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Mehr unbegleitete Flüchtlingskinder in Sachsen

Mehr unbegleitete Flüchtlingskinder in Sachsen

Ab 2016 wird Sachsen wesentlich mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufnehmen müssen, da viele von ihnen ihre Eltern auf der Flucht verlieren oder sich allein, ohne Kontakt zur Familie, nach Deutschland durchschlagen. Sozialministerin Barbara Klepsch (50, CDU) rechnet mit Kosten von 100 Millionen Euro für Sachsen.

Klepsch: „Sie haben häufig Schreckliches erlebt. Wir sollten sie nicht mit Vorurteilen, sondern mit offenem Herzen empfangen.“

Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) sieht eine „enorme Herausforderung“. Neben der Unterbringung gehe es um den Besuch von Schulen sowie die Organisation einer sozialen und psychologischen Betreuung. „Es handelt sich um Kinder, die zum Teil stark traumatisiert sein können“, sagte Klepsch. Die Minderjährigen werden betreut, bekommen einen Vormund und gehen zur Schule. Mit 18 Jahren können sie dann einen Asylantrag stellen.

Ab Januar werden die Kinder und Jugendlichen nach einem bestimmten Schlüssel auf alle Bundesländer verteilt, nach den gleichen Kriterien wie Asylbewerber. Das bedeutet für Sachsen, dass mit etwa 1500 Minderjährigen ohne Begleitung zu rechnen ist. Der Freistaat übernimmt die Kosten in Höhe von rund 100 Millionen Euro für Investitionen, Betreuung und Personal, obwohl die örtlichen Jugendämter eigentlich dafür zuständig seien, so die Ministerin: „Das Geld steht bereit. Verzögerungen können wir uns nicht leisten.“ Ausgleichszahlungen von 23,5 Mio. Euro kämen hinzu sowie eine Aufstockung des Personals bei Landesbehörden. Das Geld kommt aus dem Haushalt, woanders gekürzt werde dafür nicht, hieß es.

Bisher wurden die Jugendlichen dort betreut, wo sie ankamen – vor allem in Bayern, Hamburg und Hessen. Ende Mai diesen Jahres waren 141 Jugendliche in Sachsen untergebracht, die zu 90 Prozent männlich und überwiegend zwischen 15 und 17 Jahren alt sind. Nach einer Studie kamen 2013 etwa 6600 Kinder bis zum 18. Lebensjahr allein.


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