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Familie und Leben

Vater-Sohn-Konflikte

Vor kurzem erzählte mir eine Kollegin, dass sie nur besorgt wegfahren kann. Auf die Frage: Warum? antwortete sie, dass zu Hause soviel Konkurrenz zwischen dem großen und dem kleine Mann (13 Jahre) herrschte, dass man dem Herren Papa da mitunter schon ins Gedächtnis rufen muss, er ist der Erwachsene! Schließlich sollte es daheim nicht ausarten wie auf einem Schulhof mit Gebrüll, Gestänker und bösen Worten aufgrund einer zu hohen Dosis Adrenalins.

Und in der Tat: die Beziehung zwischen Vätern und Söhnen ist oft schwierig, geprägt von Missverständnissen, Ansprüchen und Auflehnung. Da hat nichts mit den bösen Medien, Handys oder der Jetztzeit zu tun. Bereits Frank Kafka fühlte sich unverstanden. Der Vater ein Fremder, ein Fleischhauer, der seine Unterstützung brauchte und für die Arbeit lebte. Ihm war das Ansehen und der berufliche Erfolg wichtig. Franz als Empfänger von Anweisungen, ausgesprochen von einem sehr dominanten Vater. Doch Franz ist eher sensibel, empfindlich und zieht sich sehr zum Unmut seines Vaters immer mehr zurück. So oder ähnlich kann die Geschichte auch im Heute erzählt werden, und der Ärger über den Sohn ist oft so groß, dass Väter ratlos sind. Erschwerend kommt hinzu, dass Männer (wissenschaftlich bewiesen) weniger Reden, d.h. weniger reden, was sie bewegt, ärgert, stört. Vater und Sohn kommen deshalb viel schwieriger ins Gespräch als das beispielsweise mit der Mutter der Fall ist. Doch eine solide Vater-Sohn Beziehung mit einem gesunden und offenen Verhältnis ist wichtig, damit aus dem Jungen ein Mann werden kann. So kann der Vater ihm Erfahrungen weitergeben. Oft ist der Vater in seinem Tun, in seiner Meinung Vorbild – auch, wenn es gerade in der Pubertät zu schwerwiegenden Konflikten kommt. Hier braucht es Grenzen und Regeln, die nicht unbedingt gern und freiwillig befolgt werden. Zudem will der „junge Mann“ seine eigene Welt haben, sich abgrenzen, den Freunden anschließen. Abgrenzungsversuche, die nur mit Verständnis zu besprechen sind.

 

Aber wie soll denn nun das Verhältnis vom Vater zum Sohn sein?

Da ist es hilfreich, ein verständnisvoller Vater zu sein, der auch mal selbst Fehler machen darf, als ein Familienernährer und das Oberhaupt zu sein, was unangreifbar ist. Letztere Väter haben oft statt einem innigen, ein fremdes und angespanntes Verhältnis zum Sohn. Diese Beziehungen sind häufig durch Pflichtgefühl und Leistungsdruck gekennzeichnet. Liebevolle Umarmungen, Emotionen, Gefühle, Fehler, Zugeständnisse, Toleranz und gegenseitige Akzeptanz, all dies gibt es nicht.
Es ist wichtig, sich dem Sohn zu stellen. Ein belangloses Gespräch beim Essen ist deshalb auch viel mehr als einfach nur belanglos…. Es zeigt Kooperationsbereitschaft, Interesse.

Vielleicht hilft es zu wissen, dass Söhne in der Pubertät immer mehr Streiten und mehr Reibereien haben wollen. Der Vater ist dennoch wichtig und auch mit Reibereien können eine Chance sein, die Beziehung zu klären, zu verbessern oder gar zu intensivieren. Zudem kann eine heftige Diskussion Standpunkte aufzeigen. Der „junge Mann“ lernt für seine Position zu kämpfen oder eben auch diese zu überdenken (sofern es der Vater vormacht). Dabei ist eine derbe Sprache oft genauso vorhanden wie ein wildes Äußeres. Keine Sorge, es vergeht. Genauso wie die Unlust, etwas zusammen zu machen. Eine Zeitlang ist man als Vater eben nicht cool, sondern peinlich und nicht gefragt… wenn man aber alles einigermaßen richtig gemacht hat, ändert es sich wieder und dann gilt es, weiter zu diskutieren und den Sohn weiter im Leben zu begleiten….

Wir horchen mal rein in eine Vater-Sohn Beziehung…


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