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Familie und Leben

Väter und ihre Töchter

Mädchen haben es bei ihren Vätern eindeutig einfacher als der Sohn (siehe unseren Ausflug gestern in die Vater-Sohn-Beziehung). Ihnen will der erste Mann im Leben oft die Welt zu Füßen legen und oftmals haben die kleinen Damen sehr früh raus, dass mit einem Lächeln und einem imposanten Augenaufschlag bei Papa mehr zu holen ist als bei Mama.

Bereits ab dem 1. Lebensjahr, wenn neben der Mutter noch andere Menschen bedeutend werden, ist die Beziehung zum Vater besonders innig. Er ist die erste große Liebe, die Kinder bis zu ihrem vierten oder fünften Lebensjahr heiraten wollen, Prinz, Retter und Held. Aber auch danach prägt die Vater-Tochter-Beziehung die Vorstellung von dem späteren Lebenspartner, von Vertrauen und Verlässlichkeit, von Aufmerksamkeit und Nähe. Doch auch diese Beziehung erfährt in der Pubertät einen Knick. Oft gibt es Phasen, wo die Mädchen nichts mehr von dem Vater wissen wollen, um allein ihre Erfahrungen (auch und gerade in der Liebe) zu machen. Dennoch gibt es keinen Zweifel an der innigen Beziehung. Väter sollten sich dies nicht zu sehr zu Herzen nehmen. Es ist immer noch wichtig, die starke Schulter zu spüren und die Unterstützung.

Diese klare Orientierung wird besonders bei der späteren Partnerwahl des Kindes deutlich. Studien haben herausgefunden, dass sich Töchter mit einem ausgewogenen, stabilen Verhältnis zum Vater nach vergleichbaren Charaktereigenschaften bei ihrem neuen Freund und Partner umsehen. Es braucht also eine gewisse Ähnlichkeit, um glücklich und zufrieden zu sein.

Untersuchungen bestätigten, dass Väter bei ihren Töchtern das Männerbild prägen. Zudem stellte sich heraus, dass durch eine funktionierende Vater-Tochter-Beziehung die Mädchen ein besseres Selbstwertgefühl aufbauen und später weniger unter Angststörungen oder Depressionen leiden. Durch die Beziehung zu ihrem Vater bekommen Töchter einen ersten Einblick in die „Männerwelt“. Dieser geht mit vielen Dingen einfach anders um als die Mutter. Probleme werden beispielsweise von der Mutter meist sehr emotional aufgenommen, der Vater stellt einen sachlichen Bezug her. Die verschiedenen Argumentationen gerade in Problemlagen helfen dem Kind auch später, sich diesen zu stellen und Lösungen zu finden.

Und auch das Selbstbewusstsein des Vaters bleibt nicht ohne Folgen. Vorwiegend Männer geben ihre mentale Stärke an ihre Kinder ab – die elterliche Power wirkt auf die Kinder. (ist diese nicht vorhanden, sind die Eltern lustlos und verbringen ohne Antrieb und Motivation viel Zeit in den heimischen vier Wänden, ist dies ebenfalls eine Lebenseinstellung, die sich die Kinder zum Vorbild nehmen) Mit Elan und Selbstvertrauen hingegen kann man leiten und angstfrei in neue Lebensphasen wie Studium oder Ausbildung starten. Erfolgreiche Frauen kamen nach amerikanischen Forschungen verstärkt aus starken Familien mit einer intakten Vater-Tochter-Beziehung. Anders als Mütter führen sie die Töchter auch an ungewohnte und risikoreiche Aufgaben heran, was sich positiv auf die Entwicklung auswirkt.

 

Aber: es kann auch negative Effekte im Miteinander geben:

1. Wird die Tochter zu sehr behütet, kann das im späteren Leben problematisch werden. Der Einfluss auf eine Partnerschaft könnte sich so gestalten, dass sie nicht gelernt hat, wie man selbst Dinge entscheidet und sich komplett auf den Lebenspartner verlässt. Der Mann sozusagen als Versorger. Männer könnten dies ausnutzen und es entwickelt sich eine ungesunde Partnerschaft.

2. Schwierig wird es auch, wenn die Tochter alles bekommt und ihr im wirklichen Leben die Welt zu Füßen gelegt wird. Ein Eis, ein Film, neue Schuhe, das Spielzeug im Schaufenster? Das gut gemeinte Verhalten des Vaters lehrt, dass sie als Papas Prinzessin alles bekommen kann. Dies wird im späteren Leben nicht so sein. Ein Augenaufschlag ist keine gute Basis für eine glückliche, gleichberechtigte Partnerschaft.

Der ideale Vater, der ständig abwesende Vater, der peinigende Vater… ein Unterrichtsmitschnitt


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