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Familie und Leben

Mobbing bis zur Todesanzeige

Schule ist ein Kampfplatz mit Kampfansagen.

Natürlich gibt es Wettbewerb, Rangelein, Eifersucht oder Neid, aber Mobbing geht weit darüber hinaus.
Dabei ist Mobbing viel weiter verbreitet, als gedacht. Jeder 3. Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren wurd schon schikaniert und gequält. Tagtäglich gibt es Übergriffe und die Schüler haben Angst, in die Schule zu gehen. Oft finden die „normalen“ Mobbingattacken im Verborgenen statt, aber es gibt keine Grenze wie der besonders dramatische Fall in einer Realschule bei Nördlingen zeigt. Hier sind fünf 8Klässler extrem gemobbt worden – u.a. mit dem Zuschicken von Links, die auf Pornoseiten landen, mit Drohungen per Mail, mit Internetbestellungen in Form von Handyverträgen und Reisebuchungen. Die Spitze des Eisbergs: die Traueranzeige für einen 13jährigen in der „Augsburger Allgemeinen“, die von einem 14jährigen Mitschüler aufgegeben wurde.
Bereits 2018 war ein extremer Fall in München bekannt geworden. Hier wurde von einem 15jährigen Schüler eine Anzeige bei Ebay geschaltet: „14-jähriger Junge zu verkaufen“ – dazu die Summe von 90.000€ mit Foto des Mitschülers und Beschreibung, wobei hier von „Fehlkauf“ die Rede war, dass das „Exemplar leider aus China komme“, „absolut minderwertig sei“ etc. Der Jugendliche gab übrigens an, dass es doch nur ein Spaß aus Langeweile gewesen sei…..
 

TäterInnenperspektive

12,5% der Jungen und 5,7% der Mädchen haben in den letzten sechs Monaten mindestens 2 bis 3 Mal pro Monat dabei mitgemacht, jemanden zu mobben. Bei Jungen erhöht sich dieser Anteil mit steigendem Alter deutlich (von 7,3% bei 11-Jährigen auf 14,8% bei 15-Jährigen). Tendenziell sinkt der Täteranteil bei Jungen mit zunehmendem familiärem Wohlstand. Bei Mädchen hingegen steigt der Täterinnenanteil leicht, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau.
Jungen wie Mädchen mit einseitigem oder beidseitigem Migrationsstaus berichten häufiger (Mit-) Täter beim Schikanieren von MitschülerInnen zu sein im Vergleich zu Heranwachsenden ohne Migrationshintergrund. Jugendliche mit ein- und beidseitigem Migrationshintergrund und mittlerem und hohem familiären Wohlstand mobben häufiger als Jugendliche ohne Migrationshintergrund oder geringerem Wohlstand).
 

Opferperspektive:

9,7% der Mädchen und 9,1% der Jungen sind in den letzten Monaten mindestens 2 Mal pro Monat schikaniert worden. Mit zunehmendem Alter sinkt der Anteil der Jungen mit Opferstatus, während der Anteil bei den Mädchen mit 13 Jahren am höchsten ist. Jungen und Mädchen mit niedrigem familiärem Wohlstand sind häufiger Opfer von Mobbing als Jugendliche mit höherem familiärem Wohlstand.
(Quelle: Faktenblatt zur Studie Health Behaviour in School-aged Children)


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