Home  »  Freizeit   »   Bücher & Film   »   Neuer Roman „Mädchen für alles“ von Charlotte Roche

Bücher & Film

Neuer Roman „Mädchen für alles“ von Charlotte Roche

Neuer Roman „Mädchen für alles" von Charlotte Roche

Wer einmal einen Millionen-Bestseller wie Feuchtgebiete hingelegt hat, der wird künftig von seinem Verlag nach allen Mitteln der Kunst gemolken, damit hoffentlich noch ein paar weitere folgen. Seit dem 5. Oktober ist es soweit: Charlotte Roche will in ihrem Roman „Mädchen für alles“ am Mythos der guten Mutter rütteln. Dazu muss sie natürlich jede Menge Sex, Drogen und Gewalt auffahren.

Wie auch im Millionen-Bestseller Feuchtgebiete hat sie an ihrem Erfolgsrezept festgehalten: wieder geht es im neuen Roman um die gesellschaftlichen Tabus, mit denen sich heutige Frauen herumzuschlagen haben. Roche will wieder diese Tabus durchdringen und zur Diskussion stellen. Diesmal nimmt sie sich dem Thema Muttersein an. Da werden Fragen in den Raum gestellt wie: Darf gesagt werden, dass das Dasein als Mutter doch nicht so erfüllend ist, wie man es sich vorgestellt hat und wie es allenthalben propagiert wird? Darf man gar sagen, dass man die Entscheidung, Kinder bekommen zu haben, bereut? Der Erregungsgrad dieser Diskussion ist allemal eine gute Voraussetzung für erfreuliche Verkaufszahlen.

Roche beschreibt in ihrem Buch eine durchschnittliche Protagonistin, Christine Schneider: die Mutti von nebenan. Blöderweise ist sie nach der Geburt ihrer Tochter Mila ein bisschen aus der Form gegangen, aber das passiert nun mal. Immerhin aber hat sie einen in der IT-Branche gutverdienenden Mann, der noch dazu erstaunlich viel Zeit im schick eingerichteten Eigenheim verbringen kann, die er dann hauptsächlich damit ausfüllt, sich um die kleine Mila zu kümmern.

Von „Chrissi“, wie sie sich selbst nennt, erfahren wir, wie wenig Lust sie auf ihre Tochter hat, vor allem, wenn die quengelt.  Wenn man sich eines der unzähligen YouTube-Tutorials anschaut, in denen vielbeschäftigte Hausfrauen oder Teenagerinnen Koch-, Schmink- oder anderweitige Bastelrezepte vorstellen und mit schnellem Gequassel begleiten, dann hat man relativ genau den Ton von Roches Buch „Mädchen für alles“ im Ohr. Warum tut sich Christine so schwer in der Rolle als Mutter und Ehefrau? Die Antwort wäre wohl ein grundsätzliches ,null Bock‘, anstelle von Depressionen oder Überforderung. Möglicherweise ist Roche selbst aufgefallen, dass der Boden, auf dem sie ihr gesellschaftliches Tabuthema zelebrieren will, ziemlich dünn ist. Das Prinzip der Eskalation soll es richten: sie drückt von Kapitel zu Kapitel mehr und mehr auf die Bürgerschrecktube. Da fühlt man sich oft total ertappt und muss trotzdem drüber lachen. Lasst Euch überraschen von diesem ehrlichen und lustigen Roman…

Das Buch findet ihr unter diesem Link:


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.