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Warum die Antibabypille nicht nur großartig ist – Risiken beschäftigen weltweit die Gerichte

Sie hat vielen Frauen die Freiheit geschenkt, eine Freiheit zu wählen. Vielleicht hat sie auch etwas für die selbstbestimmte Sexualität getan, aber sie ist nicht ganz Risikofrei.

In den USA gibt es bereits seit Jahren zivilrechtlihe Auseinandersetzungen, die in den Gesundheitsgefahren begründet sind. Jetzt muss sich erstmals auch ein deutsches Gericht amit befassen, ob und wie über mögliche Gefahren aufgeklärt wurde. Der Auslöser: Felicitas Rohrer verklagt Bayer und fordert 200.000 Euro, weil sie nach eigenen Aussagen an den Nebenwirkungen der Antibabypille „Yasminelle“ fast gestorben wäre. Als Sportlerin, Nichtraucherin und Vegetarierin erlitt sie im Alter von 25 Jahren eine Lungenembolie erlitt und war nach einem Herzstillstand bereits klinisch tot war. Natürlich ist im Nachhinein die Ursache dafür nicht eindeutig belegbar, aber „Yasminelle“ erhöht in der Tat das Risiko für lebensbedrohliche Blutgerinnsel. Die Blutgerinnsel können auf ihrem Weg durch den Körper wichtige Gefäße verstopfen und so zum Tod führen. zum Beispiel die Blutversorgung der Lunge kappen.
Laut Bayer sind diese Anschuldigungen haltlos und unbegründet. Aber defacto, hat selber Pharmakonzern in den USA bereits 1,9 Milliarden Dollar an Tausende betroffene Klägerinnen gezahlt. Warum?

Außerdem hatte im März 2014 das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) verkündet, dass von einigen Antibabypillen ein erhöhtes Thrombose-Risiko ausgehe (Thrombosen sind Blutgerinnsel) und dass die Hersteller darauf aufmerksam machen sollten. Allerdings müssen die Pillen, die nicht nur den Hersteller Bayer betreffen, nicht vom Markt genommen werden.
Ein Blick und eine bewusste Entscheidung für das Thema Verhütung und Antibabypille lohnt also. Auch die Beratung der Ärzte sollte spezialisiert und ausreichend sein, denn die Präparate weisen deutliche Unterschiede auf.
Bfarm stellt fest: „Hier muss die ärztliche Beratung in besonderer Weise darauf abzielen, dass Verhütungspillen keine Lifestyle-Produkte sind, sondern Arzneimittel, die mit Risiken verbunden sein können.“

Hilfreich für die Entscheidung ist möglicherweise der 2014 veröffentlichte Rote-Hand-Brief, der folgende Zahlen zum Pillen-Risiko benennt:
Risiko tiefer Venenthrombosen und Lungenembolien bei Einnahme von Pillen mit folgenden Gestagenen (kombiniert mit Östrogen)

Gestagen – Geschätze Fälle pro 10.000 Frauen pro Jahr
  • Nichtschwangere, die keine Pille nehmen – 2
  • Levonorgestrel – 5 bis 7
  • Norgestimat – 5 bis 7
  • Norethisteron – 5 bis 7
  • Etonogestrel – 6 bis 12
  • Norelgestromin – 6 bis 12
  • Drospirenon – 9 bis 12
  • Desogestrel – 9 bis 12
  • Gestoden – 9 bis 12
  • Chlormadinonacetat – noch unklar
  • Dienogest – noch unklar
  • Nomegestrolacetat – noch unklar

Nachtrag:
Felicitas Rohrer, die seit ihrer Lungenembolie weiter an Herz- und Atembeschwerden leidet, darf aufgrund der dauerhaft notwendigen Blutverdünnungsmittel leider keine Kinder mehr bekommen.


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