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Das Phänomen Fußball

„Das sind Gefühle, wo man schwer beschreiben kann“.(Jürgen Klinsmann)

Die Faszination Fußball, die ursprünglich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien anfing, beginnt inzwischen mit Schuhgröße 26 und einer geschätzten Körpergröße von 86 cm. Schon längst hat die Ballsportart, die weltweit so frenetisch wie sonst keine auf Sandplätzen, inmitten kurzem Steppengras, bei Matsch und Schlamm oder auf wohl gehütetem Rasen gespielt wird, die Kinderzimmer erreicht. Nirgends wird so schön gejubelt, geschimpft, geschrien, gestrahlt oder verzweifelt als in gemeinsamer Fanbegeisterung vor der Flimmerkiste oder direkt am Platz. Euphorie und tiefste Verzweiflung stehen Hand in Hand beieinander und einen die Fans – so unterschiedlich sie auch sonst sein mögen.

Kein Wunder also, dass Fußball eindeutig zu den hochkarätigen kindlichen Interessen gehört,  sofern der Sport eine Rolle spielt. 61% aller Kinder geben an, „einmal/mehrmals pro Woche“ sportlich aktiv zu sein.

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Doch was heißt es wirklich, im Fußball aktiv zu sein? Wie erkennt man Talent? In welchem Alter sollte mit der Förderung begonnen werden? Und wie sieht es neben der sportlichen Begeisterung mit der Schule aus? Wir haben nachgefragt….

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Quelle: RB Leipzig / motivio

Niemand hätte 1987 gedacht, dass ein neuer Energy Drink mit seinem Start in Österreich zu einem Höhenflug ansetzt, der 27 Jahre später nicht nur den Markt der Dosen revolutionieren würde, sondern auch an den sportlichen Traditions- und Eckpfeilern: Formel 1 und Fußball rüttelt. „Der verrückteste Konzern der Welt“  steht wie seine eigene Erfolgsgeschichte für unglaubliche Leistungen oberhalb oder zumindest am Rand der normalen Flughöhe.

Wir sprachen mit Thomas Albeck, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums am Cottaweg, Leipzig, über seine Arbeit, junge Talente und das Engagement des Brauseherstellers:

„Für den Nachwuchs in Leipzig gilt, eine breite Basis für eine gute Spitze zu schaffen.“

Deshalb ist RB mit 250 Spielern in 17 Nachwuchs-Teams entsprechend seiner Philosophie, lieber künftige Bundesligisten auszubilden als ehemalige zu verpflichten, gut aufgestellt. Dem Nachwuchs kommt eine besondere Bedeutung zu, sowohl im Grundlagenbereich von 7 – 15 Jahren als auch im Leistungsbereich ab 16 Jahren.  So ist man kontinuierlich auf der Suche nach jungen neuen Spielern.

Das Homescouting findet in Leipzig und in der Umgebung von 20 km bis zur U11 statt. Bei der Talentsuche ab U12/U13 wird der Radius weiter gezogen, inklusive Berlin. Hinzu kommt die Kaderschmiede, die 600 – 700 Bewerber durchlaufen. Etwa 10% werden zum Mannschaftstraining eingeladen, was für 3-4% der Kids erfolgreich verläuft. Doch, so versichert  Thomas Albeck, das Finden junger Talente ist eine besondere und herausfordernde Tätigkeit. Nicht zuletzt, da im direkten Vergleich mit Stuttgart der Nachwuchs in Mitteldeutschland über eine schlechtere sportliche Grundausbildung verfügte und verfügt.

Quelle: RB Leipzig / motivio
Quelle: RB Leipzig / motivio

„In der Tat konnten wir feststellen, dass die sportliche Grundausbildung verbessert werden muss. Gerade bei den Themen Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Geschmeidigkeit bestand Aufholbedarf“, so Albeck, der bezugnehmend auf die Familie weiter feststellt…  „Väter und Mütter sollten mit ihren Kindern mehr Sport treiben, mehr an der frischen Luft Ball spielen und sich generell viel mehr gemeinsam bewegen. Dann ist uns allen geholfen.“

Aus dieser Erkenntnis wurde u.a. die Kinderzahl beim Nachwuchs von RB in den letzten Jahren auf 25 pro Jahrgang verdoppelt. Darüber hinaus entschied man sich, den Fußball mit einem weiteren Highlight für Kids im Jahr zu feiern. Mit dem „Leipziger Viertelfinale“, das im September stattgefunden hat, wurde eine sportliche Veranstaltung geschaffen, die sozusagen als regionale Investition in die allgemeine sportliche Begeisterung, in die Motivation und den Wettbewerb gesehen werden kann. Talentsichtung und  –findung sind bei den bunten Mannschaften, die sich frei aus allen Stadtteilen ohne weitere Beschränkung anmelden dürfen, nebensächlich. Hier lebt der Fußball und die 700 Jungen und Mädchen in 63 Teams teilten im Ringen um das Tor die Faszination für den Ball.

Aber bleiben wir einen Augenblick bei den Talenten. Bei den wenigen Kids, die sich in der Kaderschmiede hervorgetan haben. Was erwartet sie?

In erster Linie eine intensive Arbeit, wobei Sport, Schule und Soziales nicht einzeln betrachtet werden können. RB spricht von einem Dreigestirn, dass nur in der Verzahnung funktioniert. Nur im Zusammenspiel mit einem Höchstmaß an Disziplin, mit adäquaten schulischen Ergebnissen und einer kontinuierlichen Betreuung durch Trainer und Sportpsychologen sind die Kinder und Teens zu ausgezeichneten Leistungen auf dem Rasen fähig. Nicht zu vergessen, die Familien. Auch sie müssen die Leidenschaft mittragen und unterstützen. Wie sagte einst Mario Basler? „Ich grüße meine Mama, meinen Papa und ganz besonders meine Eltern.“

Eltern haben auch schöne und talentierte Töchter. Ist der Frauenfußball eine mögliche Option für RB?

In der Tat ist aus der Kaderschmiede, wo sich jedes Jahr etwa 150 Mädchen bewerben, 2014 die erste Mädchenmannschaft von RB hervorgegangen. Der Aufstieg von C zu B ist bereits erfolgt, so dass es spannend wird, wie sie sich im Frauenbereich schlagen werden.

Unabhängig ob Junge oder Mädchen, RB setzt auf den Nachwuchs und investiert zielstrebig in die Zukunft. Dass das Leben der potentiellen Profis aus nicht weniger als 110% Fußball bestehen muss, versteht sich von selbst. Der Erfolg ist kein Zufall. Es ist, wie schon der alte Pele sagte, harte Arbeit, Ausdauer, Lernen, Studieren, Aufopferung, jedoch vor allem, Liebe zu dem, was du tust oder dabei bist zu lernen. Eine Liebe und Begeisterung, die scheinbar Flügel verleiht….

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Quelle: RB Leipzig / motivio

Übrigens: Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) hat sich dem Freizeitverhalten allgemein angenommen und stellt fest:

…dass Grundschüler eine aktive, hoch und breit interessierte Altersgruppe sind. Von einseitigen Interessen und vor allem alleinigem Interesse an Computer- und Videospielen, Femsehen und Kino etc. ist nicht auszugehen. Die befragten Kinder besaßen in der Mehrzahl mehrere und verschiedenartige regelmäßige Hobbys. Mediale Beschäftigungen konkurrieren mit klassischen Kinderspielen und Beschäftigungen (Brettspiele, Basteln, Rad fahren). Vor allem mit besonderen Erlebnissen wie Ausflügen, Lagerfeuer und Zelten kann auch die heutige Kindergeneration gelockt werden.

Grundschulkinder mögen aktive, bewegungsreiche Aktivitäten. Sowohl die Ergebnisse zum Interesse als auch zu den Ausübungshäufigkeiten sowie zu den besuchten Freizeitgruppen kennzeichnen Sport und Bewegung als attraktives Angebot. Dass die heutigen Kinder nicht generell „Stubenhocker“ sind, deutet sich auch in der Antwort auf die im Rahmen der Untersuchung gestellte Frage nach dem Lieblingsspielort der Kinder an: Nur 10% der Jungen und 8% der Mädchen spielten am liebsten im Haus.

 


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