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Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen

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Kinder sind unterschiedlich und Individuen. Das ist nun einmal so. Und nicht jeder hat einen kleine Menschen zu Hause, der in aller Ruhe baut und malt, Bücher anschaut oder sich leise mit Auto, Puppe & co beschäftigt. Es gibt eben auch die ganz sportlichen Gemüter, die immer in Bewegung sind und für die es kaum eine Verschnaufpause gibt. Mitunter ist auch das gemeinsame Basteln und Beschäftigen, ein Hörbuch oder eine Geschichte problematisch, denn ständig wippen die Füße, der Popo rutscht von rechts nach links und die Augen gehen schnell von einem Objekt zum anderen. Egal wie man die kleinen Zappelphilippe nennt – auch im Fachjargon, wo ADS und ADHS diagnostiziert werden, sie sind allesamt sehr impulsiv, sehr unruhig, sehr unkonzentriert.
Dabei sind die Grenzen zwischen normaler Hibbeligkeit und bedenklicher Unruhe fließend und schwierig zu definieren, denn: es gibt keinen festgelegten Wert, eine Norm, ab dem ein Kind als hyperaktiv gilt.

Aber warum ausgerechnet mein Kind?

Eine vielgestellte Frage, die auch Fachleute noch nicht final klären können. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Funktionsstörungen im Gehirn verantwortlich sind und die Gene bei den Auswirkungen eine wesentliche Rolle spielen. Aber auch der Verlauf der Schwangerschaft und Geburt ist bedeutend.

Fakt ist, die Familie, das Umfeld und der Umgang miteinander kann wesentlich beeinflussen, wie sich das Kind verhält. So kennt jeder die Situation nach einem Kindergeburtstag. Zu viele Kinder, laute Musik, ständig Action, zuviel Reize. Das Kind ist am Abend überdreht, unruhig, „bekommt sich nicht vom Baum“ und auch als Eltern hat man es schwer, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Schlafen möglich ist. Doch je gestrester die Eltern reagieren, umso ungehaltener man wird, um so eindringlicher man auf Ruhe pocht, umso weniger gelingt es. Es folgt Streit und Schimpfen, was eher das Gegenteil bewirkt.

Man schätz, dass für Kinder mit Aufmerksamkeits und Hyperaktivitätsstörungen die Reizschwelle anders definiert ist. Für sie ist schnell alles zu viel, zu laut, zu schnell…

Vorsichtig geschätzt, leiden in Deutschland etwa zwei bis drei Prozent aller Kinder und Jugendlichen an einer schweren Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitäts-Störung; etwa zehn Prozent sind leicht hyperaktiv. Jungen sind im Durchschnitt dreimal häufiger betroffen als Mädchen.

Übrigens: 80 Prozent aller Kinder mit einer Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitäts-Störung fallen auch noch durch andere Verhaltensweisen auf. So sind sie zum Beispiel immer dagegen – egal, ob es um ein bestimmtes Ziel, eine bestimmte Meinung, eine bestimmte Anweisung geht. Daher verweigern sie oft gemeinsame Aktionen. Aber auch das Sozialverhalten ist oft nicht so stark ausgeprägt. Sie wissen nicht, wie sie sich gegenüber anderen Kindern und Erwachsenen verhalten sollten, was zumeist im Vorschulalter auffällig wird.

Hilfe jenseits von Tabletten? Aktuell wird das Neurofeedback intensiv diskutiert, da es sich als sinnvolle und wirksame Behandlungsmethode gezeigt hat.

Neurofeedback – was ist das?

Beim Neurofeedback werden Gehirnstromkurven von einem Computer analysiert, nach ihren Frequenzanteilen zerlegt und auf einem Computerbildschirm dargestellt. Die auf diese Weise ermittelte Frequenzverteilung – zum Beispiel im wachen, schlafenden, aufmerksamen oder gestressten Zustand – kann nun mittels Training genutzt werden und die Kinder lernen durch Rückmeldung des eigenen Hirnstrommusters eine bessere Selbstregulation.


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