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Vorschultraining und Vorschulreife

Kindergarten Grundschule

Jedes Kind bringt ein individuelles Leistungspotential im Alter des Schuleintrittes mit. Bezogen auf die Anforderungen der Schule kann man von Schulreife (Schulfähigkeit) sprechen.

Dr. Mathilde Zeman, Leiterin der Abteilung Schulpsychologie – Bildungsberatung

 

Das dynamische Begabungsmodell

2017-03-28-begabungsmodell

Es beschreibt den Entwicklungsprozess als ein komplexes Zusammenwirken von den kindlichen Anlagen und seiner Umwelt, wobei alle Kinder unterschiedliche Leistungspotentiale haben.D.h. besonders wichtig für den Schuleintritt sind verschiedene Fähigkeiten, die sich wie folgt aufschlüsseln:

Soziale Kompetenz
(Fähigkeit, sich in eine Gruppe einzuordnen, Regelbewusstsein, eigene Wünsche/Bedürfnisse zurückstellen können)

Emotionale Reife
(Interesse und Neugierverhalten, Erfolgsmotivation, psychische Stabilität, realistische Einschätzung der eigenen Leistung, Selbstständigkeit)

Kognitive Reife
(Bestimmte Denkoperationen durchführen, Merkfähigkeit, Sprachkompetenz, Grundfunktionen der Wahrnehmung, numerische Fähigkeiten)

Körperliche Reife
(allgemeiner Entwicklungsstand, Körpergröße, Proportionen, neurofunktionelle Reifung, motorische Geschicklichkeit)
 


 
Besonders bedeutend ist jedoch die Sprachkompetenz, denn die Sprache selbst ist mit verschiedenen Funktionen besetzt so ist sie Ausdruck des Denkens, aber in ihr zeigt sich auch der kulturelle Umkreis und die Identität. Nicht zuletzt kann man nur über die Sprache mit den anderen diskutieren und in Austausch treten, was die Grundvoraussetzung für das Lernen ist.


 

Die Funktionen der Sprache bzw. der jeweiligen Wechselwirkungen lassen sich veranschaulicht darstellen:
 

 


 
Was sollte ein Kind bei Schuleintritt können?
Sprachentwicklung (Loos, 2004)

4 Jahre Mit zirka vier Jahren sprechen die Kinder in überwiegend vollständigen und grammatikalisch richtigen Hauptsätzen. Das Bilden und Verstehen von Passivsätzen fällt den Kindern noch schwer. Die ersten Nebensatzkonstruktionen werden gebildet, wobei sich diese jedoch vorwiegend auf Zeitbestimmungen oder Begründungsangaben beziehen. 1.500 Wörter
6 Jahre Die Kinder bilden einfache Sätze und Satzreihen, die durch „und“ oder „dann“ verbunden sind. 2.500 Wörter
10 – 13 Jahre Erst im Schulkindalter werden die Variationsmöglichkeiten, Sätze zu bilden, größer. Verneinungen, Passivsätze und Relativsätze werden zunehmend richtig angewendet. Nebensatzbildungen mit den Verbindungswörtern „da“ und „weil“ kommen regelmäßig vor, Nebensätze mit „obwohl“ und „deshalb“ kommen zunehmend vor. Schwierige Satzkonstruktionen werden jedoch erst im Alter von zehn bis dreizehn Jahren fehlerfrei benutzt. 6.000 Wörter

 


 
Entwicklung des Denkens
(Piaget, Aebli, Oerter, ))
 
2017-03-28-begabungsmodell4
 


 
Vorläuferkompetenzen für Rechnen (Numerische Fähigkeiten)

Zahlwortreihe aufsagen (Zahlwörter)
Schuleintritt: Meist bis 10 sicher, bis 20 unsicher
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Mengen – Zahlen – Kompetenzen (Mengenverständnis)
z.B. 3 Erdbeeren

Simultane Mengenerfassung („Subitizing“)
z.B. die Anzahl der Punkte auf dem Würfel

Größer – Kleiner Vergleich
1 3
Differenzierung nur nach 1 Merkmal sicher!


Kann man all diese Punkte und Fragen mit einem klaren JA beantworten, kann es losgehen! Aber: es gibt unterschiedliche pädagogische Modelle und Konzepte. Auch hier lohnt ein Blick hinter die Kulissen und wie so oft, die Befragung von Freunden und Bekannten, die das ganze Thema bereits hinter sich gebracht haben und schon ein Stück weiter sind. Was man auf alle Fälle vermeiden sollte, ist ein Spruch ähnlich diesem „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!“. Das hört sich bedrohlich an und macht wenig Lust auf das, was kommen mag…..

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