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Risiko Burn-out – mehr als einfach nur ein bisschen Stress

Burnout Stress

Jeder kennt diese Tage, wo man sich sprichwörtlich zerteilen könnte und dennoch würde es nicht reichen. Man fühlt sich gehetzt, überfordert und das Stress-Level ist so hoch, dass man kontinuierlich auf 180 durch den Tag rennt. Wer aber ständig das Gefühl hat und immer wieder seine Grenzen zu überschreiten, riskiert ein Burn-out. Wichtig ist, die Anzeichen zu erkennen und aktiv entgegen zu wirken – beispielsweise mit einem Ausgleich, der Spaß macht.

Dabei ist Burn-out keine eigene Erkrankung, sondern ein Risikozustand, meint Iris Hauth, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). „Der kann zum Beispiel zu Depressionen oder Angststörungen führen.“ Im allgemeinen meint man mit Burnout-Syndrom (engl. burn out ‚ausbrennen‘) bzw. Ausgebranntsein einen Zustand, der von emotionaler Erschöpfung geprägt ist. Dazu kommt das Gefühl von Überforderung. Man ist mit seiner reduzierten Leistung unzufrieden und kann möglicherweise die Erwartungen, die man selbst an sich gestellt hat, nicht mehr erfüllen. Dabei sind die Personen, die einen sehr hohen Anspruch an sich selbst haben und sich stark über Job und beruflichen Erfolg definieren, besonders gefährdet.

Dabei senden Körper und Seele oft lange Warnzeichen vorher. Man muss sie nur erkennen. Zum Beispiel, wenn das Wochenende nicht mehr zur Erholung ausreicht. Oder wenn man sich nur noch auf die Arbeit konzentriert und Familie, Freunde und sich selbst vernachlässigt. Bleiben die Symptome, die auch mit starken Verspannungen, schlechtem Schlaf und Kopfschmerzen einher gehen können, länger als zwei Wochen, ist es einfach mehr als eine „schlechte Phase“.

Dann ist es wichtig, für sich selbst etwas anderes zu finden. Einen Gegenpol zu Arbeit und Stress, der einen mit Freude erfüllt und sich nicht wie eine weitere Verpflichtung auf einer langen Liste anfühlt. Oft sind Burn-out-Risikopersonen Menschen, die sich selbst aus dem Blick verloren haben. Sie schieben alles Schöne und Angenehme auf eine viel später liegende Zeit. So ist oft der Gedanke „Wenn ich in Rente gehe, dann…“ Aber genau diesen Gedanken sollte man aufgreifen und im Jetzt umsetzten. Das wäre ein Ausgleich zur Arbeit und zu weiteren Verpflichtungen.

Hauth empfiehlt, seine Warnzeichen zu analysieren, herauszufinden, wo die Stressfaktoren liegen und einen Plan zum Ausruhen aufzustellen. „Das ist nicht als Stundenplan zum Abarbeiten gedacht. Eher als dauerhafte Erinnerung an eine neue Struktur.“ Und… „Man sollte das Ganze nicht sehen wie eine Vier-Wochen-Kur und dann weitermachen wie vorher“.

Viel eher ist die Idee, sich selbst als so wichtig zu erachten, dass man sich Zeit nimmt und versucht, seinen Tages- und Wochenplan umzustellen, damit man sich wieder wohl fühlen kann. Wenn das bedeutet, die Arbeitszeit zu reduzieren oder den Job zu wechseln, ist das sicher nicht einfach. Die eigene Gesundheit sollte es jedoch langfristig wert sein.


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