Home  »  News   »   Familie und Leben   »   Warum Schüler angeblich wegen ihrer Eltern von der Schule fliegen

Familie und Leben

Warum Schüler angeblich wegen ihrer Eltern von der Schule fliegen

Die New School in Berlin ist eine Schule der besonderen Art, denn sie geht einen anderen Weg des Lehrens. Hier wird seit ihrer Gründung vor 4 Jahren auf Noten, Hausaufgaben und Pausenklingel verzichtet, um mit ihrem neuen Konzept Schüler zu motivieren, die es an Regelschulen bisher schwer hatten.
 

Die Philosophie dahinter

An der Berliner Schule steht die Talentförderung an erster Stelle und soll die so genannten Talents (Schüler) zum selbstständigen Lernen motivieren. Die Kinder gehen also nicht wie andere Schüler in die Stunde und erhalten Frontalunterricht, sondern erstellen Projekte zu Feldern, die sie interessieren, die dann von den Mentoren, ihren Lehrern, in die einzelnen Fächer zerlegt werden, so dass aus den einzelnen Fachbereichen das gewünschte Wissen für das Projekt vermittelt wird. Dabei gibt es weder Lernzwang, noch Leistungsdruck, wodurch den Talents die Möglichkeit zur freien Entfaltung gegeben werden soll. Für die Umsetzung dieses Konzeptes nimmt die Schule gezielt schwierige Schüler auf, die an staatlichen Schulen weniger Glück hatten.
 

Ein plötzliches Ende

Nun hat die Schulleitung jedoch allen verbliebenen Schülern gekündigt, wodurch die ursprünglich ein Dutzend Schüler ohne Schulplatz in die Sommerferien entlassen wurden. Drei von ihnen hatten zuvor noch ihren Abschluss gemacht, von zwei Schülern kündigten die Eltern von selbst und schließlich wurde auch den übrigen fünf gekündigt.

Grund für ihr überraschendes Handeln sei, dass sie in Zukunft keine Möglichkeit für ein respektvolles Miteinander sehe, so Schulleiterin Sabrina Heimig-Schloemer. Die Eltern seien dem Schulsystem und der Kompetenz der Lehrkräfte gegenüber zu misstrauisch, weshalb es keine Grundlage mehr gäbe, den Lehrauftrag weiterhin zu erfüllen, äußerte sie sich schriftlich den Eltern gegenüber.
 

Wie alles begann

Aus den Schilderungen der Eltern geht hervor, dass die Diskussion begann, als die Schule sich von einem, bei den Schülern sehr beliebten Tutor trennte. Dies zwei Wochen vor Ferienbeginn. Seine recht plötzliche Freistellung wäre auch den Schülern sehr nahe gegangen und wäre auf Verständnislosigkeit gestoßen.

Als Reaktion der Eltern, erhielt die Schulleitung einen Brief, aus dem hervorginge, dass Eltern und Schüler durch den häufigen Mentorenwechsel das Vertrauen verlören und deshalb um ein Gespräch gebeten werde.
 

Der weitere Streit

Auf diese Bitte sei Sabrina Heimig-Schloemer jedoch nicht eingegangen, sondern hätte sich knapp mit der Begründung geäußert, dass alle ihre Entscheidungen im Sinne der Talents und der Schule seien und wer auf Grund dieser Entscheidungen kündigen wollen würde, könne dies bis zum 1. Juli.

In einer Stellungnahme an den Spiegel wirft die Schulleiterin den Eltern vor, E-Mails und Dokumente im Schriftverkehr in ihrem Namen abgefangen und gefälscht zu haben, wodurch das Vertrauensverhältnis zerstört wäre. Dies wiesen die Beteiligten jedoch zurück.
Schließlich wurde sich seitens der Eltern beim Berliner Schulsenat beschwert, welches den Eltern Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Schulplatz zusicherte.
 

Mit neuen Schülern in das nächste Schuljahr

Die verbliebenen Mentoren und ihre Schulleitung wollen den Schulbetrieb jedoch mit neuen Talents weiterführen. Das Konzept funktioniere, weshalb im nächsten Schuljahr sechs neue Schüler aufgenommen werden würden.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.