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Wie gesund lebt Eure Familie? Ein Ausflug in die Welt von Kneipp

 

Schnupfen, Husten, Heiserkeit, ein wenig Magen- Darm hier und etwas Fieber dort. Viren und Bakterien sind bei diesem Wetter mal wieder in Lauerstellung. Kinder bringen jetzt einen Infekt nach dem anderen nach Hause. Vor allem, wenn sie tagsüber in der Kita mit anderen Kleinen zusammentreffen. Denn ihr Körper hat den vielen, ihm bisher unbekannten Viren und Bakterien noch wenig entgegenzusetzen. „Das Immunsystem eines Kindes muss Erreger erst kennenlernen, um geeignete Abwehrmaßnahmen entwickeln zu können“, erläutert Professor Norbert Wagner, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Aachen. Dieser Reifungsprozess dauert in der Regel bis zum sechsten Geburtstag. „Zehn Infekte der oberen Luftwege pro Jahr sind bei Kleinkindern daher normal“, sagt Wagner. Umso wichtiger, dass das Immunsystem so fit wie möglich ist.

Ein starkes Immunsystem kann sich gegen Erreger besser wehren, Infekte verlaufen leichter. Für die Abwehr ihres Kindes können Eltern selbst einiges tun. Vor allem auf drei Dinge kommt es an:

Bewegung, ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil

Seit über 100 Jahren haben sich zum Beispiel Kneippsche Anwendungen zur Immunstärkung bewährt. Wassertreten, Wechselbäder und kalte Güsse sind für Kinder ab zwei Jahren wirksame Methoden zur Abhärtung, um den Kreislauf zu aktivieren und die Blutgefäße zu trainieren.

Wichtig: Wassertreten und kalte Güsse dürfen nicht praktiziert werden, wenn Ihr Kind kalte Füße hat! Eventuell können Sie die Füße zuvor durch ein warmes Fußbad erwärmen. Bitte legen Sie immer eine rutschfeste Matte in Dusche oder Badewanne, damit Ihr Kind nicht ausrutscht. Am wirksamsten sind die Kneipp-Anwendungen, wenn sie täglich durchgeführt werden. Ist das nicht möglich, sollte Ihr Kind wenigstens jeden zweiten oder dritten Tag kneippen. Lassen Sie Ihr Kind morgens Wasser treten oder verabreichen Sie ihm einen Knie- oder Fußguss – je nachdem, was Ihnen beiden sympathischer ist. Das Wasser sollte bei allen Anwendungen etwa 18 bis 22 °C kalt sein.

  • Wassertreten für ein starkes Immunsystem: Füllen Sie eine Wanne mit kaltem Wasser, sodass es Ihrem Kind etwa bis Wadenmitte geht. Dann sollte Ihr Kind wie ein Storch durch das Wasser waten: Ein Bein so anwinkeln, bis der Fuß ganz aus dem Wasser gehoben wird, dann wieder auf den Wannenboden stellen und das andere Bein anwinkeln und den Fuß aus dem Wasser heben. Am besten machen Sie es Ihrem Kind anfangs einmal vor. Lassen Sie Ihr Kind 1 bis 2 Minuten lang Wassertreten, dann streifen Sie das Wasser von den Füßen ab (nicht abtrocknen) und ziehen ihm warme Socken über. Lassen Sie es dann springen und tollen, damit die Füße sich wieder erwärmen.
  • Fußguss gegen Erkältung: Stellen Sie Ihr Kind in die Dusche oder Badewanne und bitten Sie es, sich festzuhalten (am Handgriff oder notfalls an der Armatur). Dann soll es ein Bein etwas anheben, sodass es Ihnen die Fußsohle zuwendet. Führen Sie den kalten Wasserstrahl aus der Handbrause zügig von den Zehen über die Fußsohle zur Ferse. Das Wasser muss die Fußsohle dabei vollständig umfließen. Anschließend kommt der andere Fuß dran, und Sie wiederholen das Ganze noch einmal an beiden Fußsohlen.
  • Vermeidet eine Erkältung – der Knieguss: Stellen Sie Ihr Kind in die Dusche oder Badewanne. Fahren Sie nun mit dem kalten Wasserstrahl über die Beine Ihres Kindes: Sie beginnen am rechten Außenknöchel, fahren über die Außenseite des Unterschenkels hoch bis über das Knie,„umkreisen“ einmal die Kniescheibe und führen den Wasserstrahl an der Innenseite des Unterschenkels wieder nach unten. Dann kommt der linke Fuß dran, wo Sie ebenfalls am Außenknöchel beginnen Anschließend den gesamten Vorgang einmal wiederholen.
    Abends empfiehlt sich ein Wechselfußbad, denn das wirkt zusätzlich beruhigend und schlaffördernd. Haben Sie nur abends Zeit, mit Ihrem Kind zu kneippen, können Sie natürlich auch die für morgens empfohlenen Anwendungen auf den Abend verlegen, wobei Ihr Kind dann mit den warmen Socken gleich ins Bett schlüpfen sollte.
  • Wechselfußbad gegen eine Erkältung: Hierfür brauchen Sie zwei Eimer (oder Schüsseln) und einen Stuhl. Befüllen Sie einen Eimer mit 20 °C kaltem Wasser, den anderen mit 38 °C warmem Wasser. Es sollte so viel Wasser im Eimer sein, dass die Waden Ihres Kindes zu zwei Dritteln im Wasser sind. Stellen Sie die Eimer direkt nebeneinander auf und rücken Sie den Stuhl heran, auf dem Ihr Kind Platz nimmt. Es taucht die Füße zunächst fünf Minuten in den Eimer mit warmem Wasser, dann für 10 Sekunden in den Eimer mit kaltem Wasser. Je nachdem, ob Ihr Kind noch mitmachen mag, können Sie den Wechsel von warm zu kalt 1- bis 2-mal wiederholen.Wenn Sie während des Wechselfußbades eine Geschichte vorlesen oder erzählen, macht Ihrem Kind die Sache sicherlich mehr Spaß! Streifen Sie zum Schluss das Wasser von den Beinen Ihres Kindes ab und stecken Sie es ins Bett. Damit das Bett nicht nass wird, können Sie die noch etwas feuchten Beine locker in ein Frottee-Handtuch einschlagen.

 


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