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Familie und Leben

Wenn Papa nur noch rotiert

Wenn Mama psychisch erkrankt, muss sich Papa natürlich kümmern und trägt das doppelte Gewicht auf seinen Schultern. Dabei kommt es nicht selten vor, dass auch er in eine Krise abrutscht. Wann also die Notbremse ziehen und wie mit der zusätzlichen Last umgehen?
 

Depressionen sind kein Spaß und das wissen vor Allem auch die Angehörigen.

Erkrankt der Partner und fällt familiär über einen längeren Zeitraum aus, muss der andere nicht nur weiter seinen Job gut machen, sondern auch den Haushalt führen, einkaufen, kochen, Wäsche waschen und sich um das gemeinsame Kind kümmern. Kurz, das Alltags-Tempo verdoppelt sich und trotzdem muss man immer 110% geben. Manche Väter fliehen, andere kämpfen. Für die Arbeit, für die Familie. Man möchte trotzdem noch ein unterstützender und liebender Partner sein, kommt aber zwangsweise an seine ohnehin strapazierten Grenzen, bis man es nicht mehr aushält.

“Es ist nicht nur die Dreifachbelastung des Vaters als Ernährer und Verantwortlicher für Kinder und Haushalt, die drückt, es ist vor allem auch der psychische Schmerz der Partnerin, den der Vater mitempfindet.”

Äußert sich Wolfram Kawohl, Chefarzt und Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG), zu dieser Problematik. Nicht selten würde der Partner selber in eine Depression rutschen.
Durch die düstere und pessimistische Wahrnehmung der Erkrankten, bewegt sich der Partner wie auf Eiern und muss ständig aufpassen was er sagt oder tut, um den vorherrschenden Zustand nicht zu verschlimmern.
 

Hilfe suchen ist keine Schande!

Sobald der Alltag alleine nicht mehr zu stemmen ist, ist es wichtig sich dies auch einzugestehen und zeitnah nach professioneller Hilfe zu suchen. Niemandem ist geholfen, wenn sich überflüssigerweise der Einzelkämpfer-Modus einstellt. Vor allem nicht dem Kind, das zugucken muss, wie es Mama und Papa immer schlechter geht, denn so etwas bekommt ein es öfter mit, als man denkt.

Ist der Partner erst einmal in Therapie, eröffnet sich die Möglichkeit, den Alltag etwas zu entschleunigen und neu zu strukturieren und es bleibt mehr Zeit für den Nachwuchs und sich selbst. Auch die kranke Mama kann sich nun um sich selbst kümmern und nach und nach wieder zur Familie finden.
 
Für einen rührenden Familienbericht findet ihr hier den Link:
www.wireltern.ch


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