswo Belehrung suchen.
  • Gib nur auf dumme oder bedeutungslose Fragen keine Antwort. Ich möchte nur, dass du dich mit mir beschäftigst.
  • Glaube nicht, dass es unter deiner Würde ist, dich bei mir zu entschuldigen. Eine ehrliche Entschuldigung gibt mir ein überraschend warmes Gefühl für dich.
  • Lege es mir nicht nahe zu glauben, dass du vollkommen oder unfehlbar bist. Diesem Standard entsprechend zu leben, wäre zu viel für mich.
  • Mach dir keine Sorgen, wenn du nicht allzu viel Zeit für mich hast. Es kommt darauf an, wie wir die Zeit, die du hast, miteinander verbringen.
  • Meine Ängstlichkeit darf dich nicht ängstlich machen, denn sonst werde ich noch ängstlicher. Zeige mir Mut.
  • Vergiss nicht, dass ich ohne viel Verständnis und Ermutigung nicht gedeihen kann. Aber ich glaube, dass ich dir das nicht zu sagen brauche.
  • Behandle mich genau so, wie du deine Freunde behandelst, dann werde ich dein Freund sein.
  • Denke daran, dass ich vom Beispiel mehr lerne als von der Kritik.



Vater mit Sohn am Strand

Und was sagen 12 – 18jährige? Was möchten die Schüler am meisten und was wollen die Eltern?

Harvard University in Cambridge befragte 10.000 Kinder und Jugendliche mit überraschenden Ergebnissen

Alles drehte sich um drei wesentliche Wünsche der Schüler. Wollen sie für andere da sein? Wollen sich lieber gute Leistungen oder möchten sie gern glücklich sein? Das Team um Studienleiter Richard Weissbourd musste ein desillusionierendes Ergebnis hinnehmen.

Nur 20 Prozent der Schüler fanden es am wichtigsten, sich um ihre Mitmenschen zu kümmern. Für die Hälfte zählte dagegen vor allem Leistung, für weitere 30 Prozent das eigene Wohlbefinden.  „Die Werte sind ins wanken geraten.“ So Weissbourd und das liegt seiner Meinung nach vor allem an den Eltern, die ihre eigenen Bedürfnisse unbeachtet lassen. Stattdessen tun sie alles, immer , überall für ihre Kinder – Kinder ohne richtiges Maß scheinen das Ergebnis zu sein.

Dabei sind die Wünsche der Eltern an ihre Kinder immer noch sehr traditionell geprägt.

Glücklich sollen die Kinder sein. 64 Prozent aller Eltern sehen das als wichtigstes Ziel für ihr Kind. Im Vergleich dazu: 30 Prozent wünschten sich eine erfolgreiche Karriere für den Nachwuchs. (83 Prozent der Eltern haben bereits einen bestimmten Berufswunsch für ihr Kind im Kopf. Dabei haben die Götter in Weiß nicht an Attraktivität verloren: Arzt ist die Top-Nennung mit 19 Prozent, gefolgt von Ingenieur mit elf Prozent und Computerwissenschaftler mit acht Prozent.)

Chirurg

Unfreundliche Egoisten als nächste Generation will niemand, am wenigsten die Eltern selbst, weshalb vom  „Making Caring Common“-Projekt ein paar Tipps gegeben werden:

1. Fürsorge praktizieren

„Hilfsbereitschaft, Dankbarkeit auszudrücken und auf andere Menschen zuzugehen, kann man genauso üben wie Hausaufgaben oder ein Instrument“, sagt Weissbourd.

Was es dafür braucht:

  • Verantwortung übertragen, z.B. Hilfe im Haushalt
  • Engagement fordern und fördern, wie im Tierheim der Stadt..
  • Raum für Dankbarkeit schaffen, so sollten sich Kinder bewusst sein, dass nichts alles selbstverständlich ist
2. Neue Perspektiven üben

Man kann nur fürsorglich sein und sich kümmern, wenn man befähigt ist, sich in andere Menschen hinein zu versetzen.  Auch das will geübt werden, erklärt Weissbourd. Sein Team rät zum „Heranzoomen“ an die Gefühle und Bedürfnisse der Menschen in unmittelbaren Umgebung. So kann man auch den Blick trainieren, um Menschen des Alltags nicht zu übersehen. – egal ob Kassiererin, die Nachbarin oder die Erzieherin. Jeder hat gute und schlechte Tage…

Was es dafür braucht:

  • auf Höflichkeit im Umgang mit Fremden achten
  • das Sprechen über die Gefühle und Bedürfnisse Dritter – gut gelingt dies durch Filme oder Bücher.
3. Werte konsequent vorleben

„Eltern müssen das, was sie predigen, natürlich auch selbst praktizieren“, sagt Weissbourd.

Was es dafür braucht:

  • Eltern, die zuhören, fair sind, sich für andere einsetzen und selbst so handeln, wie sie es als wünschenswert für sich selbst sehen
4. Kindern dabei helfen, mit negativen Gefühlen zurecht zukommen

„Sich schlecht zu fühlen, ist okay, aber Kinder müssen lernen, mit diesen Gefühlen so umzugehen, dass sie dabei andere nicht verletzen“, sagt Weissbourd.

Was es dafür braucht:

  • mit Kindern Techniken und Handlungsweisen üben, die man in einer emotionalen Krise einsetzen kann – entgegen dem Schlagen, Brüllen, ich-werfe-mich-auf –den-Boden (das ist ein weites, sehr weites Feld, aber Kinderyoga, tiefes Atmen, Schreien im Park, um den Frust los zu werden, uva können helfen

Reisen

Mehr Infos zum Thema und zu Weissbourd findet Ihr hier:

http://mcc.gse.harvard.edu/

http://www.hsbc.com/news-and-insight/2015/higher-ambitions


The Parents We Mean To Be: How Well-Intentioned Adults Undermine Children’s Moral and Emotional Development


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