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Stillen und das Zungenbändchen. Eine Aufklärungsreise mit Hebamme

Gestern ging es um einen gute Möglichkeit für kaputte Eltern, mal eine Nacht durch zu schlafen. Heute beschäftigen wir uns mit einer Möglichen Ursache für ein quengelndes und weinendes Baby.

Hat das kleine Würmchen Probleme mit der Nahrungsaufnahme, ist auch die restliche Zeit für Eltern und Kind kein Vergnügen. Das Baby hat Hunger, kann aber nicht richtig, oder sogar nur unter Schmerzen, auch für die Mutter, etwas Milch saugen. Was ihr dagegen machen könnt erfahrt ihr hier:

Was hat das Zungenbändchen denn mit dem Stillvorgang zu tun?

Unsere Zunge ist wichtig. Ob zum Sprechen oder Essen, sie spielt eine zentrale Rolle in unserem Leben. Diese beginnt bereits im Säuglingsalter mit dem Stillvorgang, bei dem die Zunge ausreichend beweglich sein muss, um die Brustwarze (Mamille) der Mama gut erfassen zu können. Treten beim Stillen also Probleme auf, könnte dies an einem möglicherweise zu kurzen Zungenbändchen (Ankyloglossie) des Nachwuchses liegen. Mit einem zu kurzen Zungenbändchen werden rund 3 bis 4,8% Babys geboren und fast ein Viertel dieser bekommen aufgrund dessen Probleme bei der Nahrungsaufnahme beim Stillen. Betroffene Neugeborene können ihre Zungen meist nicht über ihre untere Kauleiste oder ihre Unterlippe strecken, wodurch sie die Mamille nicht weit genug einsaugen können und nicht genug Milch bekommen.
 

Daraus ergeben sich Schwierigkeiten für Mutti und Kind

Durch die nun falsche Position im Kindermund kann das Stillen zu Schmerzen und Verletzungen der Mutter führen. Was wiederum Infektionen, Milchstau oder eine Mastitis nach sich ziehen kann. Doch auch der Säugling kann darunter leiden, durch die schlechtere Stimulation der Milchbildung kann es nämlich zu unzureichender Gewichtszunahme bis hin zur Gedeihstörung kommen.
Sind beim Trinken aus dem Fläschchen oder beim Stillen schnalzende Geräusche zu hören, kann dies auf ein zu kurzes Ankyloglossie hinweisen. Auch die herzförmige Zungenspitze, beim Zunge strecken ist ein sicheres Zeichen. Doch nicht nur beim Stillen, sondern auch beim Sprechen lernen stellt die eingeschränkte Beweglichkeit der Zunge ein großes Problem da. Deswegen ist es wichtig schon im Babyalter auf mögliche Auffälligkeiten zu achten.
 

Ist die Durchtrennung eines zu kurzen Zungenbändchen notwendig?

Bei dieser Frage können nicht nur Hebammen, sondern auch Kinderärzte, Logopäden oder geschulte Stillberater weiterhelfen. Außerdem kann sich die Beweglichkeit der Zunge im Laufe der Stillzeit noch verändern und entwickeln, weshalb man die anfänglichen Schwierigkeiten erstmal beobachten sollte.
Sollten die Beschwerden bleiben oder sogar schlimmer werden, ist eine so genannte „Frenotomie“ notwendig. Dabei handelt es sich um einen einfachen Eingriff, bei dem bei Bedarf vorher ein lokal betäubendes Gel aufgetragen wird, bevor dann das Zungenbändchen durchtrennt wird. In der Regel kann der Säugling danach direkt wieder gestillt werden und die meisten Mamas merken dann schon eine deutliche Verbesserung.


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