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SPORT frei – warum Körper und Geist nicht ohne können….

Ja, man hat sich als Eltern in der Schulzeit bereits über die Langstrecken gekämpft und Leistungskontrollen am Stufenbarren, Reck oder Schwebebalken hinter sich gebracht. Nicht immer ist die Erinnerung mit einem strahlenden Lachen und mit Begeisterung verbunden.

Aber: Sport ist wesentlich für die Entwicklung. Nur so können sich Kinder austoben,  sich messen, wetteifern, über sich hinaus wachsen und sich mit ihrem Körper auseinandersetzen. Michael Hattinger sagte einmal Sportliche Menschen sind nicht verrückt, sie leben nur artgerecht.“  Demnach liegt der Sport, die Bewegung, dem Menschen – besonders den ganz Kleinen im Blut. Hüpfen, Toben, Springen, Klettern oder Laufen sind angeborene Verhaltensweisen.

Sport hält Körper und Geist fit! Das ist keine Floskel sondern eine Tatsache. So haben beispielsweise Übergewichtige, die dennoch Sport treiben, eine geringere gesundheitliche Gefährdung. Die körperliche Aktivität verändert den Stoffwechsel, die Gefäße werden weniger geschädigt und der Blutdruck normalisiert sich. Sportarten, bei denen Kraft eine Rolle spielt, sind auch als Prävention der Osteoporose für Mädchen wesentlich. Es entscheidet sich zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr, wie brüchig später einmal die Knochen werden. Und: Sport stärkt die Muskulatur, was u.a. Rückenschmerzen vorbeugen kann.

Dazu kommt, dass Kinder, die sich nachmittags austoben, konzentrierter in der Schule mitarbeiten. Dabei kann das Austoben gern in einem Sportverein stattfinden, denn feste Termine helfen gegen den inneren Schweinehund (der scheinbar mit zunehmendem Alter größer wird). Beim gemeinsamen Sport wird das Miteinander geübt und gefördert, schließlich geht es oft um einen Gruppensport. Nur gemeinsam kann man gewinnen. Eine Erfahrung, bei der man sich schon früh soziale Kompetenz aneignet. Zudem lernt man Regeln einzuhalten, Konflikte angemessen zu bewältigen, Verantwortung zu übernehmen und die Frustrationstoleranz zu steigern. Aber sie erhalten auch Bestätigung und wachsen mit den Erfolgserlebnissen – gerade für Kinder aus Familien, wo wenig Lob ausgeteilt wird, ist das wichtig.

Umso bedauerlicher, dass sich heutzutage viele Kids viel zu wenig bewegen.

Schule

Sitzenbleiber: bis zu neun Stunden sitzen Grundschulkinder täglich

Monika Siegris, promovierte Sportwissenschaftlerin vom TU-Lehrstuhl für präventive und rehabilitative Sportmedizin erklärt, warum Sport für Kinder wichtig und richtig ist.

Siegris: Bis zum sechsten, siebten Lebensjahr sollte sich ein Kind zwei bis drei Stunden am Tag bewegen. Das fördert die Motorik und macht fit für die Schule. Grundschulkinder brauchen täglich eine Stunde körperliche Aktivität. Die Realität sieht leider oft anders aus.

Das sieht man leider auch an den Fähigkeiten vieler Schulkinder, sowohl die motorischen Fähigkeiten als auch die Ausdauer sind schlechter geworden.  Nach statistischen Erhebungen sitzen viele Kinder durchschnittlich neun Stunden am Tag, d.h. in der Schule, bei den Hausaufgaben oder am Computer /Fernseher. Ein wirklicher Ausgleich fehlt da. Besonders auffallend, dass gerade Kinder in der Stadt Defizite haben, denn sie dürfen nicht einfach so Rad fahren oder raus. Selbst kleine sportliche Übungen wie Purzelbaum oder eine Sprossenleiter hochklettern machen dramatische Probleme.

Fahrrad

Eine Nachfrage beim Landessportbund Sachsen und beim Sächsischen Staatsministerium für Kultus…
Jochen A. Meyer, Pressesprecher beim Landessportbund stellt sich unseren Fragen.

Landessportbund Sachsen

 

Mehr als 600.000 Mitglieder treiben in 4.511 Vereinen regelmäßig Sport. Wie sieht es mit den Kindern aus? Gibt es Zahlen für die Betätigung der Kindergartenkinder und Grundschüler im Alter von 3 – 10 Jahren?

Im Altersbereich bis zehn Jahre treiben 96.227 Kinder organisiert Sport in den Vereinen des Landessportbundes Sachsen. Davon sind 35.918 Kinder im Alter bis sechs Jahre und 60.309 sieben- bis zehnjährige Kinder aktiv.

Bis zum Schulbeginn kann das Sächsische Kindersportabzeichen bei entsprechenden Prüfern abgelegt werden. Wie setzen sich die einzelnen Stationen zusammen und welche Voraussetzungen muss die Kita erfüllen?

Das Sächsische Kindersportabzeichen „Flizzy“, das vom Landessportbund Sachsen entwickelt wurde, besteht aus sieben Stationen (Einzelübungen): Standweitsprung (beidbeinig), Zielwerfen, Rumpfbeugen, Pendellauf, Balancieren, Rolle um die Längsachse/„Purzelbaum“ sowie Seitliches Hin- und Herspringen/Hampelmann. Entsprechend unterschiedlicher Leistungsvoraussetzungen werden die einzelnen Übungen in ihrer Ausführung bzw. Bewertung nach Altersgruppen 3- bis 4-Jährige und 5- bis 6/7-Jährige differenziert. Jedes Kind, das alle Stationen absolviert hat, erhält eine Urkunde und das Abzeichen mit der Sportmaus „Flizzy“. Auf der Urkunde bekommen die Kinder – und damit auch ihre Eltern – zu jeder Übung eine Rückmeldung anhand eines dreistufigen Belohnungssystems (1 bis 3 Punkte).

Das Sächsische Kindersportabzeichen kann nur von Prüfern aus Sportvereinen des Landessportbundes Sachsen, die in einer gesonderten sportpraktischen Ausbildung geschult und zertifiziert wurden, abgenommen werden. Die Kita muss also, wenn Sie mit ihren Kindern das Sportabzeichen ablegen will, mit einem Sportverein oder Stadt- bzw. Kreissportbund zusammenarbeiten. Gemeinsam mit dem jeweiligen Prüfer kann dann z.B. zu Spiel- und Sportfesten im Verein oder der Kita, im Rahmen von Sport- und Bewegungsstunden in der Kita oder zu Vorschulkindersportfesten der Kreis- und Stadtsportbünde das Abzeichen abgelegt werden.

Bei Veranstaltungen in der Kita oder im Verein sind meist zusätzliche Helfer/Betreuer, z. B. Erzieher, Übungsleiter oder Eltern erforderlich. Die Helfer werden von den Prüfern eingewiesen, benötigte Sportmaterialien und die Betreuung an den Stationen werden gemeinsam besprochen und organisiert.

Die „bewegte Kita/bewegte Schule“ soll den Kindern mehr Spaß an der Bewegung vermitteln und ihre motorischen Fähigkeiten fördern? Wie sieht das in der Umsetzung aus?

Grundlage beider Projekte, „Bewegte Kita – Partner für Sicherheit“ und „Bewegte Schule“, ist die Überzeugung, dass Bewegung im ganzen Lern- und Lebensraum von Schulen und Kindertageseinrichtungen eine große Rolle spielen sollte. Dazu gehören zum einen der bewegte Unterricht mit bewegtem und selbstständigem Lernen, Entspannungsphasen, Auflockerungsminuten oder bewegungsorientierten Projekten und zum anderen die bewegten Pausen, der Schulsport, Wandertage, eine bewegte Freizeit mit angeleiteten und freien Sport-, Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten, „bewegte Organisationsstrukturen“ und anderes mehr.

Im Projekt „Bewegte Kita – Partner für Sicherheit“ kooperiert der Landessportbund Sachsen seit 2008 mit der Forschungsgruppe „Bewegte Schule/bewegte Kita“ der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig und der Unfallkasse Sachsen. Geboten werden eine individuelle Beratung in der jeweiligen Kita, Fortbildungsmöglichkeiten, Literatur sowie Spiel- und Sportgeräte. Bei erfolgreicher Umsetzung erhalten die Kitas das Zertifikat „Bewegte Kita – Partner für Sicherheit“ und können bis zu 250 Euro sowie Sachpreise erhalten. Bisher konnte das begehrte Zertifikat an 133 Kitas überreicht werden.

Durch eine Zusammenarbeit mit dem LSB, seinen Kreis- und Stadtsportbünden sowie Vereinen bieten sich viele Möglichkeiten einer aktiven Freizeitbeschäftigung der Kinder. So wird am Beispiel der Zusammenarbeit zwischen der DRK-Kita „Abenteuerland“ des Kreisverbandes Leipzig-Stadt und der Sportgemeinschaft Leipziger Verkehrsbetriebe (SG LVB) in diesem Projekt deutlich, welche Vielzahl an gemeinsamen Aktivitäten eine Kooperation umfassen kann.

Neben der kostenfreien Nutzung der Sportstätte werden mittlerweile durch die SG LVB wöchentliche Kurse in der Kita sowie ein Sportartenmix im Verein angeboten, bei dem die Kinder Sportarten wie Fußball, Handball, Tennis, Kanu und Rugby kennen lernen. Darüber hinaus erhält die Kita organisatorische Unterstützung und fachliche Beratung des Vereins bei verschiedenen Festen, Veranstaltungen oder auch Elternabenden zum Thema Bewegung. Neben der regelmäßigen Abnahme des Sächsischen Kindersportabzeichens, die immer ein Erlebnis ist, wurde zum Beispiel zur WM 2014 ein Fußballturnier mit den Eltern und viele andere Aktivitäten rund um das Thema Fußball organisiert. Als Eltern-Kind-Veranstaltung wurde ein „Trimm-Dich-Pfad“ im Connewitzer Holz absolviert. An den Stationen kamen dabei jedoch keine Geräte zum Einsatz, sondern es wurden lediglich die Gegebenheiten der Natur zur Durchführung von Übungen genutzt. Der Sportverein hat bei dieser Veranstaltung der Kita u. a. eine Station betreut und hilfreiche Empfehlungen zur Gestaltung der Übungen gegeben.

Verfügt Sachsen über ausreichend geschultes Personal, was effektiv und zielführend Kindersport anbieten und umsetzen kann? Gibt es dazu Zahlen?

Grundsätzlich kann man festhalten, dass unsere mehr als 4.500 Sportvereine in Sachsen flächendeckend ein Netz von qualifiziert betreuten Sportangeboten für Kinder und Jugendliche bereitstellen. Grundsätzlich freuen wir uns aber über jeden Nachwuchs im Ehrenamt, und werben auch dafür, dass dieser sich für die gewählte Aufgabe qualifizieren lässt. Der Landessportbund Sachsen verzeichnet derzeit rund 700 speziell für die Zielgruppe Kinder/Jugendliche qualifizierte Übungsleiter, die eine gültige Lizenz vorweisen können. Außerdem gibt es in Sachsen über 8.000 gültige allgemeine Breitensportlizenzen, deren Inhaber zum Teil auch im Kinder- und Jugendsport tätig sind. Auch die Landesfachverbände stellen darüber hinaus sportartspezifische Lizenzen aus. Nicht zuletzt bietet die Sportjugend Sachsen Qualifikationen zum Sport- und Gruppenhelfer sowie der Schülerassistenten Sport an.

Welche Voraussetzungen müssen Übungsleiter im Bereich der Vorschulkinder und der Grundschüler erfüllen?

Sie sollten erstens natürlich ein pädagogisches Grundverständnis und die persönliche Eignung für diese wichtige Vorbild- und Orientierungsrolle aufweisen. Übungsleiter sind ja nicht nur für die sportliche Entwicklung ihrer Schützlinge verantwortlich, sondern können auch deren persönliche und soziale Entwicklung beeinflussen. Zum Zweiten sollten sie natürlich die Bereitschaft mitbringen, sich für diese Tätigkeit weiterzubilden, eine Qualifikation zum Trainer/Übungsleiter zu absolvieren. Sowohl der Landessportbund Sachsen als auch die Landesfachverbände bieten dazu zahlreiche Möglichkeiten an. Voraussetzung für den Erwerb einer Übungsleiterlizenz ist ein Mindestalter von 16 Jahren. Darüber hinaus sollten Interessenten auch Mitglied in einem Sportverein sein.

Gibt es für kinderspezifische Vereinsangebote finanzielle Unterstützung?

Im Rahmen des Projekts Breitensportentwicklung werden gemeinnützig anerkannte Sportvereine, die Mitglied im Landessportbund Sachsen sind, für die Durchführung eines qualitäts- und ergebnisorientierten Übungs- und Trainingsbetriebes für breite Schichten der Bevölkerung, insbesondere auch für Kinder und Jugendliche, finanziell gefördert. Wichtige Kenngrößen für die Höhe dieser Förderung sind die Zahl der Übungsgruppen und die Anzahl qualifizierter Trainer/Übungsleiter des jeweiligen Vereins. Darüber hinaus gibt es ortsabhängig individuelle Fördermöglichkeiten durch die Kommunen. So fördert auch die Stadt Leipzig den Kinder- und Jugendsport mit einem Pro-Kopf-Betrag, dessen Höhe jährlich festgesetzt wird.

Sport

Haben Sie einen Wunsch an die Eltern, die ja maßgeblich die Bewegung und die sportlichen Tätigkeiten ihrer Kinder mitbestimmen?

Bewegung und Sport spielen für die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen eine bedeutsame Rolle. Wenn Kinder zu Stubenhockern werden und faul vor dem Fernseher liegen, kann sich dies negativ auf die gesamte Entwicklung auswirken. So fallen zum Beispiel Grob- und Feinmotorik schwer, das Immunsystem ist eher anfällig und auch die Konzentrationsfähigkeit ist meist stark eingeschränkt. Ebenso können Defizite in der kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklung auftreten. Mit ihren Bewegungen begreifen, erobern und erweitern Kinder ihre Welt und erwerben Selbstkontrolle und Selbstachtung. Die logische Konsequenz daraus ist, dass Bewegung ein unverzichtbarer Bestandteil des gesamten Alltags sein sollte.

Eltern sind die engsten Bezugspersonen und Vorbild für den Nachwuchs. Die Grundlagen für ein Interesse an Bewegung und sportlicher Betätigung werden vor allem zu Hause gelegt.  Aktive Eltern, die ihren Kindern Bewegung und Sport vorleben und mit ihnen gemeinsam aktiv sind, werden erleben, dass ihre Kinder dies nachahmen. Die gemeinsame Familienfreizeit sollte aktiv gestaltet werden. Radtouren am Wochenende, Aktivurlaube, Wandern oder auch Fußball- und Tischtennisspielen bieten sich an.

Problematisch sind heute aber vor allem das Phänomen der Überbehütung des Kindes durch die Eltern und die veränderten zeitlichen und räumlichen Lebensbedingungen. Kinder müssen seltener familiäre Pflichten übernehmen, werden in die Kita oder Schule von den Eltern mit dem Auto gefahren, können kaum noch auf der Straße spielen und „Herumstromern“. Gelegenheiten für Bewegung im Freien sind beschränkter. Eltern sollten sich dafür einsetzen und dafür sorgen, dass ihre Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Kindergarten, in die Schule, zum Supermarkt oder zu ihren Freunden gelangen. Auch sollten sie jede weitere Einschränkung in Bezug auf Bewegung verhindern und ihren Kindern möglichst frühzeitig das Sporttreiben im Verein ermöglichen.

Ist Sport, Ihrer Meinung nach, immer noch ein selbstverständlicher Teil des kindlichen Lebens – gerade in einer leistungsorientierten Gesellschaft, wo Kinder bis zu neun Stunden sitzend verbringen…?

Regelmäßige Bewegung kommt in unserem modernen Alltag, vor allem bei Kindern, meist viel zu kurz. Die erst kürzlich präsentierten wissenschaftlichen Ergebnisse des „Dritten Kinder- und Jugendsportberichts“ zeigen deutlich: junge Leute bewegen sich heute weniger als je zuvor. Vor allem Ganztagsschulen machen es Vereinen und Kindern schwer. Die Jugend treibt zu wenig Sport. „Während Kinder heute sechs oder sieben Stunden am Tag nur sitzen, bewegen sie sich weniger als 30 Minuten“, erklärte Prof. Dr. Werner Schmidt, leitender Herausgeber des 604 Seiten starken Berichts und verweist auf Folgen für die Gesundheit und die Sozialisation der Heranwachsenden. Die Freizeit sei durch die Bildungsreformen der letzten Jahre massiv beschnitten worden. So bleibe keine Zeit mehr für den Sportverein. Auch die Zeit, die Kinder sich draußen bewegen und etwa mit Freunden auf der Straße Fußball spielen, hat abgenommen.

Doch nicht nur im Privaten, sondern auch in der Schule treiben Jugendliche nicht ausreichend Sport. Damit Bewegung für Kinder im Alltag als selbstverständlich angesehen wird, ist es notwendig, dies immer wieder anzumahnen. Wichtig ist es jedoch, dass nicht nur über die Notwendigkeit von Bewegung gesprochen wird, sondern dass auch Taten folgen. Und hier sind alle gefragt, Lehrer, Erzieher, Politiker, Kommunen, Eltern und auch unsere Sportvereine, die ihre Angebote unterbreiten.

Damit Kinder in der Schule ruhig sitzen und gut lernen können, müssten sie genügend Ausgleich im Sinne von Bewegung in ihrer Freizeit haben und die Schulen müssen noch stärker dem Bewegungsdrang auch im Unterricht und in den Pausen entsprechen. Die tägliche Sportstunde und die Übernahme des Konzepts der „Bewegten Schule“ an allen Schulen wären z. B. ein erster guter und machbarer Schritt in die richtige Richtung. Schulen, Sportvereine und Kommunen sollten noch intensiver zusammenarbeiten, mit dem Ziel, ein breit gefächertes Sport- und Bewegungsangebot für alle Kinder zu schaffen.

Kind auf Straße

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus zum Thema Sport mit entsprechenden Verweisen von Frau Dr. Susann Meerheim

Wer Sport treibt hält sich fit – und zwar nicht nur den Körper, sondern auch den Kopf. Dabei unterstützt die Vielfalt der sportlichen Disziplinen die unterschiedlichsten Begabungen unserer Schülerinnen und Schüler. Sport ist deshalb wichtiger Bestandteil der schulischen Bildung. Sportunterricht und außerunterrichtlicher Schulsport beleben und bewegen unseren Schullalltag und tragen damit dem natürlichen Bewegungsdrang der Schülerinnen und Schüler Rechnung. Die Bundeswettbewerbe der Schulen JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA und JUGEND TRAINIERT FÜR PARALYMPICS sind Herzstücke des sächsischen Schulsportsystems. Das schulsportliche Wettkampfangebot für die Schülerinnen und Schüler mit Handicap hat sich in den letzten Jahren gut etabliert. Die Wettkämpfe sind zu sportlichen und emotionalen Schuljahreshöhepunkten geworden und unsere paralympischen Sportlerinnen und Sportler können zu Recht stolz auf das Erreichte sein. Erneut haben sich etwa 61.000 sächsische Schülerinnen und Schüler an den Wettkämpfen beteiligt. Wir belegen damit im Bundesvergleich weiterhin einen Spitzenplatz.

Weitere Informationen zum Schulsport und den Wettbewerben finden Sie unter https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/11638. Weiterhin gibt es in Sachsen das Gütesiegel „Sportfreundliche Schule“ und „Bewegte Schule“ – mehr dazu erfahren Sie unter: http://www.schulsport.sachsen.de/5338.htm Schulsportlichen Förderung erfolgt auch an den sportbetonten Schulen in Sachsen – siehe:http://www.schulsport.sachsen.de/5765.htm Viele Schulen kooperieren außerdem mit den regionalen Sportvereinen, wovon beide Institutionen gleichermaßen profitieren – siehe z. B.  „KOMM! in den Sportverein“ unter: http://www.sport-fuer-sachsen.de/komm-in-den-sportverein-a-216.html

Aber:

Neueste Untersuchungen belegen, dass es in der Realität oft an qualifiziertem Personal fehlt und die reine Bewegung auch in Sportstunden nur in geringem Maße stattfindet. Von 45 Minuten einer Schulstunde im Fach Sport machen nur 3 Minuten die reine sportliche Aktivität aus. Der Rest besteht aus Warten, Erklärungen, auf der Bank sitzen, Zuschauen…. Kein Wunder also, wenn der Zappelphilipp danach noch genauso zappelig ist.  Doch das ist nicht das einzige Problem.

Eine sogenannte bewegungsarme Kindheit hat für die Kids verschiedene Folgen (Quelle: www.kinderschutzbund-nrw.de/denkanst/Bewegungsmangel.htm)

  • Übergewicht
  • schlechte körperliche Fitness
  • Haltungsschäden
  • schlechte Körperkoordination
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Diabetes, Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall oder  Bluthochdruck
  • Schwächung des Immunsystems und Infektanfälligkeit
  • Reduzierung der geistigen Leistungsfähigkeit
  • Probleme bei der Entwicklung der Selbstständigkeit
  • mangelnde Anerkennung durch die fehlenden sportlichen Wettkämpfe

Wir listen diese hier nicht auf, um Angst zu verbreiten oder gar den großen Zeigefinger zu heben, aber ein kleiner Gedanke lohnt sich unserer Meinung nach… Allein die Schule und die Kita werden das Problem nicht lösen.

Mädchen

Vorschau:

Da die Begeisterung beim runden Leder oft am größten ist, widmen wir uns demnächst dem Fußball mit einem Interview bei RB zur Nachwuchsförderung und Kaderschmiede.

Fußball


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