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Der Personalmangel bleibt ein Problem bei der Kita-Betreuung

Der Personalmangel bleibt ein Problem bei der Kita-Betreuung

Die Situationen der Kitas in Deutschland bessern sich. Doch gibt es dennoch Probleme: Neben den Unterschieden zwischen den Ländern ist der Personalmangel das drängendste. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung nimmt das Ganze genauer unter die Lupe.

Der Betreuungsschlüssel als wichtiges Qualitätsmerkmal

Auch wenn die Qualität in der Betreuung der Kids bundesweit gestiegen ist, gibt es schlicht und einfach zu wenig Personal. 2014 kamen auf eine Vollzeitkraft 4,4 Krippenkinder und 9,5 Kindergartenkinder in der Ganztagsbetreuung. 2012 waren die Werte sogar noch schlechter mit 4,8 und 9,8. Die Bertelsmann-Stiftung wünscht sich einen Idealwert von drei Kindern pro betreuender Person bei den Kleinsten und einen Betreuer für 7,5 Kindergartenkinder ab drei Jahren. Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung äußerte sich wie folgt zu den Zahlen: „Die Personalschlüssel sind längst noch nicht überall kindgerecht und pädagogisch sinnvoll, aber der Trend ist positiv“. Für die Studie haben die Forscher statistische Daten von Bund und Ländern ausgewertet und die Fachministerien der Bundesländer befragt.

Unterschiedliche Fortschritte in den 16 Bundesländern

Die Forscher registrieren bei ihren Auswertungen ein starkes Gefälle zwischen Ost und West. So müssen sich die Erzieherinnen in den neuen Bundesländern um deutlich mehr Kleinkinder kümmern (1 zu 6,1) als im Westen (1 zu 3,6). Auch in den Kindergartengruppen ist der Personalschlüssel im Westen mit 1 zu 8,9 viel besser als im Osten mit 1 zu 12,4. Im Osten gehen mit 46,6 Prozent allerdings mehr Kinder unter drei Jahren in Kitas als im Westen (22,7 Prozent). Die besten Werte in Bezug auf den Betreuungsschlüssel hat Baden-Württemberg mit 3,1 und 7,7 (2012: 3,5 und 8,6). Die Hansestadt Hamburg bleibt im Westen mit 5,1 das Schlusslicht bei der Krippenbetreuung (2012: 5,7). Fällt der Personalschlüssel schlecht aus, hat das auch gesundheitliche Folgen für Fachkräfte. Vollzeitkräfte müssen rund ein Viertel ihrer Zeit für Elterngespräche, Dokumentation oder Fortbildung einplanen. Bei Teilzeitkräften wäre das schwierig und sorge für Druck, denn ihre Arbeitszeit ist mit der Kinderbetreuung komplett verplant und es müssen dennoch andere Aufgaben erledigt werden. Bundesweit gesicherte Qualitätsstandards wären endlich ein Fortschritt.

„Angesichts der konstant hohen Unterschiede zwischen den Bundesländern werden bundeseinheitliche Qualitätsstandards für Kindertagesbetreuung immer drängender, so Dräger.“

Rechtsanspruch auf öffentlich geförderten Betreuungsplatz

Seit dem 1. August 2013 gibt es für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz. Auch Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) betont: „Eltern wünschen sich die bestmögliche Betreuung und Bildung für ihre Kinder“. Sie plädiert stark für den Kita-Ausbau, diesen gemeinsam mit Kommunen, Trägern und Ländern voranzubringen sowie die Qualität zu verbessern. Auch müsse an dem hohen Anteil bundesweiter befristeter Arbeitsverträge etwas geändert werden: 41 Prozent der Fachkräfte unter 25 Jahren arbeiten befristet. Bei Spezialisten der gemeinsamen Erziehung von behinderten und nichtbehinderten Kinder, sind es ein Drittel.


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