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Familie und Leben

Stress bei Kindern und wie ihr als Eltern gegensteuern könnt

Vielen Eltern kommt das vielleicht bekannt vor: Das Kind kommt nach der Schule zuhause, scheint müde zu sein, mit den Gedanken nicht ganz bei der Sache und reagiert schon bei Kleinigkeiten gereizt und will offenbar nur seine Ruhe haben. Der Nachwuchs ist gestresst! Eine Studie bestätigt nun, was viele Eltern täglich beobachten können. Was ihr nun tun könnt, um dagegen zu steuern, verraten wir euch im heutigen Beitrag.
 
In der heutigen gehetzten Gesellschaft sollte es niemanden wunder, dass auch unsere Kinder betroffen sind und im Alltag unter dem Stress eines viel zu straffen Zeitplanes leiden müssen. 2018 untermauert eine Forsa- Umfrage der KKH Kaufmännischen Krankenkasse die Ergebnisse einer Studie der Bielefelder Universität von 2015. Diese ging davon aus, dass fast ein Fünftel aller Schulkinder unter dem anhaltenden Druck leidet. Besonders Kinder zwischen 13 und 18 Jahren seien nicht nur von Stress, sondern auch von daraus resultierender Depression betroffen, so die Forsa-Studie.
 

Bekannte Auslöser:

Die Ursachen können sich summieren und v. a. variieren.

Druck in der Schule. Die Angst davor, in der Schule zu versagen und so die eigenen Elter zu enttäuschen führt zu großem Leistungsdruck, dem kaum einer standhalten kann. Holger Ziegler, Leiter der Bielefelder Studie erklärt dazu: “Der insgesamt bedeutsamste Faktor für kindlichen Stress dürfte auf Leistung und mehr noch auf Erfolg orientierte Erziehungspraxis sein.”

Keine freie Minute. Viel Zeit für Langeweile bleibt zwischen Sportverein, Musikunterricht und Terminen nicht. Aus der Forsa-Studie ging hervor, dass gut ein Drittel der befragten Schüler mindestens drei außerschulischen Aktivitäten in der Woche nachgeht.
Streit mit Freunden. Auch ein ernster Streit mit einem guten Freund, bis hin zum Mobbing in der Clique erhöht das tägliche Stresslevel.
Probleme mit der Familie. Geht es den Eltern oder den Geschwistern nicht gut, hat dies immer auch Auswirkungen auf den Rest der Familie und besonders Kinder nehmen sich dies sehr zu Herzen.
 

Wie zeigt sich der Stress bei Kindern?

Da es sich bei Stress um eine biologische Fluchtreaktion handle, reagiert der Körper auf diesen auch mit bestimmten Symptomen. Körperliche Reaktionen auf Stress können u. a. sein:

  • Bauchschmerzen

  • Kopfschmerzen

  • Appetitlosigkeit

  • Schlaflosigkeit

  • Gereiztheit

  • Übelkeit

 

Besonders die leichte Reizbarkeit lässt sich durch den fehlenden Schlaf erklären, denn je jünger Kinder sind, desto eher reagieren sie körperlich auf den Stress. Es zeigen sich Bauch- und Kopfschmerzen und Übelkeit. Bei Jugendlichen zeigen sich eher Angstzustände und Depressionen.
 

Wie könnt ihr euren Kindern helfen?

Einfach, aber wichtig: Eltern müssen erst einmal erkennen, dass ihre Kinder unter Stress leiden. In der Regel stehen sie selbst sehr unter Druck, um dem eigenen Anspruch und dem optimalen Elternbild der Gesellschaft gerecht zu werden. Der Nachwuchs soll sich frei entfalten können, die bestmögliche Bildung erhalten und die beste Förderung. Dies artet jedoch meist in Leistungsdruck aus, sowohl für Eltern, als auch für die Kinder. Um dies zu umgehen, seht doch mal gemeinsam euren Terminkalender durch, inwiefern er euch durch straffe Zeiten, geforderte Leistung und Erwartungen unter Druck setzt.

Nehmt euch die Zeit kurz durchzuatmen und sprecht mit euren Kindern. Ist das ein oder andere Hobby vielleicht doch zu viel, macht es überhaupt noch Spaß oder könnt ihr es doch von der Liste der wöchentlichen Aktivitäten streichen?

Je mehr ihr miteinander redet, umso eher lassen sich Lösungen finden, auch für den Fall, dass euer Zögling in der Schule mit Versagensängsten zu kämpfen hat. Versucht gemeinsam herauszufinden, woran es liegen könnte und lasst ihn wissen, dass eine schlechte Note noch keinen Weltuntergang bedeutet.
Zeigt ihm, dass er mit seinen Problemen zu euch kommen kann und sich euch anvertrauen kann, wenn es z. B. Streit mit den Freunden gibt oder euer Kind das Gefühl hat gemobbt zu werden.

Im Prinzip ist Achtsamkeit das Zauberwort – habt euren Nachwuchs im Auge, aber auch euch selbst. Wenn ihr im Stress versinkt und es nicht schafft, der Belastung standzuhalten, wie sollen es eure Kinder schaffen? Versucht, so gut es geht, eine Work-Life-Balance zu halten und vorzuleben. Es sind anstrengende Zeiten, keine Frage, aber wenn wir es schaffen, den Druck aus dem Leben ein bisschen herauszunehmen, sieht die Welt schon besser aus.


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