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Schwanger im Job – Karriere + Rechtslage

Gestern ging es um die erste Hürde, eine Schwangerschaft mitzuteilen. Der werdenden Mutter ist ein Stein von der Seele gefallen und eigentlich lief alles ganz gut. Aber leider heißt das noch nichts. Viele Frauen haben die Erfahrung gemacht, dass Arbeitgeber mit Tricks und Tücke arbeiten, um sich hier aus ihrer Verantwortung zu stehlen. Deshalb ist es wichtig, darauf vorbereitet zu sein. Hier die wichtigsten Fragen im Überblick:
 

Schwangerschaftsgerücht? Darf der Chef kündigen?

Angenommen, man erzählt die freudige Nachricht einer Kollegin im Vertrauen. Danach erfolgt eine Kündigung, d.h. der Chef hat noch keine offizielle Information zur Schwangerschaft. Hier gibt es bereits ein Gerichtsurteil zugunsten der Schwangeren. Das Landesarbeitsgericht (LAG) Sachsen-Anhalt (LAG Sachsen-Anhalt, Urteil v. 9.12.2014, Az.: 6 Sa 539/13) befand, dass die Kündigung gemäß § 134 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch), § 9 I 1 MuSchG nichtig sei.

Schwangere dürfen bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Geburt ihres Kindes nicht entlassen werden. Voraussetzung dafür, dem Chef ist die Schwangerschaft bekannt – in kleineren Firmen oder bei unmittelbaren zeitlichen Abfolgen ist auch ohne offizielle Verkündung davon auszugehen. Außerdem ist eine Kündigung unzulässig, wenn der Chef innerhalb von zwei Wochen nach Zugang der Kündigung von der Beschäftigten eine Information zur Schwangerschaft erhält.
 

Rechtsschutz in der Schwangerschaft

Auch wenn es dem Arbeitgeber nicht gefällt oder unpassend ist, der Arbeitgeber muss nach der Information zur Schwangerschaft dafür Sorge tragen, dass die werdende Mutter….

  • keine schweren körperlichen oder gar gefährlichen Arbeiten verrichtet

  • nicht mit radioaktiven oder giftigen Stoffen und Chemikalien zu tun hat

  • sie keine überwiegenden Tätigkeiten ausführt, bei denen sie sehr häufig gebückt, gestreckt oder auf Leitern arbeiten muss

  • sie zu viel Zeitdruck, Lärm, Hitze oder Nässe ausgesetzt ist

  • es darf keine Überstunden geben

  • ab dem fünften Monat sind Tätigkeiten, bei denen die Schwangere länger als vier Stunden stehen muss (zum Beispiel am Verkaufsstand) nicht mehr erlaubt

 
Nur, wenn es die werdende Mutter wünscht, kann sie noch von 20-22 Uhr auch an Sonntagen arbeiten. Aber wichtig: mehr als 8,5 Stunden sind unzulässig. Eine Vorlage der ärztlichen Bescheinigung ist jedoch beim Arbeitgeber notwendig.


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