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Familie und Leben

Wenn mein Kind in Depressionen abrutscht…

Es gibt wenig, was Eltern so mitnehmen kann, wie ihrem Kind dabei zugucken zu müssen, wie es immer lustloser und frustrierter wird. Egal was sie probieren, es ist nicht aus seinem Tief heraus zu kriegen und mit der Stimmung sinken auch Notenschnitt, Anzahl der Freunde und die Gesprächigkeit.

Leider ergeht es vielen Eltern nicht anders. Nach dem DAK Kinder- und Jugendreport 2019 ist klar:

Jedes vierte Kind zeigt psychische Auffälligkeiten, wovon zwei Prozent die Diagnose Depressionen bekommen. Auch die stationär Aufnahme in eine Depressionen behandelnde Klinik ist um fünf Prozent gestiegen. Depressionen und Angststörungen lassen junge Menschen im Durchschnitt 39 Tage in stationärer Behandlung verbringen, wovon 24% erneut eingewiesen werden müssen.

Die genaue Ursache für Depressionen ist nach wie vor noch ungeklärt, doch lässt sich sagen, dass sie aus eine Kombination von Umwelteinflüssen, genetischen Anlagen und biologischen Belastungen hervorgeht. Diese können sein:

  • Beziehungen innerhalb der Familie
  • Familiärer Rückhalt
 

Dazu kommen:

  • Leistungsdruck
  • Mobbing
  • Armut
  • Scheidung
  • Tod
  • Sexueller Missbrauch
 

Dabei ist es entscheidend, inwiefern das betroffene Kind bereits gelernt hat, mit Krisensituationen und emotionaler Belastung umzugehen. Je stabiler und solider die Persönlichkeit zu der Zeit schon ausgebildet ist, desto besser gestaltet sich der Umgang mit den negativen Erfahrungen.

Wie erkenne ich, ob mein Kind depressiv ist?

1 bis 3 Jahre

Kinder in diesem Alter neigen dazu viel zu weinen, scheinen über längere Perioden ausdruckslos und haben eine niedrige Reizschwelle. Sie können nicht alleine bleiben und sind in Gesellschaft trotzdem in sich zurückgezogen. Dazu können Schlafstörungen, Schaukeln des Körpers oder exzessives Daumenlutschen auftreten.

3 bis 6 Jahre

In diesem Alter werden Kinder mit Depressionen ängstlich und vermindern ihre nonverbale Kommunikation auf ein Minimum. Sie sind innerlich unruhig und schaffen es nicht sich richtig über etwas zu freuen oder sich für etwas zu motivieren. Sie leiden oft unter Ess- und Schlafstörungen.

6 – 12 Jahre

Gerade betroffene Schulkinder haben stark mit übertriebener Selbstkritik und Versagensangst zu kämpfen. Diese werden durch von der Depression ausgelöste Denkhemmungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder Gedächtnisstörungen nur noch verstärkt. Dazu kommen die bereits genannten Schlaf- und Essstörungen sowie Suizidgedanken.

Ab 13 Jahren

Durch die stressigen Einwirkungen und Veränderungen während der Pubertät, gilt es in diesem Alter keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Auf eine Depression können folgende Symptome hinweisen:

  • Starke Selbstzweifel und ein geringes Selbstwertgefühl
  • Stimmungsschwankungen
  • Abschotten nach außen
  • Psychosomatisch bedingte, anhaltende Kopf- und Bauchschmerzen, sowie Übelkeit
  • Schlaf- und Essstörungen und starker Gewichtsverlust oder -zunahme
  • Suizidgedanken
 

Gegen einen Depression kann man als Eltern alleine nicht mehr viel machen, aber ihr könnt versuchen sie zu verhindern. Habt immer ein offenes Ohr für euren Nachwuchs, auch wenn dessen Sorgen für euch vielleicht nach Nichtigkeiten klingen. In diesem Moment sind sie euren Kids ernst und sie machen sich viele Gedanken. Sei es der Streit mit einem Freund oder die Angst vor einem anstehenden Vortrag, wenn es ihnen wichtig genug ist euch von dieser Sorge zu berichten, sollte sie euch ebenfalls so ernst sein. Versucht ein Wenig zu vermitteln, ihnen die Angst vor dem Vortrag zu nehmen oder nehmt sie einfach in den Arm und tröstet sie, aber parkt sie, wenn sie zu euch kommen nicht vor dem Fernseher. Solltet ihr merken, dass ihr mit den Sorgen eurer Kids überfordert seid oder dass ihr nicht zu ihm durchdringen könnt, holt euch schnellstmöglich Hilfe von Experten.


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