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Familie und Leben

Mitfühlen und auf sich selbst achten

Das macht uns als Menschen aus

Wir können die Gefühle von Anderen teilen. Wir können Anteil nehmen. Wir fühlen sozusagen als ob es uns selbst passiert…. Wenn das geliebt Kind beispielsweise mit aufgeschlagenen Knien zu uns kommt und wir gesehen haben, wie es mit dem Fahrrad fiel. Als Mutter bekommt man sofort Tränen in den Augen, wenn im Film Kinder entführt oder mißhandelt werden. Man wird angreifbar, ist verletzlich.
 

Aber was ist das richtige Maß der Dinge?

Zuviel Empathie erschöpft uns und zehrt uns auf. Wenn man jedoch nur den Blick auf sich, sein Universum und sein Wohlbefinden richtet, werden wir zu Egoisten. Generell ist der Ruf, dass es in der Gesellschaft zu wenig Mitgefühl gibt, lauter geworden – d.h. mehr Ellenbogen, weniger Miteinander. Aber das ist nicht von vornherein so. Kinder trösten sich untereinander. Eltern werden bei Krankheit gestreichelt und liebkost, Tiere werden verarztet. Mitgefühl ist unbewusst da – oft als eine Mischung aus Gefühlen wie Mitleid und dem inneren Wunsch, dem Anderen zu helfen.
 

Das (gesellschaftliche) Problem:

Oft erhebt sich der Helfende damit über den Anderen. Wenn wir denken „Ach, der Arme. Ich helfe ihm mal lieber…“ Eine Schwierigkeit, die sich auch über den Familienalltag erstreckt. Bittet man um Hilfe, heißt das zugleich, dass man es alleine nicht schafft, dass man nicht stark genug ist, dass man den Anforderungen nicht gewachsen ist.
  

Die Folge:

Man bittet lieber nicht um eben jene dringend benötigte Hilfe oder lehnt diese ab. Dabei geht es gar nicht um das Mitgefühl und das Helfen selbst, es ist eher die Assoziation des Helfenden, dass man es ohne ihn ja sowieso nicht schaffen würde.
Aber Mitgefühl ist gut. Hilfe ist wichtig. Wir müssen nur uns selbst und den Anderen betrachten. D.h. der Wutausbruch kommt vielleicht, weil wir uns schon tagelang allein oder überfordert fühlen. Ein Kind mit schlechter Laune ist nicht mehr und nicht weniger. Wenn es aber schon Stress im Büro gab, der Chef ungerecht war und man das Gefühl hat, wie ein Hamster im Rad zu sein, ist ein schlecht gelauntes Kind leider nur noch der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.
 
D.h. Mitgefühl ist immer gut und richtig. Man sollte nur sich selbst dabei im Blick haben. Hilfreich ist, wenn man sich als Erwachsener bewusst macht, was wir unbewusst tun. D.h. nicht die schlechte Laune des Kindes ist schuld, auch nicht per se der Chef – vielleicht muss man einfach mal wieder etwas für sich selbst tun, vielleicht braucht es etwas Zeit, ein Bad, einen Kinobesuch oder eine Umarmung…?


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