Home  »  News   »   Familie und Leben   »   Der unerbittliche Kampf um das Sorgerecht

Familie und Leben News

Der unerbittliche Kampf um das Sorgerecht

Der unerbittliche Kampf um das Sorgerecht

Immer häufiger müssen in Deutschland Väter um das Sorgerecht kämpfen. Der Grund dafür ist, dass in Deutschland fast jedes dritte Kind unehelich geboren wird. Welche Rechte für verheiratete und nicht verheiratete Eltern nach der Trennung oder Scheidung gelten:

Wie erhält man überhaupt das gemeinsame Sorgerecht für den Nachwuchs?

Nach deutschem Recht haben verheiratete Eltern eines Kindes das gemeinsame Sorgerecht. Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, hat die Mutter nach der Trennung das alleinige Sorgerecht. Der Vater ist insofern nicht sorgeberechtigt, außer es herrscht eine tragfähige soziale Beziehung zur Mutter vor. Dann kann eine Sorgerechtserklärung im Jugendamt vom Vater abgegeben werden. Entscheidet sich das Gericht dafür, verfügen die Eltern über das gemeinsame Sorgerecht. Falls die Mutter aber der Erklärung widerspricht, kann der Vater das Sorgerecht „einklagen“.

Miteinander verheirateten Eltern steht das Sorgerecht grundsätzlich immer gemeinsam zu- auch nach der Scheidung. Im Scheidungsverfahren kann gegen das gemeinsame Sorgerecht entschieden werden, wenn beide Ehegatten dies ausdrücklich beantragen. Wenn es nur ein Elternteil ist, was das alleinige Sorgerecht möchte, entscheidet das Familiengericht darüber. Falls das gemeinsame Sorgerecht für das Kindeswohl gefährdet sein könnte, wird das Sorgerecht auf ein Elternteil übertragen. Zum Beispiel wenn beide Eltern erheblich miteinander verstritten sind oder ein Elternteil weit weggezogen ist.

Bei nicht miteinander verheirateten Eltern kann das Sorgerecht auf ein Elternteil allein übertragen werden. Grundsätzlich steht das Sorgerecht nach dem Gesetz aber allein der Mutter zu. Die für das gemeinsame Sorgerecht benötigte Sorgerechtserklärung, kann schon vor der Geburt des Kindes beantragt werden.

Solange ein gemeinsames Sorgerecht besteht, müssen die Eltern immer gemeinsam über das Kind entscheiden. Vor allem wichtig ist es, dass die Zuteilung des gemeinsamen Sorgerechts nicht dem Kindeswohl widerspricht. In einem Verfahren um das gemeinsame Sorgerecht sollte dem betreuenden Elternteil kein grobes Fehlverhalten vorgeworfen werden. Das macht beim Gericht den Anschein, man wäre heillos zerstritten und der Wunsch nach einem gemeinsamen Sorgerecht wäre hinfällig.

Hier einige Gründe, die gegen die Sorgerechtserklärung sprechen:

(1) mangelnde Kooperationsfähigkeit oder mangelnder Kooperationswille der Eltern

(2) erheblicher Streit zwischen den Eltern

(3) fehlende Bindung des Vaters an das Kind

(4) herausgenommene Eigenmächtigkeiten des Vaters gegenüber dem Kind

Nichteheliche Väter können nach der neuen Reform leichter an der elterlichen Sorge teilhaben. Doch ist es keineswegs ein Freibrief für Väter: ein Mindestmaß an Kommunikation zwischen den Eltern, welche wichtig für die gemeinsamen Entscheidungen und das damit verbunden Wohl des Kindes ist, muss gewährleistet sein.

Der unerbittliche Kampf um das Sorgerecht – LeipzigKids


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.