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Nach der Trennung – Wenn die Mutter zur Wochenendmama wird

Nach der Trennung - Wenn die Mutter zur Wochenendmama wird

Meistens bleiben die Kinder nach der Trennung bei der Mutter. Doch bei Sonja Bartels ist alles anders. Sie fährt 40 bis 50 Minuten mit dem Auto, um ihre Kinder zu sehen. Jedes zweite Wochenende bleiben sie bei ihr. Dabei stößt sie auf viel Kritik. Aber sie weiß auch, durch die Zustimmung von anderen Wochenendmüttern, dass sie nicht alleine ist.

Dass ein Vater seine Kinder nur am Wochenende sieht, ist völlig normal. Bei einer Mutter reagiert das Umfeld oft viel negativer. Auch das Bürgeramt war entsetzt und hat nachgefragt, ob das denn stimme, dass sie sich allein ummelde. Ja. Trotzdem möchte sie nicht als Aussätzige im Dorf wahrgenommen und behandelt werden. Das komme für sie nicht in Frage. Und so begleitet sie eine der beiden Töchter zu Kindergeburtstagen, um mit den Müttern der anderen Kids ins Gespräch zu kommen und zu zeigen „Hey, ich bin auch noch hier“. Sie will den anderen begreiflich machen, dass sie zwar ausgezogen ist, aber dennoch für ihre beiden Töchter da ist. Denn Frau Bartels war diejenige, die sich auch zum Wohl ihrer Kinder so entschieden hat…

In einem großen Haus in einer gewohnten Umgebung möchte sie ihre Töchter leben lassen anstatt in einer kleinen Stadtwohnung.

Unsere Erwartungen sind höher denn je

Die Anforderungen an Väter sind komplexer geworden. Ein Großteil sieht im Vater nicht nur den Ernährer sondern auch einen Vater, der für seine Kids beruflich zurücksteckt. Bei den Müttern sind die Anforderungen noch größer geworden. Laut einer Studie „Familienleitbilder in Deutschland“ des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, in der man 5000 Frauen und Männer zwischen 20 und 39 Jahren befragte, wurde erfasst, dass über 80 Prozent der Befragten der Meinung sind, Mütter sollen zur Unabhängigkeit vom Partner einem Beruf nachgehen.

Gleichzeitig sagen ebenfalls 80 Prozent, dass die Mütter nachmittags für die Kinder Zeit aufbringen sollten. Die Kindererziehung sowie die persönliche Weiterentwicklung im Job sollen gleichzeitig verfolgt werden. Ein zutiefst widersprüchliches Mutterbild, was die persönliche Situation, den Wunsch und den Druck der Gesellschaft zeigt. Genau hier fängt sie dann auch an, die Stigmatisierung der Wochenendmutter.

Das Gleichgewicht ist die Herausforderung

Immer wieder begleitet Sonja Bartels der Gedanke, ihre Kinder zu verlieren. Eine neue Frau im Haus?  Was könnte das mit sich bringen? Vergessen sie die leibliche Mama? Damit könnte sie überhaupt nicht umgehen. Ein Angstfaktor, der von außen interveniert wird, mit dem hauptsächlich die Väter zu kämpfen haben. Eine gute Lösung zu finden und beizubehalten ist eine große Herausforderung zwischen den Ex-Partnern. Eine Lücke bleibt immer zurück, denn es ist nie alles so wie vor der Trennung…


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