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Verbote während der Schwangerschaft…

Verbote während der Schwangerschaft...

Zigaretten, Medikamenten, Alkohol und den Marathonlauf hinter sich lassen… Während der Schwangerschaft scheint es eine Vielzahl an Verboten zu geben, die Schwangere von allen Seiten umgeben. Manche davon scheinen aber übertrieben… Wir klären auf.

Medikamente während der Schwangerschaft

Medizin während der Schwangerschaft einzunehmen lässt sich nicht immer vermeiden. Die Datenbank von Embryotox, dem Berliner Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, liefert einen guten Überblick, welche Medikamente während der Schwangerschaft sicher sind. Es muss von Schwangeren beachtet werden, dass auch pflanzliche Mittel ohne Rezept dem Ungeborenen Schaden können. Homöopathische Arzneimittel haben zwar normalerweise kaum Nebenwirkungen, dafür ist aber auch ihre Heilwirkung unbewiesen.

Generell gilt: Wird eine Krankheit während der Schwangerschaft nicht richtig behandelt, schadet das dem ungeborenen Kind unter Umständen mehr, als es die richtigen Medikamente tun würden.

Alkohol ganz meiden

Es ist erschreckend: Experten schätzen, dass in Deutschland pro Jahr etwa 10.000 Babys zur Welt kommen, die durch den Alkoholkonsum ihrer Mutter Schaden genommen haben. Schwangere sollten Alkohol ganz meiden. Laut Robert Koch-Institut (RKI) verzichtet aber jede fünfte Frau nicht konsequent darauf.

E-Zigaretten schädigen Lunge, Herz und Nervensystem

Rauchen in der Schwangerschaft ist ein absolutes no go. Aber was ist mit E-Zigaretten? Auch die enthalten meist Nikotin, das in den Blutkreislauf gelangt und Lunge, Herz und Nervensystem des ungeborenen Kindes schädigen kann. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) rät Schwangeren daher vom E-Zigaretten-Konsum ab.

Flugreisen kurz vor Geburtstermin meiden

Wenn die Schwangerschaft normal abläuft, sind einzelne Flugreisen kein Problem für Mutter und Kind. Reisepläne sollten aber stets mit dem Arzt abgesprochen werden, wenn eine Risikoschwangerschaft besteht. Naht der Geburtstermin, sollte man natürlich nicht in den Flieger steigen: Die meisten Fluggesellschaften nehmen Schwangere ohnehin nur bis etwa zur 36. Schwangerschaftswoche mit.

Sanfte Sportarten

Moderater Sport während der Schwangerschaft ist gesund. Extreme Belastungen, die den Puls in die Höhe treiben, sind es nicht. Gelenke und Bänder von Schwangeren sind aufgelockert, sodass ein höheres Risiko bei Schwangeren besteht, sich zu verletzen. Am besten ist es daher, auf die gewohnte Art Sport zu treiben und neue Bewegungsformen zu meiden. Sanftere Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen empfehlen sich eher als beispielsweise Joggen oder Aerobic. Zudem sollten Schwangere auf Sport mit einem hohem Risiko für Stürze oder Stöße in den Bauch verzichten, wie etwa Reiten oder Skifahren, aber auch Mannschaftsballsport.

Gefährliche Chemikalien in Farben

Vor der Geburt eines Kindes steht häufig ein Umzug an. Aber sollte eine werdende Mutter das Babyzimmer streichen? Besser nicht. Denn die streichende Schwangere atmet oft stundenlang Lösungsmittel und andere Chemikalien ein, deren Einfluss auf eine Schwangerschaft nicht ausreichend untersucht ist.

Katzenklos säubern vermeiden

Katzen sind häufig Träger von Toxoplasmen, Parasiten, die beim Kontakt mit Katzenkot auf den Menschen übertragen werden können. Steckt sich eine Frau während der Schwangerschaft erstmals mit Toxoplasmose an, ist das gefährlich für das ungeborene Baby. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt davor, dass schwere Missbildungen und Fehlgeburten auftreten können. Auf das Säubern des Katzenklos sollte von der Schwangeren verzichtet werden – oder dabei unbedingt Handschuhe tragen. Wenn ohnehin bereits eine Risikoschwangerschaft besteht, kann es ratsam sein, die Katze vorübergehend bei Freunden unterzubringen. Frauen, die schon einmal eine Toxoplasmeninfektion durchgemacht haben, sind in der Regel vor einer neuen Ansteckung geschützt. Laut dem RKI liegt die durchschnittliche Durchseuchung in der Bevölkerung bei 50 Prozent, bei Frauen im gebärfähigen Alter wahrscheinlich jedoch darunter. Den Test auf Toxoplasmose bewerten Experten als unsicher.

Vorsicht auch bei pflanzlicher Haarfarbe

Viele Schwangere fürchten, dass der Körper beim Haare färben über die Kopfhaut Chemikalien aufnimmt, die schlecht für das Ungeborene sind. Es gibt zwar keinen eindeutigen Beweis dafür, doch ist bei vielen in Färbemitteln enthaltenden Chemikalien nicht ausreichend untersucht, wie sie sich auf die Entwicklung eines Babys auswirken können. Auch pflanzliche Haarfärbemittel sind nicht automatisch unbedenklich. Sie können zum Beispiel allergieauslösende Zusatzstoffe enthalten. Um auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen viele Ärzte, zumindest im ersten Drittel der Schwangerschaft nicht zu färben.

Verträgliche Lautstärke beim Konzertbesuch

Der Körper der Mutter dämmt Umgebungsgeräusche ab, sodass sie beim Baby deutlich leiser ankommen. Bei einem extrem lauten Konzert können dennoch Werte erreicht werden, die dem Ungeborenen theoretisch schaden können. Der Embryo hört zwar erst ab etwa der 15. Schwangerschaftswoche. Die Sinneszellen, die für das Hören benötigt werden, beginnen aber schon vorher, sich zu entwickeln. Ein Konzertbesuch ist trotzdem möglich, wenn sich die werdende Mutter einen Platz mit verträglicher Lautstärke sucht.

Vegetarische Ernährung

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) lässt sich der Nährstoffbedarf einer Schwangeren durch eine ausgewogene ovo-lacto-vegetarische Ernährung – also ohne Fleisch aber mit Ei- und Milchprodukten – decken. Vegetarierinnen müssen möglicherweise zusätzlich Eisen einnehmen, neben der empfohlenen Folsäure und Jodpräparaten. Eine vegane, also rein pflanzliche Ernährung in der Schwangerschaft birgt hingegen große gesundheitliche Risiken für das Baby, sie kann die Entwicklung des kindlichen Nervensystems stören. Schwangere, die sich trotzdem dafür entscheiden, brauchen dringend eine spezielle medizinische Beratung und müssen Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

Wann auf Sex verzichtet werden sollte

Sex in der Schwangerschaft ist grundsätzlich erlaubt. Vorsichtig sollten lediglich Frauen sein, die schon einmal eine Fehlgeburt hatten. Der Bundesverband der Frauenärzte rät dann zur Zurückhaltung in den ersten Schwangerschaftswochen, bis erste Untersuchungen zeigen, ob sich das Kind normal entwickelt. Gegen Ende der Schwangerschaft sollten werdende Eltern ebenfalls auf Geschlechtsverkehr verzichten, wenn sich der Muttermund bereits geöffnet hat oder vorzeitige Wehen auftreten. So wird verhindert, dass es zu einer Infektion der Gebärmutter kommt, oder die Geburt frühzeitig ausgelöst wird.


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