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Familie und Leben

Vater sein in Deutschland

Aktive Väter sind ein Gewinn – schön, wenn das auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend festgestellt hat. Aber braucht es dazu wirklich eine statistische Erhebung? Der Väterreport fast zusammen, wie Väter Beruf und Familie heute leben wollen, was sie für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie brauchen und was sie von Politik und Unternehmen erwarten.

Auch wenn wir von der Zusammenstellung etwas irritiert sind, so wollen wir doch einmal neugierig blättern, vor allem im Kapitel „Väter als Gewinn für die Familie und die Wirtschaft“:
 

Aktive Väter sind zufriedener.

Dies zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Jugendinstituts. Sie nehmen in der Erziehung häufiger eine gute Zusammenarbeit mit der Partnerin wahr und sind zufriedener mit ihrer Partnerschaft. Gründe können darin liegen, dass die Verantwortung für die finanzielle Situation der Familie nicht mehr alleine auf den Schultern des Vaters liegt und der Mutter durch das Engagement des Partners mehr Raum für eine eigene Berufstätigkeit gegeben wird. Ein Impuls für eine aktive Vaterschaft geht häufig von der Inanspruchnahme von Elterngeldmonaten durch die Väter aus. Selbst wenn Väter nur zwei Elterngeldmonate nutzen, wirkt sich dieses Engagement nachhaltig positiv auf sie aus. Diejenigen Väter, die Elternzeit in Anspruch genommen haben, würden dies größtenteils wieder tun. Sie berichten von einer Steigerung des eigenen Wohlbefindens und der eigenen Zufriedenheit und betonen den Erwerb neuer Familienkompetenzen. Außerdem stellen sie eine Relativierung der Bedeutung des Berufs für sich fest, die zu einer insgesamt besseren Work-Life-Balance beiträgt.
 

Aktive Väter haben enge Bindungen an ihre Kinder.

Als zentrales Motiv für die Inanspruchnahme der Elternzeit wird von den Vätern die Erwartung geäußert, dass sie dadurch eine intensivere Beziehung zu ihrem Nachwuchs aufbauen können. Internationale Studien114 zeigen, dass sich diese Erwartung erfüllt: Je länger die Auszeit der Väter ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich – im Anschluss an die Elternzeit – an normalen Arbeitstagen um ihre Kinder kümmern, Zeit mit ihnen verbringen und in ihre Pflege eingebunden sind.

Auch deutsche Studien deuten darauf hin, dass die Elternzeit längerfristig eine positive Wirkung auf das Familienengagement von Vätern hat. Väter, die Elternzeit genommen haben, beteiligen sich auch anschließend stärker an der Kinderbetreuung (vgl. Kapitel 4.2). Kinder profitieren in ihrer Entwicklung von einem verstärkten väterlichen Engagement, sie erleben „warmherzige Väter“. Wie zahlreiche Studien belegen, haben eine aktive Beteiligung des Vaters an Pflege- und Erziehungstätigkeiten ebenso wie ein intensives Vater-Kind-Verhältnis positive Effekte auf die kognitive Entwicklung des Kindes, also auf die Entwicklung des Intellekts, des Gedächtnisses, von Problemlösungsstrategien etc. Auch positive Effekte auf die sprachliche Entwicklung der Kinder, ihre Schulleistungen, ihre soziale und emotionale Entwicklung, sowie ihre Empathiefähigkeit sind wissenschaftlich nachgewiesen. Die Vater-Kind-Beziehung ist in Familien mit zwei erwerbstätigen Elternteilen stärker entwickelt, auch deshalb, weil die Kinder deutlich mehr Zeit mit ihren Vätern verbringen, als Kinder aus traditionell strukturierten Familien.

Eine partnerschaftliche Arbeitskonstellation mit einer stärker ausgeprägten Alltagspräsenz beider Eltern sichert den Kindern Abwechslung in der Betreuung, sowie eine Vielfalt an unterschiedlichen Einflüssen, Kompetenzen und Rollen-vorbildern, die sie als bereichernd erleben. Kinder profitieren davon, Mütter und Väter für ihre Aktivitäten jeweils nach Vorliegen auswählen zu können, und erleben ihre Eltern als gleichwertige Bezugs- und Ansprechpersonen mit weniger festen Rollenzuschreibungen….
 

Aktive Väter sind starke Partner.

Die geteilte Verantwortung bei der Familienarbeit führt zu einer Entlastung der Mütter, wie Untersuchungen der mittel- und langfristigen Effekte von väterlicher Elternzeit verdeutlichen. So ist nachgewiesen, dass es wichtig ist, frühzeitig mit der täglichen Routine der Kinderbetreuung in Berührung zu kommen. Denn hierdurch entwickeln sie Fähigkeiten und das Verantwortungsbewusstsein, um die Mütter nicht nur zu unterstützen, sondern um dauerhaft selbst ein aktiver Partner sein zu können.
 

Für uns bleibt vor allem wesentlich die gesamtwirtschaftliche Perspektive:

Eine zukunftsgerichtete Familienpolitik, die junge Mütter und Väter dabei unterstützt, ihr präferiertes partnerschaftliches Familienmodell zu leben, bietet auch gesamtwirtschaftliche Wohlfahrtsgewinne. Der zentrale Hebel ist das gesamtwirtschaftliche Arbeitsangebot, denn perspektivisch wird die Reduzierung des Erwerbsumfangs familienaktiver Väter dadurch überkompensiert, dass Mütter ihre Arbeitszeiten erhöhen könnten/würden: Arbeiten Väter im Durchschnitt 38,9 Wochenstunden statt wie bisher 41,5 Wochenstunden, könnte die Müttererwerbstätigkeit auf rund 78 Prozent und ihre durchschnittliche Wochenarbeitszeit auf 31,1Stunden steigen. Im Saldo nimmt das Arbeitsangebot um rund 1,1 Mio. Vollzeitstellen zu. Damit einher gehen steigende Haushaltseinkommen sowie geringere Armuts- und Transferquoten und schließlich positive gesamtwirtschaftliche Effekte von rund 70 Mrd. Euro p.a
 
Hmmmm. Und nun, fragen wir uns: Was machen wir jetzt mit den hübschen Darstellungen zur Vereinbarkeit von Familie und Arbeitsleben?

Väterreport komplett: www.bmfsfj.de


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