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Familie und Leben

Wenn der Vater fehlt. Männliche Bezugspersonen

Wenn der Vater fehlt. Männliche Bezugspersonen

Brauchen Kinder und Frauen die Gegenwart von Vätern und Männern? Oft sind sie arbeitsbedingt unterwegs und in Kinderkrippen und -gärten sind sie noch Mangelware: die Väter. „Dabei ist der Vater für die Entwicklung des Kindes von großer Bedeutung. Nach der Geburt des Kindes fällt es einer Frau, die von ihrem Mann entlastet wird, leichter, eine sichere Bindung zum Säugling aufzubauen. Wie die Mutter kann auch der Vater auf die Entwicklungs- und Bindungsbedürfnisse des Kindes einfühlsam und fürsorglich eingehen“, so das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft. Gerade wenn die Mäuse 1-2 Jahre sind und sich die enge Mama-Kind-Beziehung ein wenig auflöst, kann ein gefühlvoller Papa seinem Zwerg viel Sicherheit geben.

Fast fünf Millionen deutsche Soldaten starben infolge des Zweiten Weltkriegs. Brüder, Ehemänner, Söhne und auch Väter- jeden Tag starben sechs Jahre lang 2500 Männer. Für ein Viertel der Kinder bedeutete dies eine Kindheit ohne Vater oder auch eine durch den Krieg traumatisierte Beziehung zum Vater.

Eine psychosomatisch-epidemiologische Langzeitstudie an der Mannheimer Normalbevölkerung erbrachte, dass die „Kinder des Krieges“ (die Geburtsjahrgänge 1935 und 1945), bei denen der Vater fehlte, ein höheres Risiko aufzeigten, später eine psychische Störung zu entwickeln. Bei den Kindern, welche zu dieser Zeit eine konstante Bindung zum Vater hatten, war dieses Risiko deutlich geringer.

Seit 1945 herrscht in Deutschland Frieden. Dennoch gibt es viele Kinder, welche ohne den Papa groß werden und mit einem Defizit der emotionalen spürbaren Väterlichkeit aufwachsen. Die Problematik der Einelternfamilien vermehrt sich immer mehr- die Zahl hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten auf heute knapp 20 Prozent verdreifacht. Drei Millionen Alleinerziehende leben in Deutschland derzeit mit Kindern. Alleinerziehende sind im Gegensatz zu Verheirateten mehrfachen Problemen ausgesetzt, wie Armut, Rollenbrüchen, beeinträchtigten Bildungs- und Berufschancen, Schuldgefühlen gegenüber dem Kind und sozialer Randständigkeit. Es besteht ein höheres Risiko, dass sie psychische und psychosoziale Störungen entwickeln.

Buchtipp:
Hartmut Radebold: „Abwesende Väter“

Filmtipp:
Sönke Wortmann: „Das Wunder von Bern“

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