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Familie und Leben

Vorbelastung durch alkoholkranke Eltern

Wenn Kinder in den Alkoholmissbrauch abrutschen, findet man die Ursache oft in ihrem familiären Umfeld. Nachdem wir gestern über die allgemeinen Zahlen und betroffenen Teens aufgeklärt haben, soll es heute um die Ursachen gehen. Ganz besonders wollen wir nun auf den, von den Eltern vorgelebten Missbrauch eingehen, der den Einstieg für Jugendliche oft zu einem fließenden Prozess macht.
 

Wenn die Rollen sich tauschen

Ist mindestens ein Teil der Eltern süchtig, bleibt für das Kind nicht mehr viel Aufmerksamkeit, da die Gedanken des Süchtigen sich hauptsächlich um den Alkohol drehen und der gesunde Teil sich ständig Sorgen um den Alkoholkranken machen muss. Dies führt dazu, dass Kinder, die in solchen Verhältnissen aufwachsen viel zu schnell erwachsen werden müssen. Sie machen sich Sorgen und fühlen sich für ihre Eltern verantwortlich. Dazu übernehmen sie Aufgaben, für die sie eigentlich noch zu klein sind, da diese sonst unter den Tisch fallen würden.
 

Ständig auf der Hut

Dazu kommt die zusätzliche emotionale Belastung. Auch wenn sie ihre Kinder lieben, Suchtkranke neigen dazu in ihren Emotionen stark zu schwanken. So müssen die Kinder lernen die kleinsten Anzeichen für ein nahendes Gewitter zu erkennen, um sich darauf einstellen zu können und stehe so unter ständigem Stress.
 

Alkoholkranke Familien steigern das Risiko

Etwa ein Drittel der Kinder aus alkoholkranken Familien (Children of Alcoholics/Addicts = COAs) werden als Erwachsene selbst abhängig, während ein sich überlappendes, weiteres Drittel psychische oder soziale Störungen entwickelt. Der übrige Rest, der scheinbar keine sichtbaren Folgen davon getragen hat, neigt im späteren Leben zu Schwierigkeiten einen eigenen Platz in der Arbeitswelt zu finden und tendiert dazu, sich einen ebenfalls Suchtkranken Partner zu suchen, bei dem sie die bereits bekannten Muster wiederholen.
 

Alkohol während der Schwangerschaft?

Natürlich ein No-Go! Trinkt die Mutter in der Schwangerschaft doch mal einen über den Durst, macht der Alkohol natürlich keinen Halt vor der Plazenta und in wenigen Minuten haben Mama und Kind den gleichen Alkoholspiegel. Folgende Schäden kann der Fötus davon tragen, die in der Regel auch kaum nach der Geburt behandelt werden können:
 

  • Fehlbildungen

  • zu geringes Wachstum

  • Gesichtsanomalien

  • Störung der zentralen Nervensystems

  • geistige Beeinträchtigungen

 
Die schlimmste Folgeschädigung ist jedoch das fetale Alkoholsyndrom (FAS), welches zwar zum Anfang der Geburt kaum feststellbar ist, sich jedoch später durch körperliche Missbildungen und Verhaltensstörungen äußert, die oft nicht heilbar sind.


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