Home  »  News   »   Familie und Leben   »   Skateparks für die Ärmsten

Familie und Leben News

Skateparks für die Ärmsten

Skateparks für die Ärmsten

Genau dort, wo Kinder nicht viel haben baut Titus Dittmann Skateparks. Wirklich toll, vor allem wenn man überlegt dass die Kids neben dem Respekt füreinander, lernen hinzufallen und immer wieder aufzustehen.

Wenige Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche

Titus Dittmann, 66, fährt nach Afghanistan, Nigeria, den Sudan und Costa Rica. Gerade dort, in den armen Ländern mit heruntergekommenen, teils durch Kriege zerstörte Häuser, möchte Dittmann den Kindern eine Beschäftigungsmöglichkeit bieten: das Skaten. Das kann nämlich, laut Dittmann, jeder lernen, denn man braucht weder eine Mannschaft noch einen Trainer. Man kann sich mit anderen zum Skaten treffen oder auch alleine das Hobby ausüben. Dittmann betont: „Skater teilen die Menschen in zwei Gruppen ein: In Skater und in Nicht-Skater. Wenn sich Skater begegnen, dann ist ihnen egal, ob einer Christ oder Muslim ist.“

Respektvoller und toleranter Umgang als Ziel

Seit 35 Jahren prägt Titus Dittmann von Münster aus die Skateszene in Deutschland. 2009 gründete er die Organisation Skate-Aid, die Skateparks in der ganzen Welt baut. Er möchte die Kids für das Skaten begeistern und einen respektvollen Umgang untereinander fördern. Der Bau der Parks wird durch Spenden finanziert, oft sind es auch Unternehmen, die den Transport und Bau unterstützen. Skater werden regelmäßig von Dittmann gebeten, ihm ihr altes Equipment zu Gunsten der Kids zu überlassen. Mit relativ kleinen Beträgen kann sehr viel bewegt werden. Viel macht Titus Dittmann mit freiwilligen Engagierten vor Ort selbst. Hin und wieder schickt er auch Skater in die Krisengebiete, um den Kindern den ein oder anderen Trick beizubringen.

Das Skateboard als Mäuseauto

Da stellt sich die Frage, ob denn die Kids in Entwicklungsländer überhaupt wissen, was ein Skateboard ist. Oft setzen sich die Kids erst einmal auf die Boards drauf, dann kommt ihnen schnell die Idee, sich auch mal auf das Ding mit den vier Rädern zu stellen. Dittmann betont, je westlicher eine Gesellschaft orientiert ist, desto eher kennen die Menschen dort auch Skateboards. In Dörfern der afghanischen Provinz wissen jedoch die Menschen nicht unbedingt, was es mit dem Skateboard auf sich hat. Da kommt es schon mal vor, dass das Skateboard von einem Hausmeister einer Schule als „Mäuseauto“ bezeichnet wird.

Eine Aufgabe für die Kids

Durch das Hinfallen, Aufstehen und Weitermachen stärken die Kinder und Jugendlichen ihren Willen. Wer skatet stärkt seine Persönlichkeit, sein Selbstbewusstsein und seinen Stolz bei Fortschritten. Die Kids und Jugendlichen können etwas, was die Erwachsenen nicht können und staunen lässt. Außerdem kommen die Kids in den Krisengebieten viel weniger auf dumme Gedanken, denn sie haben eine Aufgabe. Erstaunlich ist auch, dass das Verhältnis zwischen skatenden Jungs und Mädchen ausgeglichen ist. In islamisch geprägten Ländern ist es nicht gern gesehen, wenn Mädchen skaten, dennoch hat das Skaten dort keine Tradition und somit haben die Mullahs dann auch kein Problem damit, dass Mädchen sich auf das Skateboard stellen.

 Seht hier das Video-Porträt über Titus Dittmann (2012):

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/die-welt-des-skateboard-unternehmers-titus-dittmann-a-829337.html


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.