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Wenn kein Schlitten, dann Fahrrad!

Wenn kein Schlitten, dann Fahrrad!

Viele Kinder haben zu Weihnachten ein Fahrrad bekommen und können es kaum erwarten, das auszuprobieren. Aber: bei Eis und Schnee ist das keine gute Idee. Denn ein rutschendes Fahrrad hilft beim Lernen auf keinen Fall.

Übrigens: Auch wenn die meisten Kinder mit zwei, drei Jahren das Radfahren lernen, es gibt keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt.  Kinder sind verschieden weit entwickelt, mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, und gerade im Straßenverkehr könnte sich falscher Ehrgeiz der Eltern und ihrer Kinder gefährlich auswirken. Deshalb lassen Sie dem Kind einfach etwas Zeit. Kinder im Kindergartenalter sind als Verkehrsteilnehmer überfordert. Sie nehmen ihre Umwelt ganz anders wahr als Erwachsene. Deshalb ist auch bei den fleißigen kleinen Radlern Vorsicht geboten.

Kids haben:

  • einen eingeengten Blickwinkel
  • ein beschränktes Richtungshören
  • einen noch nicht vollständig entwickelten Gleichgewichtssinn
  • einen relativ hohen Körperschwerpunkt
  • keine ausreichende Rechts-Links-Koordination
  • das Gefühl, im Mittelpunkt der Welt zu stehen
  • sie können Entfernungen schlecht abschätzen

Eine gute Übung ist das Rollerfahren. Es fördert die motorische Entwicklung von Kindern und bereitet optimal auf das Radfahren vor. Denn: Rollerfahren trainiert den Gleichgewichtssinn, die Reaktionsfähigkeit und die Körperbeherrschung.

Übrigens: für alle Eltern und Kinder, die ungern im engen Keller basteln >
eine Selbsthilfewerkstatt hilf!

So gibt es beispielsweise in der Villa eine Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt

immer dienstags | Beginn: 16:00 Uhr | Ende: ca. 19:00 Uhr
im Raum: Werkstatt, Lessingstraße 7 | 04109 Leipzig

Preis: 6,00 € – ermäßigt: 0 €

Hier nun einige Tipps für das richtige Radfahren lernen:

  1. Früh übt sich
    Radfahren beginnt lange vor dem ersten Kinderrad. Eltern sollen ihre Kinder frühzeitig an Mobilität gewöhnen. Ein Rutscher / Roller sind ideale Startfahrzeuge.
  2. Stützräder nicht sinnvoll
    Von Stützrädern wird abgeraten, weil sie nur trügerische Sicherheit bieten. Lieber etwas länger mit den ersten Fahrversuchen warten, denn der schwerste Schritt fürs Kind ist das Einpendeln des Gleichgewichts.
  3. Üben im sicheren Umfeld
    Die ersten Übungsfahrten auf dem Fahrrad sollten immer unter Aufsicht der Eltern auf Plätzen ohne Verkehr stattfinden. Sorgen Sie für ausreichende Gelegenheit, um die sichere Beherrschung des Rades (Gleichgewicht halten, lenken, anhalten, auf- und absteigen) im sicheren Umfeld zu erlernen.
  4. Individuelle Fähigkeiten respektieren
    Darüber hinaus muss die Persönlichkeit des Kindes berücksichtigt werden. Ist ein Kind sehr spontan und leicht abzulenken, sollte man behutsam starten und länger im “Schonraum” bleiben. Ausschlaggebend ist der individuelle motorische und sensomotorische Entwicklungsstand des Kindes.
  5. Anschubsen statt schieben
    Das Anfahren ist bei vielen Kindern das schwierigste, da hier die stabilisierenden Kräfte noch nicht ausstreichend wirken. Statt konstant zu schieben ist es besser, beim Anfahren durch kurze Anschubse zu helfen und das Kind so zum Rollen und schließlich zum Pedalieren zu motivieren.
  6. Auch Fallen will geübt sein
    Wer versucht, sein Kind vor Stürzen, Schmerzen und Rückschlägen zu schützen, der handelt allzu verständlich. Doch es spricht sogar einiges dafür, die Kinder ruhig frühzeitig auch mal fallen zu lassen. Meist ist die Fallhöhe und Geschwindigkeit niedriger und damit das Verletzungsrisiko vergleichsweise gering. Das Kind muss das Fallen nämlich genauso lernen wie das Radfahren selbst.
    Ebenso sprechen psychologische Effekte für gelegentliches Stürzen zum Beginn des Radfahrens.
  7. Den Blick gerade aus
    Damit man optimal das Gleichgewicht halten kann, sollten Oberkörper, Kopf und Blick immer in Fahrtrichtung weisen. Eltern, die das Kind von hinten anschubsen lenken den Zögling ab. Besser ist es, rückwärts vor dem Rad vorzulaufen und sicherzustellen, dass der kleine Radfahrer immer nach vorne schaut.
  8. Übung macht den Meister
    Sobald das Kind sicher auf dem Rad fahren kann, sollten Sie das Fahrradfahren bei möglichst vielen Gelegenheiten im Alltag einbauen.
  9. Eltern als Vorbild
    Die Vorbildfunktion der Eltern während der Entwicklung des Kindes zum sicheren Radfahren ist sehr wichtig. Sie sollten einen positiven und sichtbaren Umgang mit dem Fahrrad vorleben. Das beginnt schon im Säuglingsalter im Kinderhänger, wo die Kleinen bereits den Reiz des Fahrradfahrens erleben können. Im Kinderhänger erleben Säuglinge bereits vieles von dem, was später als Reiz des Radfahrens erlebt wird; Natur entdecken, die Elemente spüren, den eigen Körper erleben und Grenzen erfahren.

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