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Mobbing bei Kindern – Was kann man tun?

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Mobbing ist kein neues Phänomen. Es ist in unseren Schulen weit verbreitet. Je länger Mobbing andauert, um so schwieriger ist es, eine Lösung zu finden und umso sicherer ist die körperliche oder seelische Beeinträchtigung der betroffenen Kinder oder Erwachsenen. Allerdings leiden auch einige kinder unter Misshandlung durch Erwachsene. Schlimm ist beides!

Eine Studie zeigt, dass Mobbing durch Gleichaltrige der psychischen Gesundheit von Kindern langfristig schadet, als Misshandlungen durch Erwachsene. Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler um den deutschen Entwicklungspsychologen Dieter Wolke von der britischen University of Warwick, nachdem sie Daten von 5.500 Kindern aus zwei Langzeitstudien auswerteten.

Alle Kinder der Studie wurden zwischen dem Alter von acht Wochen und sechzehn Jahren mehrfach untersucht. Die Ergebnisse machen traurig. Kinder, die von ihren Eltern misshandelt wurden – zum Beispiel durch Schläge oder sexuellen Missbrauch –, aber keine Erfahrungen mit Mobbing machten, hatten ein erhöhtes Risiko für Depressionen in der Adoleszenz gegenüber Kontrollen. Schlimmer ist das Ergebnis bei den Kindern, die misshandelt und zugleich gemobbt wurden. Sie liefen Gefahr, Angststörungen, Depressionen, selbstverletzendes Verhalten und andere psychische Störungen zu entwickeln. Kinder, die nur Mobbing erfahren hatten, trugen ein generell höheres Risiko, psychisch krank zu werden, als unbelastete Kinder und als Kinder, die ausschließlich Übergriffen ihrer Eltern ausgesetzt waren. Dies schreiben die Forscher im Fachmagazin „Lancet Psychiatry“ (doi:10.1016/S2215-0366(15)00165-0).

Die Autoren kritisieren, dass Behörden bisher Mobbing weniger ernst genommen haben als Vernachlässigung in Familien. Sie plädieren dafür, dass zukünftig Ressourcen verstärkt eingesetzt werden sollten, um bei Mobbing unter Gleichaltrigen zu intervenieren.

Andere Studie – anderes Ergebnis. Suzanne Vassallo vom Australian Institute of Family Studies und ihre Kollegen hatten vor im Jahr 2013 im Fachmagazin „Family Matters“ ebenfalls die langfristige gesundheitliche Entwicklung von Kindern verglichen, die entweder unter Mobbing oder unter Misshandlung durch Bezugspersonen gelitten hatten. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Konsequenzen für die psychische Gesundheit bei Kindern, die in ihrer Familie misshandelt worden waren, schwerwiegender waren als die für Kinder, die von Gleichaltrigen gemobbt worden waren.

Im Endeffekt, spielt es auch keine Rolle, welche Kinder mehr leiden müssen. Kinder sollten aufwachsen können, ohne zum Opfer zu werden und man muss einschreiten, wenn man als Freund, Nachbar, Lehrer, Erzieher etwas mitbekommt. Das heißt solche Sätze wie: „So schlimm ist es doch nicht.“ sind tabu. Es braucht einen ernsthaften Umgang und jedes Opfer schnellstmöglich Hilfe…


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