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Spezialthema

Stark und alleinerziehend – Teil 2

Keine Frage, man liebt seine Kinder – gigantisch, enorm, mehr als man beschreiben kann. Aber die Umstände sind nicht unbedingt ideal. So wie gestern beschrieben, machen sie es gerade Alleinerziehenden schwer, sie zehren an den Kräften und fressen auf. Heute schauen wir fortfolgend, was denn die Hilfen sein könnten und die Politik dazu sagt…


Stark und alleinerziehend: Wie du der Erschöpfung entkommst und mutig neue Wege gehst

Stark und Alleinerziehend von der Ärztin und Psychotherapeutin Dr. Alexandra Widmer

In diesem Buch geht es darum, die psychische und folglich auch körperliche Gesundheit als alleinerziehende Mutter oder Vater zu stärken.

Stark und alleinerziehend heißt, die Stärke und den Mut zu haben sich Hilfe zu holen und nicht dem Irrglauben zu unterliegen, es gesund allein schaffen zu können. 

Es geht darum zu lernen, wie man in dieser Lebensphase gesund bleiben kannst. Das Risiko an einer Depression zu erkranken ist im Vergleich zu klassischen Familie doppelt so hoch (Robert Koch Institut). Das soll nicht passieren! Frau Dr. Widmer will vorbeugen.

 

 

Für sie gibt es sechs wesentliche Säulen, die berücksichtigt werden müssen:

  • 01Orientierung
    Egal wer wen verlassen hat. Die erste Zeit nach der Trennung herrscht viel Chaos. Du bekommst eine erste Orientierung.
  • 02Selbstvertrauen
    Die Trennung kann sehr kränkend sein. Stärke jetzt dein Selbstvertrauen und entdecke neue Seiten.
  • 03Ex-Partner
    Finde trotz vieler Herausforderungen einen souveränen Umgang mit deinem Ex-Partner.
  • 04Gefühle
    Wut, Trauer, Angst, Schuldgefühle und Einsamkeit kosten viel Kraft. Du lernst einen guten Umgang mit Ihnen.
  • 05Gleichgesinnte
    Finde gerade jetzt Menschen auf deiner Wellenlänge, die dich verstehen und vernetze dich mit Ihnen.
  • 06Zukunft
    Plane trotz aller Erschöpfung deine Zukunft. Deine Wünsche tragen dich durch den Alltag.

 


In jeder Phase gibt es wesentliche Bestandteile – so beispielsweise in der ersten Phase, liegt oft auch die Scheidung und es braucht Ideen und Ansätze für den Alltag, die Dich tragen

Hier auszugsweise die Ideen, die in der ersten Zeit als Alleinerziehende/Alleinerziehender wichtig zu wissen sind und helfen können…

1. Suche dir jede mögliche Unterstützung

Nicht jede Person passt in jeder Situation. Deswegen ist es wichtig, dass du dir ein Netz aus verschiedenen Personenkreisen schaffst. Familie, Freunde, Bekannte, Ärzte, Psychotherapeuten, Psychologen, Sozialarbeiter. Solltest du dich schämen, frage bitte trotzdem. Höre nicht auf das Gefühl in dem Moment. Du hast jede Unterstützung verdient. Wirklich!!!!

2. Vertraue dir selbst

Vertraue darauf, dass du mit deinen Fähigkeiten und deiner Persönlichkeit, die neue Lebenssituation meistern kannst. Und wenn du mal kein Vertrauen haben solltest, dann komm auf diese Webseite und lese darin.

3. Gönne dir viel Ruhe

Und zwar ab dem Moment, wo dein Kind schläft oder du ohne dein Kind bist. Du darfst diese Zeit ohne ein schlechtes Gewissen genießen. Nein, es ist sogar deine Pflicht, um mit neuer Energie deinem Kind zu begegnen. Schaffe dir kleine Inseln der Ruhe. Und wenn es nur 10 „bewusste“ Minuten sind.

4. Pflege Dich

Das was du mit aller Liebe deinem Kind zukommen lässt, darfst du dir auch nehmen. Das ist besonders wichtig, weil erstmal kein Partner da steht und diese Aufgabe übernimmt. Pflege deinen Körper, kleide Dich schön und umarme dich selbst.

5. Such dir ein Netzwerk mit Alleinerziehenden

Der Vorteil ist, dass du dich nicht allein fühlst. Du kannst mit deinen Fragen und Themen von anderen Betroffenen viel lernen. Wenn du in deiner Umgebung kein Netzwerk findest, kannst du dir auch online sehr viel Unterstützung holen und mitlesen.

6. Es ist deine Chance

Diese Herausforderung ist nun mal da. Du kannst sie weiter als Katastrophe sehen oder als Chance wahrnehmen. Du wirst über dich hinauswachsen und viel über dich lernen.

7. Habe sehr viel Geduld mit dir

Du hast gerade das erlebt, was viele schlaue Bücher als „Life-Event“ bezeichnen. Egal ob du die Trennung wolltest oder dein ehemaliger Partner. Es hat oft eine Krise zur Folge. Besonders jetzt ist es wichtig, dass du freundlich mit dir selbst umgehst. Mache alles nur Schritt für Schritt. Manchmal reicht auch schon der Gedanke: „Erstmal nur den nächsten Tag schaffen.“

8. Erlaube dir alles zu fühlen

Du bist traurig, wütend, ärgerlich, einsam, eifersüchtig, hilflos oder verzweifelt? Das ist gut und wichtig so. Jedes dieser Gefühle hat in diesem Moment seine Berechtigung und möchte „gefühlt“ werden. Je mehr du dich zwingst, es nicht zu fühlen, desto stärker kommt es auf dich zurück. Sage Dir: Ja, ich bin jetzt wütend. Ja, ich bin eifersüchtig usw.

9. Umgib dich mit den Richtigen

Frage dich bei jedem Kontakt, ob dir diese Person mehr Kraft gibt oder dich mehr Kraft kostet. Sollte sich das über einen gewissen Zeitraum nicht ändern, dann distanziere dich. Du brauchst deine Energie für dich und dein Kind.

10. Schütze dich

Unabhängig davon wie eure Beziehung auseinander gegangen ist, ist es wichtig erstmal eine räumliche Distanz zum Ex-Partner zu schaffen. Selten gelingt sofort ein Übergang von der Paar-Ebene zur Eltern-Ebene, da jeder zu diesem Zeitpunkt verwundbar ist. (Auch wenn du dir das von ihm nicht vorstellen kannst).

11. Schuldfalle oder beidesindveranwortlich

Du suchst bei dir nach der Schuld? Oder der andere beschuldigt dich? Es ist ein häufiges Phänomen und kostet wahnsinnig viel Energie. Die Frage nach dem „Warum ist es so gekommen?“ ist NIE konstruktiv.

12. Du darfst bitte Fehler machen

Du wirst Fehler machen und das ist auch gut so. Alles andere ist nicht menschlich. Gestehe dir ein stark und schwach sein zu dürfen.
Und wenn du jemanden um Hilfe bittest, ist das eine Stärke.

13. Schlafe sehr viel!

Schlafe regelmäßig um die neue Situation zu meistern. Schlafe wenn dein Kind schläft. Die Wäsche muss nicht jeden Abend um 21:00 h gemacht werden.

14. Ersetze niemals beide Elternteile

Das geht überhaupt nicht. Du bist die Mutter und hast diese Rolle. Der Versuch den Vater zu ersetzen wird scheitern und dich verzweifeln lassen. In dem Moment, wo du es lässt, wirst du dich vielleicht hilflos, traurig oder wütend fühlen. Das darf und muss sogar so sein. Fühle es und halte es aus. Gefühle sind wie Wellen. Sie kommen und gehen.

15. Sei stolz auf dich

Sei stolz auf dich. Jeden Tag, den du mit deinem Kind verbringst. Oft richten wir nur den Blick auf das was im Vergleich zu früher in der Beziehung nun nicht mehr geht. Den Blick zu ändern erfordert aktive Arbeit. Was hast du heute schon getan, worauf du stolz sein kannst? Wie? Du hast dich und dein Kind angezogen, Frühstück gemacht, es zum Kindergarten oder Schule gebracht und nun sitzt du bei der Arbeit. Wow! Ich bin stolz auf dich! 🙂

16. Suche dir kompetente Fachleute

Zu Beginn sind so viele Dinge zu erledigen und du brauchst einen klaren Kopf. Oft ist das aber gar nicht möglich, so dass es wichtig ist kompetente Personen an deiner Seite zu haben. Je schneller du Themen wie Scheidung, Unterhalt, Sorgerecht, Besuchszeiten klären kannst, desto besser ist es. Dazu brauchst du meist einen guten Anwalt, Jugendamt-Sachbearbeiter oder Erziehungsberater.

17. Bleib im Kontakt mit deinem Kind

Die vielen äußeren Belastungen und die Menge an Gefühlen führen oft zu einem „verschlossenen“ Herzen. Man ist zwar bei dem Kind, aber nicht mit dem Kind. Finde heraus, wie du dennoch mit deinem Kind sein kannst. Sprecht viel miteinander und höre ihm trotz allem zu. So gut es geht. Zelebriert eine Mutter-Kind Zeit und zeige deine Liebe.

18. Du bist eine Frau

Ja, du bist eine Frau und nicht nur eine „Alleinerziehende“ Mutter. Du darfst diese Seite immer mehr für dich entdecken…falls du es nicht schon hast. Was „Frau sein“ für dich bedeutet, weißt du am Besten. Und falls nicht, dann schaue dir Bilder an, bevor du dein Kind bekommen hast. 🙂

19. Lass los

Lass den Gedanken los, es nicht alleine zu schaffen. Nicht immer ist das Modell Vater-Mutter-Kind glücklicher und zufriedener.

20. Atme!

In manchen Momenten ist dir zum Schreien zu Mute und du bist gereizt. Dann setze dich hin, unterbreche deine Arbeit und atme ganz bewusst. Ganz tief ein und aus. 20 Mal! Wenn es geht mit geschlossenen Augen.

 

Mehr Infos, auch rund um das Thema Scheidung und noch mehr Ideen, die von Vätern und Müttern gesammelt wurden, gibt es morgen…


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