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Neues Schulfach gefordert: Gesundheit und Prävention

Es ist dramatisch. Die Bewegungsfreiheit und Bewegungsfreude wird in viel zu vielen Einrichtungen nicht gefördert. So ergibt eine Studie der DAK, dass sich die meisten Kinder und Jugendlichen viel zu wenig bewegen. Nur 17 Prozent der Schüler sind jeden Tag mindestens 60 Minuten körperlich aktiv. In der fünften und sechsten Klasse sind es noch 23 Prozent, in der neunten und zehnten Klasse nur noch zwölf Prozent.

„In der Schule sollen Kinder fürs Leben lernen – aber das Fach Gesundheit steht bislang nicht auf dem Stundenplan“, kommentiert DAK-Vorstandsvorsitzender Andreas Storm. Und auch der Ärztetag fordert: „Kinder und Jugendliche sollen körperliche und seelische Prozesse besser verstehen und Kenntnisse sowie die Motivation zu einer gesundheitsförderlichen Lebensführung erlernen.“ Daraus resultierend wird vorgeschlagen, schon in der Ausbildung von Lehrern und Erziehern gesundheitsrelevante Themen zu integrieren. Aber auch der Lehrplan sollte dementsprechend geändert werden, damit Lehrer und Schüler überhaupt Zeit haben, sich mit den Dingen zu beschäftigen. So wurde ab Klasse 1 das Fach „Gesundheit und Prävention“ vorgeschlagen. „Die Schüler können komplexe Matheaufgaben lösen und fließend Englisch sprechen, wissen aber nicht, wie schädlich Zucker und langes Sitzen sind.“ so Storm.

Das Thema „Gesunde Ernährung“ ist in der Realität generell schwer. So diskutiert man nicht nur sehr lange zur zumeist sehr ungesunden Schulspeisung, auch das Essverhalten in den Familien und bei den Kindern ist problematisch, wenn man sich die Statistik zum Übergewicht anschaut. Nur zehn Prozent der Kinder, die jeden Tag zu Hause frühstücken, sind übergewichtig. Bei Schülern, die nie zu Hause frühstücken, sind es 16 Prozent. In der fünften und sechsten Klasse verzichten 37 Prozent sogar ganz auf das Frühstück. In der neunten und zehnten Klasse frühstückt nur noch jeder Zweite zu Hause. Dafür gibt es viel Naschwerk und Snacks zwischendurch.

41 Prozent der Schüler nehmen täglich Süßigkeiten zu sich. Auch Fastfood essen ein Viertel der befragten Schüler mehrmals pro Woche – sieben Prozent sogar täglich. Dazu kommen auch Softdrinks, die bei 39 Prozent liegen.

Fehlernährung und Bewegungsmangel führen fortfolgend zu Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen oder Schlafstörungen. Dass der Schulstress sein Übriges tut, muss nicht erwähnt werden.

Deshalb: höchste Zeit dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken und zu hoffen, dass sich in dem schon sehr vollen Lehrplan eine Lücke für wirklich Lebenswichtiges finden lässt.

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