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Familie und Leben

Schulangst

Da wir gestern das Thema Mobbing in Schulen behandelt haben und man gar nicht oft genug über dieses Thema aufklären kann, stellen wir euch heute zwei Fälle aus der Sicht der Opfer vor. Wie sie mit der jeweiligen Situation zu kämpfen hatten und wessen Hilfe sie bekamen erfahrt ihr hier:

Zustände wie Mobbing oder schlechte Noten führen bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger zu Angst vor der Schule und davor, sich vor den Mitschülern zu blamieren. Immer mehr Schulkinder geben zu, dass sie Angst davor haben in die Schule zu gehen, da sie im Unterricht nicht mitkommen, ihre Mitschüler sie ausgrenzen oder regelrecht terrorisieren. In extremen Fällen führt dieser tägliche Stress zu Atemnot, Übelkeit und starken Kopfschmerzen. Die Betroffenen leiden an Panik- und Angstattacken.
In einem Artikel der ZEITonline öffnen sich zwei Jugendliche und reden über ihren täglichen Kampf und wie sie ihren Alltag meistern.
 

Sie gehörte nicht dazu

Bei der 17 jährigen Joelle fing es in der siebten Klasse mit Atemnot an. Ganz plötzlich bekam sie keine Luft mehr und kippte fast um. Dieses Gefühl wiederholt sich seitdem fast jeden Morgen vor der Schule und sogar im Unterricht. Erst nahm sie an, sie würde krank werden und hätte sich einen fiesen Virus eingefangen doch es handelte sich um Panikattacken, die auch in der nächsten Klassenstufe wieder auftraten. Joelle war in dieser Zeit keine schlechte Schülerin. Sie schrieb gute Noten und hatte Spaß am Lernen. Doch mit ihren Mitschülern verstand sie sich nicht gut. Sie war eine Außenseiterin, doch verdrängte sie dies. Erst die Panikattacken hätten sie dazu gebracht, sich mit ihrem Zustand in der Klasse auseinander zu setzten, doch die Beklemmung blieb.

Auch die nahende Berufsbildungsreife und der Steigende Druck sorgten für zusätzlichen Stress, was dazu führte, dass Joelle es nicht in den Unterricht schafft und monatelang zuhause bleiben muss.
 

Er wurde gemobbt

Dem 19 jährigen Felix erging es ähnlich. Auch er wurde von seinen Mitschülern ausgegrenzt, doch gingen diese noch einen Schritt weiter und mobbten ihn wegen seines Übergewichtes und seiner schlechten Noten. Um an bestimmten Tagen nicht in die Schule zu müssen täuschte Felix Übelkeit und Kopfschmerzen vor, doch kurze Zeit später musste er sich nicht mehr krank stellen. Er bekam starke Kopfschmerzen, erbrach sich mehrfach und zitterte am ganze Körper. Um seinem stressigen Alltag zu entfliehen, flüchtet sich Felix in die Welt der Computerspiele, doch dies half ihm auch nicht lange. Für ihn war klar, in die Schule wollte er nicht mehr.
 

Hilfe in Sicht

Unabhängig voneinander sichten sich beide Jungs therapeutische Hilfe, in der Hoffnung ihre körperlichen Beschwerden loszuwerden. Sie hatten Glück. Die Schulsozialarbeiterin in Joelles Schule lud Joelle und ihre Mutter zu einem Gespräch ein und wenig später brachte sie sie in einem Projekt für Jugendliche mit Schulangst unter. Zwei Jahre verbrachte Joelle in einer Ersatzschule und machte dort erfolgreich den Mittleren Schulabschluss.

Auch Felix bekam die benötigte Hilfe. Seine Mutter brachte ihn auf der Station einer Psychosomatischen Klinik unter, wo er zwei Monate stationär betreut wurde. Dort konnte er sich öffnen und zum ersten Mal über das Mobbing und die Trennung seiner Eltern sprechen. Nach seinem Klinikaufenthalt wechselte er die Schule und besucht ab da an ein Technisches Gymnasium, wo er bald seinen Abschluss machen wird.


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