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Wie geht’s den Kids in sog. unkonventionellen Lebensformen?

Kinder in unkonventionellen Lebensformen

 

Letzte Woche haben wir über die Abneigung der Eltern gegenüber eines schwulen Kita-Erziehers berichtet. Grund genug, um uns generell einmal die eher unkonventionellen Familienmodelle anzusehen, die eben neben Vater-Mutter-Kind existieren. Wie geht es den Kindern, die in solch Familien mit Mutter-Mutter oder Vater-Vater groß werden? Entwickeln sie sich normal? Gibt es Auffälligkeiten?

The Centre for Family Research an der Universität Cambridge beschäftigt sich seit nunmehr 30 Jahren mit nichttraditionellen Familienformen. Dazu gehört auch die Co-Elternschaft, die übrigens nicht nur homosexuelle Paare suchen. Bei den heterosexuellen Paaren, die zumeist gebildet und in wirtschaftlich sicheren Verhältnissen wohnen, fehlt zumeist schlicht und einfach ein Partner, dennoch möchte man auf Kinder nicht verzichten und auch der Weg zur Samenbank ist keine wirkliche Alternative. Die Kinder sollen ja Vater und Mutter haben, nur eben nicht in dieser verliebten Paarbeziehung. Tabitha Freeman (Centre for Family Research) untersucht deshalb auch, wie Co-Partner ausgewählt werden, denn: es gibt dafür besondere Internetseiten wie beispielsweise Pride Angel, die größte Plattform in England.

Aber was ist zu erwarten? Die Universität hat inzwischen Erfahrungen mit Kindern, die aus vielerlei unkonventionellen „Strukturen“ kommen wie die, die durch künstliche Befruchtung im Labor gezeugt wurden, oder jene, die ihr Leben einer Samen- oder Eizellspende oder einer Leihmutterschaft verdanken.

Freemann: „Der Forschungsstand ist mittlerweile eindeutig: Die Kinder in den neuen Familienformen unterscheiden sich nicht von anderen Kindern. Sie sind psychisch stabil, entwickeln sich in der Schule normal, haben Freundschaften. Das Verhältnis zu ihren Eltern ist gut. In einigen Studien zeigen sie sogar leichte Vorteile gegenüber herkömmlich gezeugten Altersgenossen. Das könnte damit zusammenhängen, dass im Labor gezeugte Kinder besonders gewünscht waren.“

Auch die Befürchtungen, dass gerade die lang ersehnten, hart erkämpften Kinder an den hohen Erwartungen ihrer Eltern scheitern könnten, haben sich nicht bewahrheitet. Zwar kümmert man sich in den ersten Jahren besonders intensiv, aber das Verhältnis und die Aufmerksamkeit normalisiert sich mit den Jahren. Auch bei heterosexuellen Paaren konnte keinerlei Veränderung beim Kind oder bei der Beziehung zwischen Eltern und Kind beobachtet werden.

<strong>Wie so oft gilt:</strong> Es geht um die Qualität der Beziehung und nicht um das Geschlecht, die sexuelle Neigung der Eltern oder um den Zeugungsweg. Alles unwichtig. Wichtig ist allerdings, dass die Kinder unter der gefühlten oder tatsächlichen Stigmatisierung leiden, denn noch lange akzeptiert nicht jeder die ungewöhnliche Familiensituation, die dem Kind als völlig normal erscheint.

Offen bleibt allerdings, wie sich Co-Eltern und ihre Kinder zukünftig entwickeln werden. Der Trend dazu existiert erst seit einigen Jahren, so dass hier die Entwicklung offen ist, Fraglich ist jedoch, wie sich zwei Menschen, die sich erst kurz und oberflächlich kennen, jahrelang gemeinsam um ein Kind kümmern wollen… Die Zeit wird es zeigen. Ein erhöhtes Risiko ist aber sicher nicht abzustreiten.

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