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Wie gut bereitet die Schule wirklich aufs Leben vor?

Rechnen, Lesen, Geschichte und Co. In der Schule lernen wir eine Menge, behalten unser Wissen jedoch selten länger, als bis zur nächsten Klausur. Sogenanntes Bulimie-Lernen und Schulangst lassen einige allmählich an der Effektivität unseres Schulsystems zweifeln und viele fordern eine Änderung dieses. 

 

Ein Neurobiologe über Entlastung der Schule

Ebenso Prof. Dr. Gerald Hüthner, Neurobiologe und Coautor des Buches „#Education For Future“. Er ist der Meinung, es wäre für Alle besser, wenn die Schule nicht mehr so schrecklich ernst genommen werden würde. Statt Kinder mit Wissen zuzuschütten, sollte die Schule lieber unseren Nachwuchs mit Bildung für ein gelingendes Leben ausstatten, doch dies sei eine Aufgabe, die unsere Bildungseinrichtungen nicht alleine schaffen könnten.

 

Guten Noten bereiten nicht aufs wirkliche Leben vor.

Wenn Eltern gute Noten von ihren Kindern verlangen, dann oft nur, weil sie für deren Zukunft nur das Beste wollen. Sie kennen es eben nicht anders aus ihrer Schulzeit und können sich deshalb nur schlecht vorstellen, dass dieser Weg nicht unbedingt der Beste für ihre Kinder ist. Umso wichtiger ist es für sie, etwas Abstand zu dem Thema zu gewinnen und sich zu fragen, was denn wirklich wichtig ist, für ein erfülltes Leben.

Denkt man eine Weile darüber nach, ist die angeborene Freude Neues zu entdecken und auszuprobieren, die Fähigkeit, verlässliche Begleiter in seinem Leben zu finden und seine eigenen Talente auszubauen und zu nutzen viel wertvoller, als jedes eingehämmerte Wissen, das kaum die Prüfung übersteht.

 

Doch wie sollte Bildung sich stattdessen entwickeln?

Laut Hüthner benötige alles, was man für das Leben lernen müsse, keine Noten. Wichtig sei u. a. die Entwicklung der exekutiven Frontalhirnfunktion. Diese beinhaltet Fähigkeiten, wie Planung, Folgen des eigenen Handelns abzuschätzen und die Impulskontrolle bei negativen Gefühlen. Dazu kommen Einfühlungsvermögen und Mitgefühl, sowie das Vermögen, sich selbst zu hinterfragen und sich auf Neues einzulassen. Mit anderen Worten: alles Eigenschaften, die Kinder für ein gutes Leben ausrüsten und gesunde Beziehungen einzugehen, mit denen es aber nicht geboren wird.

Es muss sie lernen und dazu muss ihnen die Möglichkeit und die Zeit gegeben werden, sich gesellschaftlich auszuprobieren und zu erproben. Denn die das wirkliche Leben ist, lernt man nur im wirklichen Leben.

 

Ein anderes Schulsystem

Um dies zu erreichen, würde der Neurobiologe das Lehrpersonal von allem entlasten, was es gar nicht leisten kann, aber momentan noch von ihm verlangt würde. So würden Schulen genau das leisten, wofür sie da seien: Aufbewahren, Ausbilden und Selektion. Es würde also auf die Schüler aufgepasst, während sie all das lernen würden, was sich mit Belohnung und Bestrafung erlernen ließe und sie würden nach individuellem Talent weiter gefördert werden.

 

Ein kleiner Schritt in die richtig Richtung

Um dem etwas näher zu kommen und unseren Kindern mehr Zeit zu geben, sich selbst auszuprobieren und die eigenen Stärken herauszufinden, benötigt es genug Zeit. Dazu würde es vorerst reichen, der Schule nicht zu viel Gewichtung zu geben. Nähmen wir Schule etwas lockerer, hätte unser Nachwuchs auch weniger Stress und könnte sich freier entfalten und ausleben.


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