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Mütter und Söhne

Der kleine Schatz und die einzig wahre Frau, die natürlich immer für ihn da ist und am allerbesten kochen kann? Nachdem wir uns letzte Woche mit der Beziehung von Vätern und Söhnen beschäftigt haben, geht es heute um die Mutterrolle und um das Band, was oft ein Besonderes ist – fallen doch die Abgrenzungs- und Konfliktsituationen auf dem Weg zu einer eigenen Geschlechteridentität weg. „Studien haben gezeigt, dass die Bindung zwischen Mutter und Sohn besonders eng ist“, sagt Martina Wirtz, Ärztin und Familienberaterin aus Aachen.. Mütter und ihre Söhne, das ist innige Zweisamkeit, Respekt, Neugierde und Spannung durch das unterschiedliche Geschlecht – aber es gibt auch Risiken. Denn passen Mütter nicht auf, kann aus dem Sohn schnell ein verwöhntes Müttersöhnchen werden. Sie müssen daher lernen, trotz inniger Beziehung loszulassen und dem Kind Freiheit zu geben, was gar nicht so einfach ist. Denkt man nur an die Mütter, die stundenlang am Fußballplatz oder an der Radrennbahn ausharren, die die Mannschaftsverpflegung kochen oder ihre gesamten Hobbies den Bedürfnissen des jungen Mannes opfern. Jungs werden in der Tat länger gestillt als Mädchen. „Sie werden auch länger gefüttert und mehr bekuschelt“, sagt Wirtz. Doch es gibt keine generelle Bevorzugung. „Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter kann genauso intensiv sein, sie gestaltet sich aber anders.“

„Jungs verhalten sich in vielen Dingen anders als Mädchen – darin liegt für viele Mütter eine große Faszination“, erklärt Roland Kopp-Wichmann, Diplom-Psychologe aus Heidelberg.

Zudem haben viele Mütter noch ihr Idealbild vom Prinzen auf dem weißen Ross vor Augen. Wie schön, wenn der eigene Sohnemann dem entsprechen würde. Er sollte stark sein, selbstbewusst, durchsetzungsfähig, aber auch gefühlsbetont, zärtlich, verlässlich und erfolgreich. „Die Mutter ist die erste große Liebe im Leben eines Mannes“, sagt Martina Wirtz und oft ist es für spätere Partnerinnen schwer, an dieses Ideal heran zu reichen.

Dabei sollten sich Mütter durchaus vor Augen halten, dass sie Stärken und Schwächen haben, auch ist es wichtig, für sich selbst zu klären, wieviel mütterliche Nähe ist hilfreich und wie kann man den Sohn in seiner Männlichkeit und seiner Selbständigkeit unterstützen. Mädchen werden viel eher zur Selbstständigkeit erzogen als Jungen“, ergänzt Kopp-Wichmann und warnt vor der Gefahr, den Nachwuchs zu sehr zu verwöhnen. „Jungs brauchen Freiheit.“ Es braucht demnach klare Grenzen und viel Verständnis. „Mütter sollten auch ihr eigenes Bild von Männlichkeit überprüfen“, rät Wirtz. Der Sohn ist kein Partnerersatz. Und er darf auch nicht das ewige kleine Kind sein, was uns humoristisch in einer aktuellen Hustensaftwerbung vorgehalten wird. Die Zeit von Mama sollte irgendwann vorbei sein, d.h. ausziehen, die Sachen selbst waschen, lernen, wie man Spiegelei brät und seine Socken selbst einkauft….


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