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Trotzen, Wüten, Schreien – extremes Verhalten und wirklich erfolgreiche Strategien

Niemand bleibt verschont. Das Kind tobt, kein Wort dringt mehr zu ihm durch und als Eltern beschleunigt sich der Herzschlag. Man ist selber verzweifelt, wütend, enttäuscht oder gar peinlich berührt. Nein, der historische Klaps kommt nicht in Frage, aber was hilft denn nun? Was kann man machen? So wurden erstmals die Erziehungsmaßnahmen und -strategien von 15.000 Familien aus 20 Ländern verglichen, um zu schauen was für 2 – 10 jährige am erfolgversprechendsten ist.

Es wurden sowohl Maßnahmen betrachtet, die gutes Verhalten belohnen als auch solche, die an der Beziehung zwischen Eltern und Kind arbeiten. Patty Leijten (Assistenz-Professorin für Kindesentwicklung, Universität Amsterdam) stellt fest: „Wir haben herausgefunden, dass es für Kinder, die bereits stark auffällig geworden sind, am besten ist, wenn Eltern lernen, sowohl mit dem „störenden Verhalten“ des Kindes umzugehen, als auch an der Beziehung zum Kind zu arbeiten. Sollte solch störendes Verhalten noch nicht als Problem aufgetreten sein, waren beide Strategien nicht hilfreicher als nur Erziehungsmaßnahmen das Verhalten betreffend zu lehren.“

D.h. wütende Kinder brauchen nicht nur Erziehungsmaßnahmen, die Familien brauchen generell Hilfe um eine gemeinsame, bessere Beziehung aufzubauen.

Ein Wutausbruch ist immer ein Zeichen, dass das Kind überfordert ist und nicht weiß, wie es mit seinen Gefühlen umgehen soll (deshalb: keine Sorge, es wird besser je älter die Kinder werden). Erst im Laufe der Zeit lernt es, seine Wut unter Kontrolle zu bringen. Es gibt jedoch einige Strategien mit der Wut besser umzugehen und so daran zu arbeiten, dass sie „verraucht“ oder „abgearbeitet“ werden kann. Mit entsprechenden Wiederholungen weiß das Kind auch ohne die Hilfe der Erwachsenen was es tun könnte.

Was man dem Kind sagen kann?

Ärger in den Spiegel singen!

Es ist ungewohnt, aber man kann sich vor der Spiegel stellen und mal so richtig schimpfen und alle ärgerlichen und wütenden Gedanken loswerden. Das sieht lustig aus und man hat ein Ventil.

An was Schönes denken!

Das hilft nicht nur den Kindern. Wenn man nämlich immer nur an den doofen Lehrer(den doofen Chef denkt, wird es erfahrungsgemäß nur schlimmer. Stattdessen lieber an das letzte Wochenende, ein Stück Schokolade, Eis essen oder den Nachbarshund denken, damit sich die Gedanken wieder etwas beruhigen.

Atmen, einfach atmen!

In sich hinein horchen und dem Atem nachspüren. Langsam beim Einatmen zählen… einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig und beim Ausatmen vierundzwanzig, fünfundzwanzig, sechsundzwanzig. Fünf Wiederholungen sind super, damit das Atmen vom Ausrasten abhält.

Wut wird zur Bewegung!

Eltern putzen, basteln am Auto, graben den Garten um oder gehen Joggen. Kinder sollten ihren Ärger und ihre Energie ebenfalls in Bewegung umsetzen dürfen. D.h. ein schneller Spaziergang ist gut oder eine Runde mit dem Fahrrad, man kann auf der Stelle hüpfen oder Kniebeugen machen.

Schreibe oder male die Wut auf ein Blatt Papier!

Malen und Schreiben befreit. Alles raus auf ein Blatt Papier, damit man es loswird und zum Schluss kann man es auch in klitzekleine Stücke reißen oder im Klo runterspülen. Der ganze Ärger muss weg.

Wut weglächeln!

Für Fortgeschrittene gibt’s auch diesen körperlichen Trick: einfach trotz der Wut lächeln und Mundwinkel nach oben. So kann man seinen Körper überlisten und die Wut soll verrauchen.

Gut ist auch, eine Art Wuttagebuch zu führen – daran sieht man, wann es besonders schlimm war und man kann mit dem Kind auch im Nachgang noch einmal sprechen, um herauszufinden, was die Wut verursacht hat und was dem Kind dazu einfällt.

(Die Studie komplett findet Ihr hier: www.srcd.org)


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