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Trisomie 21 – und das Leben erwartet eine Entscheidung

In unserem Buch ging es gestern eben darum: Erbfehler und verändertes genetisches Material. Andere Kinder, dokumentiert in ihrer Vielfalt und mit ihren Familien. Aber bevor das Kind da ist, durchleben die Familien bereits eine emotionale Ausnahmesituation und müssen sich plötzlich damit befassen, … beispielsweise mit ein bisschen mehr Chromosom.

Statt den üblichen 23 Chromosomenpaaren kann das Chromosom 21 nicht doppelt sondern dreifach vorhanden sein – und das Kind wird mit dem sogenannten Down-Syndrom geboren. Und auch wenn alle Mütter und Väter gern mit dem Gedanken „uns passiert das nicht“ spielen, so ist es doch relativ weit verbreitet, denn 1 von 700 Neugeborenen ist betroffen, sodass alle paar Minuten ein Baby mit dieser angeborenen Störung zur Welt kommt. Aber was bedeutet es für die Eltern? Was heißt es für das Leben des Kindes? Man muss sich entscheiden – hierzulande dafür oder dagegen. Eine Zerreißprobe für alle Eltern. Ein Abwägen, Hoffen, Verzweifeln, aber letzten Endes muss dennoch eine Entscheidung stehen – egal wie schwer sie auch ist.

Richard und Lisa haben sich dagegen entschieden. Der kleine Mensch war 240 Gramm schwer, 22 Zentimeter groß – Spätabbruch zu Beginn des 6. Monats. Eine Geburt in einem Kreissaal – inmitten von strahlenden, rosigen Babyfotos. Der Frauenarzt rief an, zwei Wochen nach der Fruchtwasseruntersuchung und teilte mit, dass der Sohn Trisomie 21 hätte – verbunden mit der Aufgabe, dass die Eltern sich jetzt überlegen sollten, was sie machen wollten. Sie recherchieren, hoffen auf eine Fehldiagnose, erfahren von ihrem Umfeld, dass das Kind jetzt scheinbar nicht mehr als Kind sondern als Etwas, als Makel angesehen wird. Die werdenden Großeltern sind der Ansicht, dass man sich heutzutage damit nicht beschäftigen muss, man muss „soetwas“ nicht bekommen. Die Eltern wissen nicht was richtig und falsch ist. Überschäumende Ratlosigkeit. Keine Hilfe, Keine emotionale Stütze. Lisa und Richard besuchen eine andere Mutter, deren Sohn Down-Syndrom hat und, da die Zeit drängt, entscheiden sie sich.

Lisas und Richards Weg und ihre Entscheidung gegen das Leben – eine Entscheidung von der sie sagen „Wir haben ihn getötet. …nicht das Down-Kind, sondern unseren Sohn, und es war falsch.“


Einblicke:


VIDEO: Diagnose Trisomie 21 – Lisa und Richard erzählen in ihren Worten, wie sie die folgenschwere Entscheidung gegen ein Kind mit Down-Syndrom und die Zeit danach erlebt haben (11:41 Min)

 


VIDEO: Kurz erklärt – wie kommt es zum Down-Syndrom? Die Entstehung von Trisomie 21 im Überblick. (2:23 Min.)

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