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Familie und Leben

Schon mal etwas von Dyskalkulie gehört?

Tja, mit Mathe ist das immer so eine Sache. Fragt man seine Kinder welches Fach sie am wenigsten mögen, so kommt oft die Mathematik am schlechtesten dabei weg! Doch wie erkenne ich, ob mein Kind nicht doch ernstere Probleme beim Rechnen hat, als nur eine allgemein geltende Antipathie und wie kann ich ihm dann helfen?

Eine Dyskalkulie oder Rechenschwäche ist im Grunde das, was in Deutsch die Legasthenie ist. Eine Teilleistungsschwäche, bei der es Kindern schwer fällt bereits Erlerntes wie z. B. die Grundrechenarten dauerhaft zu behalten und anzuwenden. Es fällt ihnen schwer Zahlen bestimmte Bedeutungen zuzuordnen oder Mengen einzuschätzen, was sich meist schon im Kindergartenalter zeigt.
 

Wie am eigenen Kind erkennen?

Da es sich bei der Rechenschwäche um eine Teilleistungsschwäche handelt, sind Betroffene auf anderen Gebieten durchschnittlich bis überdurchschnittlich begabt. Des Weiteren versuchen sich betroffene Schüler meist mit dem sogenannten “zählenden Rechnen” zu helfen, wozu oft mit den Fingern nachgezählt wird.

Am Besten stellt man sich als Eltern aber folgende Fragen: “Ist mein Kind ansonsten motiviert zu lernen? Zeigt es Begeisterung für andere Lerngebiete? Liest es z. B. schon fleißig oder schreibt schon selbst schöne kleine Texte, obwohl es mit seinen Rechenaufgaben kämpft?” Natürlich entwickelt sich der Nachwuchs unterschiedlich, doch wenn ihr diese Fragen für euch mit JA beantworten könnt, lohnt es sich herauszufinden, wie es zur Rechenschwäche, vor Allem schon in der Grundschule, kommt und gegebenenfalls einen Fachmann zu kontaktieren.

Hierfür bieten unter Anderem auch Volkshochschulen Tests durch Fachpersonal an.
 

Die Möglichkeit einer Dyskalkulie liegt vor, wenn:

  • der IQ des Kindes 70% übersteigt
  • die mathematische Leistung 90% unter dem Durchschnitt der Altersgenossen liegt
  • keine neurologischen Vorerkrankungen oder mangelhafter Unterricht verantwortlich gemacht werden kann

 

Mit anderen Worten:
Wenn die allgemeine Intelligenz des Kindes nicht auf ein Lernproblem schließen lässt. (Wobei z. B. im Falle des mangelhaften Unterrichtes eine Abgrenzung recht schwer ist.)

Eine frühzeitige Erkennung hilft jedoch nicht nur dabei, zeitig gegen die Dyskalkulie zu wirken, sondern zeigt auch dem Kind selbst, dass es nicht dumm ist, sondern eine anerkannte Schwäche hat, unter der auch andere leiden. Das entlastet den anstrengenderen Lernprozess etwas und euer Kind fühlt sich nicht herabgestuft.
 

Die Rechenschwäche bei den Hörnern packen

Wenn die Expertenmeinung feststeht und ihr einen gemeinsamen Plan ausgearbeitet habt, heißt es nun für euch: Üben, üben, üben! Dabei können kleine Veränderungen schon viel bewirken:

  • Euer Kind sucht sich möglichst weit vorne einen Platz, wo es so viel Unterrichtsstoff wie möglich mitnehmen kann.
  • Fragt den Mathelehrer, ob er oder sie eurem Kind bitte Kopfrechnen oder Vorrechnen vor der Klasse ersparen kann, das senkt die psychische Belastung bei dem sowieso schon erhöhten Lernpensum.
  • Lobt euren Nachwuchs bei jedem Fortschritt, den er macht!

 

Alles in Allem gilt für Betroffene: Durchhalten! Denn dann wird es auch besser und wenn ihr gut zusammenarbeitet muss es gar nicht langweilig werden oder nerven. Macht einfach das Beste draus und euer Nachwuchs lernt mit gutem Vorbild mit Schwierigkeiten umzugehen.


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