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Neue Rollenbilder der Männer – Wollen Sie ein Recht auf Familie?

Neue Rollenbilder der Männer- Wollen Sie ein Recht auf Familie?

Frauen diskutieren ausführlich darüber, wie sich Privatleben und Beruf vereinen ließen. Und die Männer? Psychologe Lönneker macht sich Sorgen um seine Geschlechtsgenossen: „In der gesellschaftlichen Diskussion geht es viel um die Rolle und das Bild der Frau. Aber es geht nicht um die Männer. Von Männern hört man da kaum was – die sind seltsam still.“

Fragen über Fragen zu den Männern

Jens Lönneker wollte in einer Studie herausfinden, wie eigentlich das Lebensgefühl der Männer aussieht? Welche bewussten und unbewussten Lebensstrategien verfolgen sie? Und welche Sorgen treiben sie um? Das Marktforschungs- und Beratungsinstitut Rheingold Salon hat jährlich bis zu 3000 Leute für Studien auf der Couch. Lönneker und sein Team wählten 50 Männer für eine tiefenpsychologische Studie in Einzel- und Gruppengesprächen aus – jüngere, ältere, unabhängig welcher Bildungsschichten sie angehörten. Es konnten bemerkenswerte Zitate zusammengetragen werden.

Langes Bohren nach Antworten

Eigentlich hatte Jens Lönneker, Geschäftsführer des Marktforschungs- und Beratungsinstituts Rheingold Salon nur eine ganz einfache Frage an eine Gruppe von Männer gestellt: „Was fällt Ihnen spontan zu Männern ein?“  Eine Stunde lang musste Lönneker bohren, bis die männlichen Teilnehmer der Studie etwas preisgaben. Peinliche Stille. Dann folgten die ersten zögerlichen Antworten:

Männer müssen jetzt mehr im Haushalt erledigen, weil die Frauen jetzt auch arbeiten. Was einfach nur fair und gut ist.“

„Frauen wollen gerne Karriere machen. Manche Männer kommen damit nicht klar.“

„Ich hatte Glück mit meiner Frau: die putzt, kocht und kümmert sich um das Kind.“

Dagegen stellt ein weiterer Teilnehmer resigniert fest:

„Der Mann ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Er versucht nur noch, es den Frauen recht zu machen.“

Anfangs ging es in der Studie immer nur darum, wie sich die Männer von Frauen abgrenzen. Erst nach gut einer Stunde sollte es sich dann wirklich nur um die Männer selbst drehen, was ihnen im Leben Freude bereitet. Hier die Antworten:

„Mit Freunden zusammen sein und dabei sein eigener Herr sein.“

„Wir stellen einen Kasten Bier in einen Bach. Und der hält da auch – da müssen wir nicht noch dreimal schauen, ob der Kasten noch steht.“

„Surviv al-Reisen.“

„Einen Tag mit komplettem Frauenfahrverbot.“

„Einen Feiertag, an dem nur die Männer frei haben, fände ich schön.“

„Fußball, Alkohol.“

„Geile Autos mit megamäßig PS.“

Werden hier wirklich nur die Klischees bedient? Nein, bei den Vätern unter den Teilnehmern spielen auch die Kinder eine bedeutende Rolle:

„Einen Männerhaushalt mit Kindern – da lasse ich mir dann nicht reinpfuschen.“

„Mit den Kindern alleine zu Hause sein – und im Wohnzimmer aus Pappschachteln essen.“

Im privaten Bereich Terrain abstecken

Lönneker ist nach der Studie überzeigt: „Wir müssen uns in Deutschland um die Männer kümmern. Denn während Frauen in den vergangenen Jahren immer mehr Terrain erobern, haben die Männer noch keine Methode gefunden, damit umzugehen.“ Langsam dämmert es den Männern, dass sie auch im privaten Bereich ihr Terrain abstecken müssen. Es gebe nämlich, laut Lönneker, eine große Sehnsucht bei den Männern, das wiederzufinden, was als männlich gilt. So ein weiterer

„Wir Männer müssen authentischer sein, wir dürfen uns den Mund nicht verbieten lassen. Ehrlichkeit ist wichtig, sonst sind wir Männer ohne Eier.“

Flotter Wandel im beruflichen Bereich

Ganz oben in der Führungsetage herrsche noch das klassische Männerregiment mit der Ehefrau zu Hause. Irgendwo darunter, da hätten Männer das Gefühl, dass sie weder im Büro noch zu Hause viel zu sagen hätten. Sie fühlen sich dann zurückgesetzt. Der Wandel ginge eben im beruflichen Bereich viel schneller voran als im privaten, so Lönneker. Während Männer im Job mit den Frauen teilen müssen, bleibt ihnen daheim meist die traditionelle Rolle. Die Frau bestimmt dann, wie die Spülmaschine eingeräumt werden soll und wo die Couch stehe. Doch ein Rollentausch nach dem Motto: Frau geht arbeiten, Mann bleibt zu Hause reicht nicht. Völlig unattraktiv wäre es für die Männer, den Hausmann zu machen. Lönneker hierzu: „Die Wertschätzung für das häusliche Terrain war doch in Wahrheit nie so hoch wie die im beruflichen Bereich.“

Drei Typen von Mann

Wenn es darum geht, sich mit der Frau beruflich und privat zu einigen, verfolgen Männer unterschiedliche Strategien. Lönneker hat drei Typen herausgearbeitet:

  1. Der traditionelle Typ

Er versucht Probleme zu umgehen, indem er sich eine Frau sucht, die das altergebrachte Rollenmodell mit ihm lebt.

  1. Der veränderungsbereite Typ

Er will eine Frau, die mit ihm zusammen anpackt. In der Realität aber, geraten diese Männer in Verdacht, unter dem Pantoffel der Frau zu stehen.

  1. Der resignierte Typ

Er fügt sich schlicht und einfach der Frau.


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