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Familie und Leben

Wie viel Nadeln gibt’s eigentlich am Tannenbaum?

Wenn Kinder nach dem warum, wieso, weshalb fragen, ist das prima. Sie sind interessiert und entdecken ihre Welt. Große Klasse. Dumm nur, dass man als Eltern manchmal so schnell gar keine ordentliche Antwort parat hat. Das scheint auch bei Claudi, Mama von vier Kids nicht anders zu sein, wenn sie in große Kulleraugen schaut und nach passenden Antworten sucht. Bei dieser einen Frage zu den Nadeln, kann sie helfen. Danke Claudi.
 

„Fangen wir damit an, warum wir uns überhaupt nadelnde Bäume in die Wohnung stellen…

Grüne Pflanzen galten tatsächlich bereits in der Antike als Symbol für Gesundheit und Lebenskraft. Bei den Römern war es der Lorbeerzweig oder -kranz, die Germanen hängten sich sogar schon Tannenzweige ins Haus, um böse Geister abzuwehren. Auch der Maibaum und der Richtbaum beim Hausbau gehen auf diesen Brauch zurück. Die ersten richtigen Tannenbäume gab es im Elsass in den Häusern reicher Bürger. Im Jahr 1539 wurde erstmals vor dem Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt.
 
Geschmückt waren diese ersten Tannenbäume mit Papier- oder Strohsternen, Äpfeln und Zuckergebäck, das von den Kindern an Weihnachten geplündert werden durfte. Im Jahr 1661 soll Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien zum ersten Mal Kerzen an einem Tannenbaum befestigt haben. Die ersten Tannenbäume gab es früher nur in reichen Adelshäusern, die weniger Wohlhabenden stellten höchstens ein paar Zweige auf.
 
Die größten Anbauflächen für Weihnachtsbäume in Deutschland liegen übrigens in Schleswig-Holstein und im Sauerland. Die allermeisten Weihnachtsbäume, die bei uns verkauft werden, stammen aber aus Dänemark.
 
Und: Forschern im Botanischen Institut in Kopenhagen soll es gelungen sein, eine „Supertanne“ gezüchtet zu haben.

Angeblich handelt es sich um Nordmanntannen mit der Fähigkeit, Wasser besonders gut zu speichern, um lange frisch zu bleiben und weniger brandgefährlich zu sein. Besonders gerade wachsen sollen sie – jede Menge krummer Weihnachtsbäume wandern auf den Plantagen nämlich leider oft ins Feuer als auf den LKW.

Die gefragteste Größe für Christbäume in Deutschland liegt laut Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bei 160 bis 175 Zentimetern (also jeweils ungefähr so groß wie Mama und Papa). Solche Bäume sind etwa 8-12 Jahre alt, wenn sie „geerntet“ werden.
 

Na, und wie viele Nadeln hat so ein Tannenbaum nun?

Die Redakteure der WDR-Sendung Quarks und Co haben nachgezählt und kamen auf 178.333 Nadeln bei einer 1,63 Meter hohen Tanne. Ein Gärtner aus Braunschweig kommt dagegen auf eine sehr viel höhere Zahl, nämlich auf 2 800 130. Werner Behm aus Braunschweig hat dafür alle Nadeln seiner etwa 2,20 Meter hohen Fichte gesammelt, 1000 Nadeln abgezählt, gewogen und auf dieser Basis die Nadelzahl ermittelt.
 
Falls ihr noch ein wenig Gesprächsstoff für all die Adventkaffeeklatsche und Weihnachtsfeiern braucht:

Wusstet ihr, dass es bei Christbäumen FÜNF verschiedene Steuersätze gibt? Je nachdem, was für einen Baum ihr kauft, wo und bei wem? Falls ihr euch für einen Plastikbaum entscheidet, werden 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Ist ein Baum zufällig im Wald gewachsen, kommen 5,5 Prozent Mehrwertsteuer drauf. Auf Bäume von Plantagen fallen 10,7 Prozent Steuer an, im Baumarkt werden 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig.

Verkauft ein Bauer seine Weihnachtsbäume selbst, wird’s kompliziert. Ist er ein sogenannter Optionsbauer, werden 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig, bei pauschalierenden Bauern fallen bei selbst angepflanzten Bäumen 10,7 , bei forstwirtschaftlichen 5,5 und bei nicht selbst angepflanzten Bäumen auch 10,7 Prozent an – allerdings nur solange der Weihnachtsbaumverkauf nicht mehr als 20 Prozent des Gesamtumsatzes des Hofladens ausmacht. Von Privatleuten könnt ihr einen Weihnachtsbaum steuerfrei kaufen – allerdings nur, wenn derjenige nicht mehr als 140 Bäume pro Jahr verkauft.“


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