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Verbotene Sätze zwischen Mann und Frau bei horchenden Kinderohren

Kinder lernen von uns, wie wir uns verhalten, wie wir etwas sagen und auch was wir sagen. Sie merken sich, wie die Wortwahl ist, benutzen dann ebenfalls jene Aussagen und beobachten, wie wir mit anderen Menschen sind. Gerade die unmittelbare Beziehung von Mama und Papa zeigt ihnen, wie man miteinander umgehen sollte, was die Grundregeln in einer Frau-Mann. Beziehung sind und auch, wie Kommunikation funktioniert. Sie wissen, wann Papa wütend ist und genervt, sie erkennen, wenn Mama „gleich der Kragen platzt“ oder wann sie sich in ihr Schneckenhaus zurückzieht und jedes Wort zu viel wäre. Oft sind wir rücksichtsvoll mit dem, was wir den Kindern sagen. Reflektieren unsere Wortwahl und versuchen, trotz Alarm im Kopf nicht zu schreien oder laut zu werden.
Aber bei den Gesprächen mit dem Partner sind wir oft nachlässig. Sprache kann hier einen vorwurfsvollen, sarkastischen oder ironischen Ton haben, der sehr wohl von den Kindern unterschieden wird. Experten haben jetzt sogar einige Sätze identifiziert, die harmlos erscheinen, aber dem Kind eine völlig falsche Vorstellung vermitteln.

Harmlose elterliche Formulierungen, die Kinder oft falsch interpretieren und somit für ihr Leben falsch abspeichern:

 

“Ich habs dir doch gesagt”

Mit diesem Satz macht man sich keine Freunde und er hilft laut Jonathan R. Bennett, Berater und Autor des Buches “The Popular Man” nicht, die Situation zu verbessern.
“Es scheint harmlos zu sein, wenn du deinen Partner daran erinnerst, dass du Recht hattest und er falsch lag. Aber das zeigt Kindern, dass sich Kommunikation mehr darum dreht, recht zu haben und die Oberhand zu gewinnen, als ein gemeinsames Ziel zu erreichen.”

 

“Ich bin jetzt beschäftigt”

Heutzutage hat jeder etwas zu tun, immer. So entsteht das Gefühl, das man zwar zusammen in einem Raum ist, sich aber dennoch einsam fühlt. Gerade in einer Familie sollte man sich füreinander interessieren. “Wenn du sagst, du bist beschäftigt aber weiterhin das tust, was du tust, wie Nachrichten schreiben oder E-Mails checken, während dein Partner versucht, dein Feedback zu bekommen, dann fühlt er sich alleine”, sagt Hershenson, Beziehungsexpertin aus New York. Der Partner fühlt sich nicht wichtig genug für ein Gespräch oder eine Reaktion. Besser: „Ich bin in einer Minute für Dich da.“ (wenn man wirklich noch etwas fix fertig machen muss)

 

“Ist mir doch egal”

Wenn man etwas gefragt wird, kann man davon ausgehen, dass der andere ein Feedback erwartet, Hilfe und Unterstützung in einer bestimmten Entscheidung. “Wenn dich dein Partner um deine Meinung bittet und du sagst “Das ist mir egal”, sendet das ein Signal, dass du kein Interesse hast, was der andere zu sagen hat”, sagt Hershenson. Netter und für den anderen auch einfacher wären Formulierung wie: für mich ist Beides in Ordnung oder ich habe da keine Präferenzen oder ich kann Deine Entscheidung akzeptieren… so ist es zwar egal, ob es abends Nudeln oder Reis gibt, aber man hat dem anderen dennoch das Gefühl gegeben, dass man die Frage ernst genommen hat.

 

“Du bist einfach zu sensibel”

Oft gehört, gerade in Momenten, wo die Gefühle hochkochen und eine Diskussion schwierig ist. Aber generell gilt: Es steht niemandem zu, jemandem zu sagen, wie er sich fühlen darf. Alle Gefühle sind ok. “Mit einem Statement wie diesem sprichst du deinem Partner seine Gefühle ab und sagst ihm, dass er nicht dazu berechtigt ist, sich aufzuregen”, sagt Kimberly Hershenson in diesem Zusammenhang. “Jemand anderes kann niemals sagen, was die richtige Reaktion auf eine Situation ist – es sind schließlich deine Gefühle.”

 

„Du hast ganz schön zugenommen.“

Jeder hadert mal mit seinem Körper. Irgendwas ist immer nicht hübsch, schlank und frsich genug. “Wenn dein Kind sieht, dass du jeden Tag auf die Waage steigst und darüber sprichst, dass du ‘fett’ bist, kann es ein ungesundes Körperbild entwickeln. Sei dir absolut bewusst darüber, dass alles was du sagst, eine Vorbildfunktion dafür hat, wie deine Kinder Botschaften an sich selbst verstehen werden.” Das Selbstbild des Kindes wird sich nach einem selbst richten. Kann man sich selbst akzeptieren wie man ist, meckert man nicht ständig an sich herum und findet auch das ein oder andere Kilo mehr annehmbar, wird auch das Kind lernen, dass es ok ist wie man aussieht. Auch wenn Freunde und Medien als Teenie enormen Einfluss haben, hier in der Familie wird der Grundstein für ein gesundes Bild von sich selbst gelegt.

 

„Was hast Du denn schon wieder gemacht?“

Die Blumen sind ertrunken, die rote Socke hat auf alle weißen Hemden abgefärbt, der geliebte Mann ist mit Modderschuhen durch die ganze Wohnung gelaufen und die Barthaare liegen mal wieder wie bei einem Stachelschwein im Waschbecken? Wenn du dann sagst > „ schau, was Du wieder gemacht hast“ implizierst du, dass der Fehler an sich eine große Sache war und ist. Das ist mitunter zwar nervig, aber unkonstruktiv. “Anstatt dessen solltest du dich darauf konzentrieren, wie ein Fehler behoben werden kann, so dass jeder zufrieden ist”, sagt Bennett. “Am besten ist, du siehst Fehler als eine Chance zu lernen, anstatt sie als Versagen zu deuten.” D.h. kurz zeigen, wie viel Wasser die Blumen brauchen, die Wäsche gemeinsam sortieren, dem Mann den Besen für die Modderspuren in der Wohnung in die Hand drücken und ihn bitten, die Barthaare selbst zu entfernen.


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