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Kolumnen

Willkommen und auf ein Neues!

Es war und ist vorbei. Diese vorweihnachtliche Kinderfreude, die sich von Tag zu Tag steigerte, bis nur noch zwei nervös hüpfende, stetig überdrehte Gummibälle vorhanden waren. Die dauernden Nachfragen zu Weihnachtsmann und Christkind. Die Stapelung an Terminen – egal ob Weihnachtsmarkt, Weihnachtsfeier, Weihnachtssingen, Weihnachtsbacken oder Weihnachtstheater. Lichterglanz und Kerzenschein. Heiße Schokolade und Punsch. Pfefferkuchen und Christstollen in gar nicht gemäßigten Mengen. Hier noch ein Schokoweihnachtsmann vom Nachbarn, dort noch ein Pfefferkuchen im Kino.

Auch jetzt stapeln sich noch auf unserem Tisch die Inhalte von liebgemeinten Postwurfsendendungen, die viel zu viel an Süßem und Buntem, mitunter auch ganz schön viel Unnützes zu Tage gebracht haben. Aber die Freude war groß. Ist das nicht die Hauptsache?

(Mit weniger wäre sie sicher auch groß gewesen, aber leider haben die Großeltern meine strategisch ausgeklügelten Geschenkepläne vereitelt. Statt Bibi und Tina-Konzert von der einen Seite und einem Schwimmkurs von der anderen, gab es dazu noch einen riesenhaften Sack, gefüllt mit Spielzeug, Schokolade, Handschuhen, Ohrenwärmern, Aufklebern, Krimskrams per se. Ich dachte, die Flut eindämmen zu können, aber sie kam über uns. Meine reduzierte Planung nur ein kleiner Zapfen im ewigen Eis, so dass es fast schon ein Glücksfall war, nach den Feiertagen in eine wirklich reduzierte kleine Hütte im Schnee aufzubrechen.)

Danach Flucht. Weg von all den Terminen, Besuchen, Geschenken. Weg von diesem nasskalten Grau, dass sich ungemütlich auf die Pudelmütze und das Gemüt gelegt hat. Dafür ein wenig Winterwonderland und Berge. Unvorstellbar und versteckt nach sechs Stunden ungeduldiger Fahrt. Hunger. Müde. Schnee. Und noch einmal große Freude, die jedoch erst einmal schnell nachließ. Schnee ist kalt, naa und mitunter glatt. Viel Schnee ist noch kälter, noch nasser, glatter. Der eisige Hauch des Winters, den nassgraue Großstadtkinder nicht kennen und ich auch schon fast vergessen hatte. Wie sollte man sich auch erinnern, wenn die letzte anhaltende, geschlossene Schneedecke Jahrzehnte her und nur noch eine idyllische Erinnerung an Kindertage ist? Aber: man gewöhnt sich daran. Die Kälte wird annehmbarer dank ausgeklügelter Heißer-Tee-Strategien, wollender Unterhose und einem Ofen, den man früh einheizt und wieder zurück ins Bett springt. Dreißig Zentimeter. Eiszapfen auf der Veranda und in der Tat Kinder, die erst einmal ordentlich Schlitten fahren lernen müssen. Klar, gern. Nur her mit dem Gefährt, dass nach einer ordentlichen Sandpapierkur der Kuven besonders flink war. Vielleicht ist es da auch mit mir ein wenig durchgegangen – vielleicht…

Aber alles Vergnügen endet. Das Grau hat uns wieder. Bewaffnet mit Brotbüchse und Terminen suche ich noch meinen Schwung und der frischen Motivation im frischen neuen Jahr. Noch schläft sie und kann sich nicht so recht aufraffen.
Ein schöner Gedanke, dass sie auch 2019 wieder da sein werden – die schönen Momente, die einen weiter tragen. Frühlingssonne. Geburtstagstorte, ein stürmisches in-die-Arme-fliegen-des Kindes, ein-ich-liebe-Dich, das erste draußen Frühstück, Anbaden, Angrillen, Ankuscheln. Ist doch egal, dass es noch so grau ist, wir machen es uns einfach bunt!

In diesem Sinne, auf ein buntes 2019 – mit so vielen schönen Momenten wir möglich.

Ihre/Eure Sabine Henriette Schwarz


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