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Wieso müssen Kinder sterben? Kinder werden in Deutschland einfach nicht genug geschätzt….

Oder wie ist sonst zu erklären, dass die Schulgebäude derart marode sind, dass der Tarifabschluss im sozialen Bereich so aussieht wie er aussieht oder die Mitarbeiter in Jugendämtern so viele Fälle auf dem Tisch haben, dass eine ordentliche Betreuung nicht mehr möglich ist? Wie sieht es also aus im Sozialstaat Deutschland, wo Kinder und Senioren gleichermaßen benachteiligt werden und Kinderschutz an den finanziellen Mitteln scheitert. Die Journalistin Petra Boberg wirft einen dramatischen Blick hinter die Kulissen.

So sind die Jugendämter in Deutschland stark unterbesetzt. Es herrscht Zeit und Geldmangel, was sich in der Beschäftigungszeit des Jugendamtsmitarbeiters zeigt: maximal eine Stunde mit Eltern und Kindern aller sechs Monate. Kein Wunder also, wenn man durchs Netzt fällt wie die kleine Lilly und Misshandlungen nicht erkannt werden.

Mehr als 20.000 schwere Misshandlungen von Kindern gibt es laut Statistik  jährlich. Für 143 Kinder endete ihr Leidensweg im vergangenen Jahr tödlich

Knapp zwei Drittel der Arbeitszeit werde für die Dokumentation der Fälle benötigt, die etwa für Familiengerichtsverfahren sehr wichtig sei: „Und das führt auch dazu, dass viele Sozialpädagogen über kurz oder lang auch aufgeben, weil die Arbeitsbedingungen wirklich so schlecht sind. Fast 40 Prozent der Mitarbeiter in deutschen Jugendämtern bleiben laut dieser Studie höchstens drei Jahre auf ihrer Stelle“, so Boberg. Es fehle in den Jugendämtern zudem an Diensthandys oder Dienstwagen: „Wir haben in Hessen mit Jugendamtsmitarbeiterinnen gesprochen – da gibt es für 100 Mitarbeiter ungefähr zwei Dienstwagen.“

Die Forderung ist klar: mehr Geld in die Kinder- und Jugendhilfe, damit die Mitarbeiter statt 100 Fällen nur noch die empfohlenen 35 auf den Tisch haben. 16.000 Stellen fehlen demnach. Und auch die hochmotiviertesten, aufmerksamsten Kollegen können sich nicht zerteilen. Bis dahin bleiben die Familien und Kinder auf der Strecke und die Mitarbeiter kämpfen gegen Windmühlen. Das kann doch aber nicht der Ansatz sein… fragt auch Petra Boberg in ihrer erschütternden, ehrlichen Doku: Opfer ohne Stimme“

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