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Spezialthema

Spezial: Was ist richtig? Was ist falsch? MORAL – unser Verständnis und die Vermittlung an die Kinder Teil 1

Moral – ein großes Wort und oft vor allem dann in aller Munde, wenn etwas „moralisch verwerflich“ ist. Aber was ist verwerflich? Was ist Moral? Wie können wir Moral unseren Kindern vermitteln? Und wie unterschiedlich können Moralvorstellungen sein?

Moral = die Fähigkeit, Recht von Unrecht zu unterscheiden und sich dann entsprechend zu verhalten

Doch moralische Gefühle zu empfinden, beruht auf verschiedenen Faktoren, d. h.

  • auf soziale und kognitive Fähigkeiten,
  • auf genetischen Faktoren und auf
  • Umweltfaktoren

 

Piaget 1932/1965

Auf jeden Fall braucht es für alle Situationen ein moralisches Urteil und das fällen auch ganz kleine Kinder – es wandelt sich jedoch so wie es bereits Piaget 1932/1965 feststellt.

Kinder durchlaufen folgende Stadien:

Stadium 1: Heteronome Moral (bis etwa 8 J.)
Bewertung der Handlung orientiert sich an objektiven Konsequenzen (nicht an Motiven)
Autoritätsfiguren haben unbedingt Recht d.h. ich Kind malt die Wand an, Kind darf die Wand nicht anmalen, Eltern schimpfen und nehmen die schönen bunten Stifte weg

Übergangsphase (7/8 bis 10 J.)
Beginn von Perspektivenübernahme durch soziale Interaktion mit Gleichaltrigen.
D.h. Wieso darfst Du nicht die Wand in Deinem Zimmer anmalen? Das ist doch Dein Zimmer. Kann doch den Eltern egal sein. Hauptsache Du findest es schön. Also der Karl darf zum Beispiel auch sein Zimmer anmalen…

Stadium 2: Autonome Moral (moralischer Relativismus) ab 11 bis 12 J.
Regeln können verändert werden > Strafe sollte angemessen sein > Fairness und Gleichheitsprinzipien > Berücksichtigung von Motiven und Intentionen

D.h. die Stifte können nicht mehr weggenommen werden, darf man. ev. an einer Wand doch sein eigenes Zimmer bemalen? Was darf nicht an die Wand gemalt werden? Gibt es einen Kompromiss oder ist ein Verbot weiter sinnvoll?


Kohlberg

Kohlberg erweiterte diese Theorie und führte diese weiter, so dass Kinder und Jugendliche noch differenzierter zu ihrer finalen Einschätzung von Gut/Richtung und Falsch/Böse gelangen.

Stadium 1:
Orientierung an Strafe und Gehorsam > Vermeide Bestrafung

Stadium 2:
Instrumentelle Orientierung > Gerecht ist, was im eigenen besten Interesse ist und gleichwertiger Austausch

Stadium 3:
Wechselseitige Erwartungen, Konformität, Wahrung von wichtigen Sozialbeziehungen > Gut ist, was die Personen im engeren Umkreis erwarten (Phase der „falschen Freunde“)

Stadium 4:
Soziale Systeme und Gewissen > Orientierung an Recht und Ordnung, Ideale und moralische Prinzipien

Stadium 5:
Sozialvertrag und individuelle Rechte

Stadium 6:
Universelle ethische Prinzipien > Verpflichtung auf selbstgewählte für Recht erkannte Prinzipien, die universellen Gerechtigkeitsstandards entsprechen .

Die Moralvorstellung verändert sich


Morgen schauen wir uns an, dass Kinder aber von Anfang an hilfreich und sozial sind. Wir schauen nach Unterschieden zwischen Mädchen und Jungen und betrachten die Themen Aggression und Wut näher.


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