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Familie und Leben

Wie fördere ich die Selbstkontrolle meines Kindes?

Ein unliebsamer Konflikt

Schon im Kindergarten ist die Kontrolle der eigenen Gefühle und die Entwicklung einer inneren Kontrollinstanz ein wichtiges Thema.
Nehmen wir ein wohl allen Eltern bekanntes Szenario: Eben herrschte noch eine traumhafte Stille auf dem Spielplatz, nur unterbrochen vom Lachen der herumtollenden Kinder, und plötzlich hört man ein wütendes Schreien, das verkündet, ein anderes Kind solle doch dem Schreihals sofort seinen Ball wieder geben! Außerdem sei er eh voll doof und zack hat der Ballräuber auch noch einen Stritt einstecken dürfen.
Schon eilen die Eltern herbei, während sich die Umstehenden fragen, warum die Eltern des Bengels ihr Kind nicht unter Kontrolle haben.

Klar, für die betroffenen Eltern ist dies keine sehr angenehme Situation, doch gerade hier können sie ideal die Selbstregulation und das Sozialverhalten mit ihrem Nachwuchs zu trainieren. Diese wichtigen Eigenschaften nennen sich im Fachjargon “Exekutivfähigkeiten”.
 

Die Biologie ist Schuld?!

Dank diverser Anlagen unseres Gehirns, sind wir in der Lage mit Gefühlen wie Frust oder Wut klar zu kommen. Diese Anlagen sind die Exekutivfähigkeiten und steuern unsere Selbstkontrolle oder -beherrschung. Sie sitzen im Frontallappen unseres Großhirnes und gehören evolutionsbiologisch betrachtet zum jüngsten Teil des Gehirns. Dieses Zentrum ist erst bei jungen Erwachsenen völlig ausgebildet, da es am langsamsten und somit am längsten wächst. Dort liegt unsere “inhibitorische Kontrolle” – Impulsregulation, sozusagen das innere Stoppschild, das verhindert, dass wir übereilt und vor Allem unmoralisch handel.

Der bei Kindern recht oft zu beobachtende Trotz ist hier auf die Unreife des kindlichen Gehirns zurückzuführen. Weniger auf eine bewusste Verweigerung des Nachwuchses. Das heißt, selbst wenn Kinder wissen, dass z. B. die Fernseherzeit eingeschränkt ist, wird die Flimmerkiste ausgeschaltet, gewinnt der Impuls und die Folgen sind Wut, Tränen und Gebrüll!

Sicher, es ist verständlich sich so zu fühlen, wenn man auf diese Weise eingeschränkt wird. Doch es kommt immer darauf an, wie wir mit diesen Gefühlen umgehen. Da fällt es manch einem schwer nicht einfach in das Wutgeschrei des Kindes einzusteigen. Aber trotzdem reißen wir uns zusammen und wissen, dass man den Zahnarzt nicht in die Hand beißt, wenn man nicht von ihm untersucht werden will oder sich im Supermarkt nicht schreiend auf dem Boden wälzt, wenn die Lieblingsschokolade ausverkauft ist. Bei diesem Lernprozess kann man seine Kleinen durch üben unterstützen, um ihnen zu zeigen, wie sie sich eigene Grenzen setzen und sich beherrschen könne.

In der Kindheit erlernte Beherrschung wirkt sich auf das spätere Leben aus
In den 70ern testeten Forschen der Abteilung für Präventiv- und Sozialmedizin der Universität Otago in Neuseeland die Fähigkeit der Selbstregulation von tausend Kindergartenkindern und verfolgten auch in den folgenden Jahren deren Entwicklung diesbezüglich. Dabei stellte sich heraus, Kinder mit gut ausgeprägten Exekutivfähigkeiten waren auch als Erwachsene nicht nur selbstbeherrschter, sondern auch physisch und psychisch gesünder und sozial kompetenter.
 

Wie den Nachwuchs unterstützen?

Am wichtigsten ist das Ausformulieren der eigenen Gefühle. So lernen sie diese besser zu deuten und mit ihnen umzugehen. Weist euer Kind also nicht nur zurecht, sondern sagt ihm genau, was euch warum gestört hat, und wie ihr deswegen empfindet. Dann hat es die Möglichkeit genau nach zu vollziehen, warum sein Verhalten z. B. falsch war und ist irgendwann alleine im Stande soziale Lösungen zu finden.

Natürlich ist das nicht der schöne einfache Weg einen Konflikt zu beenden und es reicht auch nicht dies einmal zu tun, doch wer seinen Kleinen dabei helfen möchte, ihre Emotionen besser zu bewältigen wird um diesen andauernden Prozess nicht ringsherum kommen.
 
In diesem Sinne: Dran bleiben! Es ist zum Besten für euch und eure Knirpse.

Weitere interessante und hilfreiche Infos zum Thema findet ihr unter: www.fritzundfraenzi.ch


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