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Familie und Leben

Mobbing nach der Elternzeit?!

Da möchte man gern wieder aktiv sein, hat den Hosenscheißer oft mit viel Mühe untergebracht und dann das: die alten Kollegen sind gar nicht mehr so nett wie vorher, der Chef macht dumme Bemerkungen, man fühlt sich deplatziert und ungerecht behandelt. Oft wird man auch gerade am Anfang erst einmal wieder mit „Anfängerjobs“ betraut, vielleicht ist ja in der Elternzeit das Gehirn geschrumpft? Auf jeden Fall kann der Einstieg nach der Elternzeit alles andere als ein Spaziergang sein.

„Mütter haben einfach unheimlich viele Angriffspunkte“, sagt Bärbel Hoffmann, Leiterin der Münchner Selbsthilfegruppe „No Mobbing“. Denn: Kinder beeinflussen nun einmal den Tag. Früh braucht es etwas mehr Zeit, um sie in der Kindergrippe oder bei der Tagesmutti abzugeben und Überstunden bis in die Puppen sind auch nicht drin. Dienstreisen sind weniger spontan möglich, da man ja noch den kleinen Menschen organisieren muss und eben jener kann über Nacht krank werden. De facto haben Mütter ein größeres Risiko am Arbeitsplatz gemobbt zu werden, dabei ist das „Management“ von Familie und Beruf so schon schwierig genug. Wird man dann noch belächelt, mit Sticheleien begrüßt oder in seiner Arbeit diskriminiert, kann dies zu erheblichen gesundheitlichen Folgen kommen. Die Belastung ist einfach zu groß.

Aber wieso mobben Menschen einander?

Mobbing ist antisoziales Verhalten. „Die Ursachen für ein schlechtes Arbeits­­klima sind so unterschiedlich wie wir Menschen“, sagt Cornelia Spachtholz, Bundesvorsitzende des Verbands berufstätiger Mütter e.V. in Köln. „Manchmal stecken vielleicht auch persönliche Gründe dahinter wie ein unerfüllter Kinderwunsch der Kollegin, die anfängt, Stimmung gegen eine Mutter zu machen.“ Ganz wesentlich und führend im wahrsten Sinne des Wortes ist die Führungskraft. Wie verhalt er oder sie sich? Mobbt er selber? Kommen gerade von ihm Bemerkungen und Sprüche? Lässt er Mobbing einfach nur lächelnd zu oder stellt er sich dagegen? Auf jeden Fall sollte man sich nicht „klein machen“ lassen, sich wehren. Wenn man einen guten Job macht, sollte dieser anerkannt werden. Mobbing bedeutet, jemanden auszugrenzen und das ist nicht in Ordnung. Laut Hoffmann wehren sich jedoch viele Betroffene viel zu spät. „Am Anfang versucht man das Ganze zu ignorieren oder sich irgendwie schönzureden“, sagt sie.

Übrigens: Der Wiedereinstieg ist oft problemloser, wenn man auch in der Elternzeit ein offenes Ohr für die Kollegen hat und sich immer mal wieder blicken lässt. So ist man nicht komplett raus und weiß um die aktuellen Entwicklungen, Projekte und Probleme, wenn man wieder an den Arbeitsplatz zurück kehrt.


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